22 September 2015

SURFBRETT GEBRAUCHT KAUFEN: DAS MUSST DU WISSEN!

Das Motto vieler Surfanfänger? Augen zu und durch!

Was beim Turtledive im Weißwasser noch eine gute Idee sein mag, ist beim Kauf des ersten eigenen Surfboards dagegen eher Banane. Kein Wunder also, dass die Mehrzahl deutscher Surfeinsteiger mit einem Surfbrett durch die Gegend läuft, das genauso gut zu ihren Surfskills passt, wie ein Petermännchen in die Wüste – oder so ähnlich.

Vor allem wenn es darum geht, ein Surfbrett gebraucht zu kaufen, liegen Anspruch und Wirklichkeit oft weit auseinander. Statt Funktion und Volumen geht´s doch meist eher um Optik und Preis. Und wenn das Surfboard dann noch munter Wasser zieht oder sich steuern lässt wie eine alte Schranktür, bereuen es viele, sich nicht besser informiert zu haben.

Anfänger Surfbrett gebraucht kaufenIst die Suche nach dem richtigen Board aus zweiter Hand denn wirklich so kompliziert? Nicht unbedingt. Mit den folgenden Tipps bist du auf der sicheren Seite!

Surfbrett gebraucht kaufen: Für wen lohnt sich das?

Zum Start ins Thema gleich mal eine etwas kniffligere Frage. Alleine schon was das finanzielle angeht, gibt es hierzu nämlich mehrere gültige Sichtweisen.

Werfen wir dazu erstmal einen Blick auf die Kosten für zwei typische Surfboards direkt von der Ladentheke: Hier liegt der Neupreis für ein einsteigertaugliches Mini Malibu aus Polyethylen in etwa bei 300 €, wohingegen ein maßgeschneidertes Polyester-Surfboard für fortgeschrittene Surfer mindestens 500 € kostet.

Hinzu kommen noch etwa 100 € für eine gut gepolsterte Boardbag sowie die bei Airlines typischen Transportkosten von 50-100 € pro Flugstrecke. Die Kosten für den eignene Neoprenanzug und ein paar Surfschuhe kommen auch noch oben drauf. Insgesamt also eine ganz schöne Stange Geld, die sich eigentlich nur lohnt, wenn du wirklich regelmäßig in den Surfurlaub fährst.

Neben der Bordmiete vor Ort, erscheint es angesichts dieser Kosten tatsächlich eine gute Alternative, das Surfbrett gebraucht zu kaufen. Doch ist das wirklich so viel billiger? Und welche Risiken nimmst du damit in Kauf?

Kosten fürs gebrauchte SurfbrettZu den Risiken durch versteckte Mängel und unerkannte Macken kommen wir später – wann sich der Second Hand Kauf aus rein finanzieller Sicht lohnt, soll das folgende Rechenbeispiel zeigen. Also Taschenrechner raus und losgerechnet:

Mal angenommen du machst einen guten Deal und sparst bei dem Kauf eines gut erhaltenen Second Hand Boards die Hälfte vom Neupreis. Bei dem oben genannten Beispiel läge deine Ersparnis dann also bei 150 € für das Mini Malibu und bei 250 € für das Polyester-Surfboard – auf den ersten Blick also eine prima Sache und durchaus eine Überlegung wert.

Um diese Differenz noch besser einordnen zu können, solltest du die Ersparnis aber auch noch mit der dritten Variante in Beziehung setzen – die Bordmiete vor Ort, für die du in Europa ungefähr 40 € pro Tag ansetzen kannst.

Umgerechnet in die Leihgebühr an einem typischen europäischen Surfspot kannst du die Ersparnis also mit etwa vier bis sechs Surftagen gleichsetzen. Der Unterschied zwischen Neu- und Second Hand Board ist also in Surftagen ausgedrückt gar nicht mehr so riesig, wie es zu Anfang noch schien!

Solltest du zwischen der Option Boardmiete oder Surfbrett gebraucht kaufen schwanken, kannst du diese Methode genauso gut anwenden. Demnach lohnt es sich, ein Mini Malibu Surfbrett gebraucht zu kaufen, sofern du mehr als vier Tage surfen gehst. Der Neukauf eines Mini Malibus würde sich hingegen erst bei über acht Surftagen rechnen.

Dies gilt allerdings nur ohne die Investition in eine Boardbag und ohne mögliche Transportkosten – ist also nur realistisch wenn du dein Board direkt in der Surfregion kaufst und wieder verkaufst, oder wenn du mit dem eigenen Auto oder Bulli unterwegs bist und dir somit die Transportkosten sparst.

Klar ist diese Betrachtungsweise nur eine mögliche Entscheidungshilfe von vielen. Außerdem schwanken die Preise für Boardmiete und Neukauf teilweise beträchtlich zwischen den verschiedenen Surfregionen und den Surfshops in Deutschland.

Wie das kleine Rechenbeispiel aber zeigen soll, ist die Entscheidung zwischen neu und gebraucht nicht immer ganz so eindeutig wie es viele meinen. Sie hängt ab von vielerlei Faktoren, die individuell sehr unterschiedlich sein können. Neben den rein finanziellen Aspekten, ist dabei sicher auch der Reisekomfort ohne eigenes Surfboard in Erwägung zu ziehen. Darüber hinaus spielen natürlich auch die Fahreigenschaften eine wichtige Rolle, die sich zwischen Leih- Neu- und Second Hand Board deutlich unterscheiden können.

So war es bei mir: Mein erstes Garagen-Surfboard

Als ich vor etwa 15 Jahren mit dem Surfen lernen anfing, hatte ich das große Glück, für drei Monate südlich von San Diego direkt am Strand zu wohnen. Neben meinem Aushilfsjob im Zoo bestand mein Leben komplett aus Surfen und jede freie Minute verbrachte ich im Wasser. Da war klar: Ein eigenes Surfboard muss her!

Ausschlaggebend dafür war der Umstand, dass ich nicht viel unterwegs war und die meiste Zeit an ein und demselben Surfspot surfen ging.

Zum Glück hatte mein Nachbar eine große Garage voll mit alten Surfboards, die er selber kaum noch surfte. Darunter ein schönes Mini Malibu mit einigen Dellen und Macken, dass es mir sofort angetan hatte. Also drückte ich ihm 50 Dollar in die Hand und machte mich an die Reparatur der kleinen Cracks und Risse. Am nächsten Tag hatte ich ein einwandfreies Anfängerboard und war der glücklichste Rookie von ganz Kalifornien.

Was ich dir damit sagen will? Klar hatte ich Glück – in meinem Fall lief einfach alles nach Plan. In deiner Situation wird höchstwahrscheinlich alles anders sein und die endgültige Entscheidung zwischen den drei Varianten kann ich dir leider nicht abnehmen.

Wobei ich dir aber gerne helfen möchte, sind ein paar wissenswerte Dinge zur Beurteilung über den Boardzustand, die du unbedingt beachten solltest, wenn du dich dazu entscheidest, dein Surfbrett gebraucht zu kaufen.

Geeignete Surfboardtypen

Die Bewertung über den Board-Zustand in Eigeneregie idiotensicher zu machen, ist keine triviale Aufgabe. Ähnlich verhält es sich mit der Frage, welche Surfboardtypen sich besonders als Second Hand Ware eignen.

Surfboard-Lager

Die Qual der Wahl – welches Surfbrett würdest du gebraucht kaufen?

Folgenden Tipp möchte ich dir aber unbedingt mit auf den Weg geben: Von komplett farblackierten Polyester-Brettern solltest du generell lieber die Finger lassen, weil sich ihr wahrer Zustand durch den Farblack leicht kaschieren lässt.

Gleiches gilt für Surfboards mit einer dicken Wachsschicht, die oft nur dazu dient, mögliche Macken und Bruchstellen zu verbergen. Davon abgesehen eignen sich aber grundsätzlich fast alle Boardtypen als Gebrauchtware – ob nun Malibu oder Shortboard.

Wenn du noch gar nicht genau weißt, welche Art von Surfboard für dein Surflevel das Richtige ist, kann ich dir die Größentabellen der Boardhersteller empfehlen.

Der Surfboard Ratgeber von Blue Tomato zeigt dir beispielsweise das passende Volumen für deine Körpermaße. Mit Hilfe deines Gewichts sowie deines Fitness- und Surflevels kannst du relativ schnell bestimmen, welche individuellen Shapes für dich die Besten sind.

Gute Macken, böse Macken: Surfboard-Zustand selber bewerten

Für die Beurteilung über den Zustand und somit über den Wert eines gebrauchten Surfboards solltest du weniger auf optische Dinge achten. Wichtiger sind die scheinbar harmlosen Macken, die auf den ersten Blick oft kaum auffallen, die Funktionalität des Surfboards aber deutlich herabsetzten können.

Dellen gebrauchtes Surfboard

Harmlose Dellen

Zu unterscheiden ist hierbei zwischen den eher harmlosen Druckstellen und kleinen Rissen, die du notfalls auch selber flicken kannst, und den bereits behobenen Schäden, die im Zweifelsfall nicht fachmännisch repariert wurden und im Inneren des Surfboards bereits nachhaltigen Schaden angerichtet haben.

Druckstellen und Dellen einordnen

Druckstellen und nach innen gewölbte Dellen fallen optisch oft als erstes auf. Für den tatsächlichen Zustand spielen sie aber meistens eher eine untergeordnete Rolle. Auch kleinere Cracks, die sich oft wie eine Art Spinnennetz durch das Laminat ziehen, fallen fast immer in die Kategorie harmlos.

Laminierung gebrauchtes Surfboard

Kategorie harmlos: Unschönes aber wasserdichtes “Spinnennetz” im Laminat

Als kleinen Test kannst du mit den Fingerkuppen durch die Mulden und über die Risse im Laminat hinwegfahren. Nur wenn du mit dem Fingernagel irgendwo hängen bleibst, ist die Stelle problematisch und sollte mit etwas Solarez ausgebessert werden.

Brüche erkennen

Wenn du ein Surfbrett gebraucht kaufen möchtest, das schon einmal komplett durchgebrochen ist, solltest du lieber die Finger davon lassen. Es ist fast unmöglich ein gebrochenes Surfboard so gut zu reparieren, dass die ursprünglichen Fahreigenschaften wieder komplett hergestellt werden.

Nur woran erkennst du, ob sich das gute Stück schon mal komplett entzweit hat und dir der Vorbesitzer sein Surfbrett gebraucht anbieten will, nur um es möglichst elegant loszuwerden?

Auch wenn es wirklich talentierte Shaper gibt, die fast jede Macke verblüffend gut verschwinden lassen – am Holzstringer beißen sich selbst die Profis reihenweise die Zähne aus. Der Stringer ist nämlich sozusagen das Rückgrat deines Surfboards und zum Glück lässt sich relativ einfach erkennen ob es schon mal in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Holzstringer Surfbrett

So sieht ein intakter Stringer aus.

Du erkennst den Stringer an der etwa 0,5 cm breiten holzfarbenen Linie in der Boardmitte, die sich von der Nose bis zum Tail einmal durch das komplette Surfboard zieht. Wenn das Board bricht, bricht auch der Stringer, was  durch das Querlaminat und eine weiße Füllpaste (Micro-Balloon) sichtbar wird, die die Holzfärbung des Stringers unterbricht.

Beulen und Delaminierungen richtig deuten

Ähnlich problematisch sind Beulen, die sich im Laminat nach außen wölben. Im Gegensatz zu den nach innen gewölbten Dellen, handelt es sich hierbei nämlich um eine sogenannte Delaminierung, was so viel heißt, dass sich das Laminat vom inneren Schaumkern abgelöst hat. Wenn dir ein solches Surfbrett gebraucht angeboten wird, sollten bei dir genauso die Alarmglocken klingeln wie bei einem unterbrochenen Stringer!

Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei nämlich um einen Wasserschaden, der nicht fachmännisch repariert worden ist. Offenbar wurde der Schaumkern vor der Reparatur nicht vollständig getrocknet.

Sonneneinstrahlung und Hitze in Verbindung mit dem Wasserdampf haben das Innere des Surfboards dann dermaßen aufgebläht, dass sich die äußere Glasfaserschicht schließlich vom Schaumkern lösen konnte. Für die Zukunft des Surfboards bedeutet das nichts gutes!

Fazit: Um ein Surfbrett mit solchen Altlasten solltest du lieber einen großen Bogen machen.

Surfboard Verfärbungen bestimmen

Auch bei den meist gelblichen Verfärbungen von gebrauchten Polyester-Surfbrettern ist zwischen harmlosen und hoffnungslosen Fällen zu unterscheiden.

Während eine gleichmäßige Verfärbung in der Regel nur auf einen durch UV-Strahlung gealterten Schaumkern hinweist, spricht eine konzentrierte Vergilbung ganz klar für einen folgeschweren Wasserschaden.

Verfärbung Surfbrett gebraucht

Gebrauchte Surfboards: Gelb, gelber, zu alt!

Auch hier wurde vor der Raparatur wohl vergessen, das gebrochene Laminat mit einem Teppichmesser großzügig auszuschneiden, um das Wasser in der Sonne verdunsten zu lassen. Trotz einwandfreier Abdichtung der offenen Stelle, ist ein solches Surfbrett daher im Zweifelsfall unbrauchbar. Ein Surfbrett mit abgegrenzten gelblichen Flecken solltest du dir also auf keinen Fall andrehen lassen.

Surfbrett gebraucht kaufen und reparieren

Vorsicht geboten ist auch bei kaputten Finnen und Finnenboxen. Die Reparatur von angeschlagenen Finnen und beschädigten Fin-Plugs ist nämlich nur was für Profis. Ist eines dieser Teile beschädigt, ist von einem Boardkauf unbedingt abzuraten.

Anders ist die Sache bei kleineren Rissen im Laminat eines Polyester- oder Epoxy-Surfboards, die du zur Not auch selber reparieren kannst. Aber was genau bedeutet „klein“ und ab welcher Größe solltest du die Macke lieber von einem professionellen Shaper reparieren lassen?

Hier greift die folgende Faustregel: Ist die Bruchstelle kleiner als die Fläche von deinem Daumennagel, musst du dir keine großen Gedanken machen. Die Reparatur ist Kinderleicht und problemlos in Eigenregie zu bewerkstelligen. Alles was du dafür benötigst, ist ein einfaches Solarez Reparaturset mit Epoxyharz und UV-aktivem Härter.

Als Erste Hilfe Lösung kann auch ein einfaches Duck Tape (Gewebeklebeband) dienen. Es verhindert vorübergehend, dass dein Surfboard Wasser zieht und verschafft dir etwas Zeit, um das passende Reparaturkit zu besorgen. An einem Tag mit Swellpause kannst du dein Board dann in aller Ruhe angemessen verarzten.

Bei Bruchstellen, die größer sind als dein Daumennagel wird es allerdings etwas aufwendiger. Neben Glasfasermatten, Harz und Härter im richtigen Mischungsverhältnis brauchst du für größere Reparaturen nämlich deutlich mehr Zeit und vor allem Erfahrung. Am besten überlässt du diesen chirurgischen Eingriff also lieber einem Profi, was dann aber natürlich  wieder mit Mehrkosten verbunden ist.

Wenn du ein Surfbrett gebraucht kaufen möchtest, sind größere Bruchstellen also insgesamt ein deutlicher Warnhinweis und du solltest dich lieber nach Alternativen umschauen.

Surfbrett gebraucht kaufen, nur wo?

Eine beliebte Spielwiese für das Anpreisen von surfbarer Second Hand Ware sind ohne Frage die diversen Facebook Gruppen, von denen Second Surf mit derzeit über 17000 Mitgliedern wohl die Bekannteste und Größte ist. Auf den qualitativ oft mäßigen Produkt-Fotos wirst du es aber schwer haben, versteckte Macken und schlecht behobene Wasserschäden zu erkennen. Ähnlich ist die Lage bei Ebay und Ebay Kleinanzeigen.

Die deutlich bessere Variante ist daher der klassische Surf-Shop. Im Gegensatz zu Online-Angeboten bringen Surfshops nämlich den Vorteil mit sich, dass du hier mit Profis redest und das Board bei möglichen Mängeln auch ohne große Probleme wieder umtauschen kannst.

Surfbrett kaufen bei FrittboardsIn der Regel findest du in fast jeder bekannten Surfregion einen Laden, der auch gebrauchte Surfbretter im Angebot hat.

In Deutschland ist die Suche allerdings nicht ganz so einfach. Eine kleine aber feine Auswahl an gebrauchten Brettern findest du bei Frittboards in Köln. Solltest du in der Second Hand Ecke nicht fündig werden, hast du hier auch immer noch die Chance auf ein fettes Angebot an Neuware für alle Könnensstufen.

Frittboards KölnEine weitere bewährte Quelle für gut erhaltene Surfboards aus zweiter Hand sind surfende Freunde. Mit der Zeit wächst jeder aus seinem Anfängerboard heraus und versucht, sein ausgedientes Board möglichst unkompliziert abzugeben. Surfboards sind also wie Wanderpokale und über Freunde hast du die Gelegenheit, günstig und vertrauensvoll ein Schnäppchen zu schießen, ohne dir allzu viel Gedanken über versteckte Mängel machen zu müssen.

Bevor du dich also in irgendwelchen anonymen Facebook Gruppen oder Online-Foren auf die Suche machst, frage doch als erstes in deinem Freundeskreis oder lass dich in einem Surfshop professionell beraten.

Preis verhandeln

Surfboards sind wie Autos – sobald sie den Besitzer wechseln, verlieren Sie an Wert. Wie hoch der Wert aber tatsächlich ist, folgt selten festen Kriterien. Vielmehr liegt es an deinem Verhandlungsgeschick und guten Argumenten, um den Preis möglichst deutlich nach unten zu korrigieren. Die meisten Verkäufer rechnen mit längeren Verhandlungen und haben den Preis daher von vornehinein etwas höher angesetzt.

Shortboard gebraucht

Alt aber gut – Qualität hat seinen Preis!

Vor allem außerhalb Europas gehört das Feilschen genauso zum Surfboardkauf wie das Amen in die Kirche. Gerade bei Second Hand Ware solltest du dich also darauf vorbereiten, nicht gleich beim ersten Angebot fröhlich einzuschlagen. Ein guter Trick ist es, nach dem ersten Gespräch noch mal eine kleine Runde zu drehen und erst bei der zweiten Annäherung zuzuschlagen.

Fazit

Um dich bei der Suche nach einem gebrauchten Surfboard nicht über den Tisch ziehen zu lassen, gibt es ein paar einfache aber dafür umso wichtigere Tricks, die du unbedingt beherzigen solltest.

Berücksichtige also am besten die Punkte der folgenden Liste mit den sechs wichtigsten Voraussetzungen, um ein Surfbrett gebraucht zu kaufen.

Checkliste

1) Der Preis sollte deutlich unter dem Neupreis liegen (30-50 %)

2) Das Surfbrett ist nicht komplett farblackiert und hat keine dicke Wachsschicht

3) Das Board hat keine gelben Flecken und der Stringer ist durchgängig intakt

4) Einlaminierte Finnen und Finnenboxen sind unbeschädigt

5) Du hast ein gutes Vertrauensverhältnis zum Verkäufer oder kaufst direkt in einem Surfshop, bei dem du es später umtauschen kannst

6) Du nimmst das Board gründlich unter die Lupe und überlegst dir gute Argumente für die Preisverhandlung

***

Das wars für heute mit meinem geballten Wissen zum Thema Surfbrett gebraucht kaufen. Wenn dir noch etwas fehlt oder unklar ist – einfach rein damit in die Kommentare. Ich freue mich immer wenn ich dir weiterhelfen kann!!

SURFBRETT GEBRAUCHT KAUFEN: DAS MUSST DU WISSEN!
1 1 vote

2 Responses

  1. peter

    1. Die rechnung mit 4 surftagen finde ich falsch. Leihkosten sind geringer und kosten von equipment mit leash usw teurer. Du nennst selbst transportkosten etc aber nennst immer wieder die zahlen, die auf 150-300 euro für ein board basieren. Ich empfehle immer ab regelmäßig 2 wochen oder mehr pro jahr lohnt idr ein eigenes surfboard. Bei leihen kommt übrigens neben reisekomfort der vorteil welchselndes material und ausprobieren für kauf danach dazu.
    2. einlaminierte finnen stehen meist für ein altes brett und sind für traveller eher ungeeignet
    3. Deine checkliste ist ok. Mir fehlt die info abwägen alter/zustand mit preis und der verlauf. Dass megazustand 70% neupreis gerechtfertigt und alte boards für 50% überteuert sein können
    4. Da sich der post eher an anfänger richtet fehlen: ein altes brett wenn auch abgeranzt ist idr super ausreichend. Fahreigenschaften spielen fast keine rolle. selbst geshapte boards etc. Für nen billigen preis kann man kaum fehler machen und wertverlust gibt es kaum. Ärgerlich ist es was schickes teures zu holen da man ein brett viel schneller kaputtmacht oder herauswächst
    5. Aaaabsolut entscheidendes kriterium gewicht des boards. Vorm ersten kauf in shops oder irgendwo regelmäßig bretter in die hand nehmen, um ein gefühl zu bekommen. Es gibt zwar auch heute dicke glassings aber als faustregel für beginner: ein schweres brett ist entweder super alt (früher waren dicke glassings häufiger) oder oft/fies repariert oder wasser drin.
    6. Ich würde für anfänger klarstellen, dass der shape am anfang alles entscheidend wichtig ist. Ein günstiges abgefucktes malibu oder ein ordentliches liebhaberstück behalten, ist viel beser als auf einen super günstigen deal (abgefucktes altes shortboard oder gar gun) oder marketing (super fancy board wie neu oder neu aber einfach zu klein) reinzufallen
    7. Gesunder menschenverstand und erfahrung. Du erwähnst surfshops wg beratung, das macht sinn. Dass man hier gebraucht weniger schnapper ziehen kann sollte klar sein. Wenn von privat: gesunder menschenverstand an. Hat der verkäufer 7 bretter, ist erfahrener surfer und macht nicht den eindruck einen abziehen zu wollen, alles cool.
    8. Fb community oder foren nutzen: bilder, preis und und ggf eigene skills/einsatzbereich posten und um rat fragen ob das passt

    1. Moin Peter,

      als erstes mal ganz vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, einen so ausführlichen Kommentar zu schreiben und einige wichtige Punkte zu ergänzen. Genauso wünsche ich mir das!

      Du hast da einige Dinge genannt, die vor allem für Surfanfänger sehr spannend sein dürften. Ich versuche sie auch noch mal kurz aufzugreifen:

      1. Weil die Leihgebühren genauso schwanken wie die Kosten für Neu- und Gebrauchtboards ist meine Betrachtung wie gesagt nur ein Rechenbeispiel von vielen, ohne Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. Da muss sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen. Der Vorteil durch Leihboards mehr Gefühl für das passende Board zu bekommen ist aber tatsächlich ein sehr Wesentlicher, den ich im Artikel gerne noch ergänzen kann. Danke dafür!

      2. Du schreibst ja selber weiter unten, dass auch alte Bretter gerade für Anfänger oft noch gute Dienste leisten. Grundsätzlich sind einlaminierte Finnen aber natürlich nicht so praktisch.

      3. Meinst du das Preis-Leistungs-Verhältnis? Das sollte natürlich in die Entscheidung einfließen.

      4. Das Surfboard darf gerne alt sein. Es sollte aber soweit in Schuss sein, dass es kein Wasser zieht oder durch falsch reparierte Wasserschäden anfängt zu delaminieren.

      5. Tja die Sache mit dem Gewicht ist sicher wichtig aber schwer zu verallgemeinern. Auch komplett neue Softboards für Anfänger wiegen eine Menge, gerade wenn der Schaum mit Wasser vollgesogen ist. Vielleicht hilft dein Vorschlag aber dabei, allgemein ein besseres Gefühl für das Gewicht verschiedener Surfboardtypen zu bekommen.

      6. Den passenden Shape für das eigene Surfniveau zu finden, ist genauso wichtig wie anspruchsvoll. Dem Thema werde ich sicher noch einen eigenen Artikel widmen. Das klassische Anfängerboard ist sicher das Mini Malibu, daher nenne ich es im Post auch als Beispiel.

      7. Gesunder Menschenverstand ist immer gut 😉

      8. Facebook-Gruppen und Online-Foren können bei der Suche helfen – Stichwort Wisdom of the Crowds… Um auf Nummer Sicher zu gehen, würde ich als unerfahrener Anfänger aber zunächst die Option Freundeskreis und Surfshop bevorzugen, sofern gerade einer in der Nähe ist.

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