Auf Gran Canaria Surfen: Warum Las Palmas die heimliche Surfhauptstadt Europas ist

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Geschrieben von Julian

Auf Gran Canaria surfen ist schon etwas Besonderes: Ganzjährig gute Surfbedingungen, angenehme Wassertemperaturen, die selbst im Winter kaum unter 19 Grad sinken, eine urbane Surfkultur mit internationalem Flair und diverse Surfspots, die von Las Palmas aus zu Fuß erreichbar sind.

Tipp: Wenn du nicht lange suchen willst: Meine persönliche Empfehlung auf Gran Canaria ist das Dreamsea Surfcamp im Norden der Insel. Alle Details zu Unterkunft, Verpflegung und Surfkursen findest du in meinem ausführlichen Erfahrungsbericht.

Kurzum: Für kulturhungrige Surfer, die neben dem Wellenreiten auch Lust auf Konzerte, Kultur und spanisches Großstadtflair haben, führt an der authentischen Inselhauptstadt Las Palmas kein Weg vorbei – die Stadt-Surf Balance ist einfach einmalig in Europa. Aber Gran Canaria ist mehr als nur Las Palmas…

Überall Touris?

Gemessen an der Bevölkerung ist Gran Canaria nach Teneriffa die zweitgrößte Insel der Kanaren. Von der Fläche her, liegt sie hinter Teneriffa und Fuerteventura auf Platz drei.

Jährlich besuchen etwa 2,8 Millionen Touristen die Insel, allerdings landen die meisten von ihnen in den Hotelhochburgen im Süden der Insel. Die reinen Ferienorte Maspalomas, Playa del Inglés und San Agustín solltest du also unbedingt meiden.

Dünen-Landschaft bei Maspalomas im Süden von Gran Canaria
Die Dünen-Landschaft bei Maspalomas ist bei Touristen sehr beliebt

Deutlich besser aufgehoben bist du im Norden der Insel. Der Norden und vor allem der Westen der Insel sind im Gegensatz zum Süden nämlich touristisch noch weitgehend unerschlossen.

Wenn du auf Gran Canaria surfen willst, hast du hier auch die deutlich bessere Spotauswahl. Außerdem teilst du dir die Strände hauptsächlich mit Einheimischen anstatt mit deutschen und englischen Rentnerhorden.

Inselklima & beste Reisezeit für Surfer

Wie auf den anderen kanarischen Inseln auch, liegen die Temperaturen auf Gran Canaria durchschnittlich zwischen 19° im Januar und etwa 25° im August. Die angenehmen Wassertemperaturen von 19° im Februar sowie knapp 24° im Oktober sorgen dafür, dass selbst im Winter ein 3/2 mm dicker Neoprenanzug locker ausreicht.

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Surfurlaub auf Gran Canaria – ein paar Impressionen

Für Surfanfänger ist auf Gran Canaria ganzjährig Saison. Für fortgeschrittene Surfer herrschen von Oktober bis März die konstantesten Surfbedingungen.

SurflevelMonate
SurfanfängerGanzjährig
IntermediateGanzjährig
FortgeschrittenOktober bis März

Zwischen August und Oktober kannst du sogar in Boardshorts oder im Surf Bikini auf Gran Canaria surfen. An den Reefbreaks sind Surf-Booties eine gute Idee. Ähnlich wie auf Lanzarote auch, sind die scharfen Vulkanfelsen teilweise von Seeigeln bevölkert. Dünne Sommer-Booties reichen als Schutz aber in der Regel aus.

Tipp: Wenn du nicht genau weißt, was es bei der Auswahl von Surf-Booties zu beachten gibt, solltest du meinen ausführlichen Blogartikel über Surfschuhe lesen.

Warum du auf Gran Canaria surfen solltest

Im Vergleich zu der gebirgsarmen Surferinsel Fuerteventura, sind viele Surfspots auf Gran Canaria selbst zur Passatzeit im Sommer nicht besonders windanfällig. Durch das enorme Gebirgsmassiv im Landesinneren wird der Passatwind an der Nord- und Südküste nämlich ziemlich zuverlässig abgeblockt. Nur der Osten ist oft windig und deshalb besonders bei Windsurfern beliebt.

El Confital auf Gran Canaria zählt zu den besten und anspruchvollsten Surfspots der Kanaren
El Confital zählt zu den besten und anspruchvollsten Surfspots der Kanaren

Auf Gran Canaria gibt es viele verstecke Surfbuchten mit unterschiedlicher Ausrichtung. Je nach Swell- und Windrichtung kann sich die Wellenqualität daher schnell ändern. Auch die Topografie der Küste hat einen großen Einfluss auf die lokalen Surfbedingungen.

Um bei der Spotauswahl meistens richtig zu liegen, braucht es da schon ein bisschen Erfahrung, die du dir wohl nur durch einen mehrmonatigen Inselaufenthalt und gewissen Entdeckerambitionen erarbeiten kannst. Die Grundlagen liefere ich dir aber jetzt schon mal mit einer ausgewählten, aber längst nicht vollständigen Spot Review.

Weitere und ausführlichere Spotinfos findest du wie immer auch im Stormrider Guide, der sich in einer Spezialausgabe ausschließlich der atlantischen Inselwelt inklusive der kanarischen Inseln widmet.

Die Surfpot Review

Nordküste

Die mit Abstand konstantesten Wellen triffst du im grünen Norden der Insel. Neben den populären und teilweise recht überlaufenen Surfspots in der Nähe von Las Palmas, gibt es aber auch noch einige unbekanntere Breaks abseits der ausgetretenen Surferpfade.

Surfer an der Nordküste von Gran Canaria
Surfer an der Nordküste von Gran Canaria

Für Naturliebhaber lohnt sich eine Surfsafari an die abgelegenen Felsbuchten im Nordwesten der Insel. Die Region um Las Palmas ist nämlich ziemlich zugebaut und es gibt viel schönere Strände, um auf Gran Canaria surfen zu gehen. Besonders der Küstenabschnitt nordwestlich von Gáldar – der ehemaligen Inselhauptstadt – ist für Erkundungstouren prädestiniert. Noch abenteuerlicher wird es an der wilden Westküste.

Beginnen wir aber mit den stadtnahen Stränden, die vor allem für Surfanfänger und Intermediates die besten Surfbedingungen bieten:

Playa de las Canteras

Der 3 Kilometer lange Playa de las Canteras macht die Inselhauptstadt zu dem was sie ist: Die heimliche Surfhauptstadt Europas!

Während der östliche Strandabschnitt weitgehend von einem vorgelagerten Riff – La Barra – geschützt ist und recht touristisch wirkt, ist der westliche Teil vom Playa de las Canteras spürbar authentischer und wird von deutlich mehr Einheimischen frequentiert. Hier befinden sich auch die Surfspots:

La Cicer

Am westlichen Ende der Strandbucht vom Playa de las Canteras endet das vorgelagerte Felsriff und macht den Weg frei für die offene Dünung.

Surfspot La Cicer auf Gran Canaria
Der Surfspot La Cicer befindet sich am Stadtstrand von Las Palmas

An den diverse Peaks, die weitgehend über sandigem Untergrund brechen, tummeln sich Surfschulen und fortgeschrittene Surfer genauso wie die unzähligen Bodyboarder, die einfach dazugehören, wenn du auf Gran Canaria surfen gehst. Früh morgens ist hier trotzdem oft wenig los im Lineup und auch der schräg auflandige Wind wird meistens erst im Laufe des Vormittags zum Störfaktor.

Neben der Mole am südwestlichen Ende des Stadtstrands bricht an kleineren Tagen ein schöner A-Frame über felsigem Untergrund und ist die Spielwiese für Surfer aller Könnensstufen. Bei größeren Swells wird es hier aber deutlich anspruchsvoller und die Welle verwandelt sich in eine schnellbrechende Righthander mit viel Power.

 Gran Canaria surfen
An kleinen Tagen ist La Cicer auch für Intermediaets geeignet

Vom äußersten Ende der Mole aus hast du perfekte Sicht auf die Takeoff-Zone. An Tagen mit großen Wellen kannst du das Surfspektakel also aus nächster Nähe bestaunen und dir von den teils herausragenden Surfern so einiges abgucken.

El Lloret

Dieser Reefbreak westlich des Auditoriums lfredo Kraus bricht an guten Tagen als Point Break und kann erstklassige Wellen produzieren. Die Welle läuft deutlich steiler und schneller als La Cicer, sodass hier vor allem fortgeschrittene Surfer auf ihre Kosten kommen. Es wird gerne mal etwas voller und als Surfurlauber solltest du hier besser nur zuschauen als selber surfen.

Surfspot El Lloret auf Gran Canaria
Der Surfspot El Lloret ist nur für erfahrene Surfer geeignet

El Confital

An der westlichen Flanke der Halbinsel La Isleta östlich von Las Palmas gelegen, ist diese über ein flaches Riff brechende Welle ein echtes Juwel. El Confital ist eine unglaubliche Tube-Maschine und einer der besten Righthander Europas. Für erfahrene Surfer ist es das absolute High Light, um auf Gran Canaria surfen zu gehen.

Auf Gran Canaria surfen_El Confital
El Confital ist nur was für die Locals

Wegen der Nähe zur Hauptstadt – zu Fuß sind es 10 Minuten – und der herausragenden Wellenqualität, ist der Spot aber zumindest an den besseren Tagen in festen Händen wellenhungriger Locals. Auch wenn sich die Lage in den letzten Jahren etwas entspannt zu haben scheint, werden Surftouristen hier generell nicht gerne gesehen.

San Felipe

Etwa 12 km westlich von Las Palmas schmiegt sich das kleine ehemalige Fischerdorf an die wellenreiche Nordküste, umgeben von riesigen Bananenplantagen.

Surfspot Vagabundo bei San Felipe auf Gran Canaria
Der Surfspot Vagabundo bei San Felipe ist einer der wenigen Beachbreaks im Norden der Insel

Der Surfspot Vagabundo fängt jede Menge Swell ab und liegt etwas ab vom Schuss. Das Lineup ist daher spürbar ausgedünnter und auch als Intermediate hast du hier gute Chancen auf eine hohe Wellenausbeute.

Ostküste

Weil Gran Canaria im Vergleich zu den anderen kanarischen Inseln eine relativ runde Form hat, erreichen die größeren Nord- und Nordwestswells im Winterhalbjahr problemlos auch die Ostflanke der Insel.

Surfstrand an der Ostküste von Gran Canaria
Beachbreak an der Ostküste

Vor Allem das nördliche Ende vom Playa de La Laja bietet an solchen Tagen oft auch gute Bedingungen zum Surfen lernen.

Südküste

Maspalomas

Am Südzipfel der Insel, neben Rentnern und Pauschaltouristen, findest du westlich von der majestätischen Dünenlandschaft auf beiden Seiten des Leuchtturms mehrere passable und Reefbreaks, die aber ein gewisses Surflevel voraussetzte und einen kräftigen Westswell benötigen, um wirklich gute Wellen zu produzieren.

Anfänger Surfen in Maspalomas auf Gran Canaria neben dem Leuchtturm
Surfen mit Pauschaltouristen – in Maspalomas gehört das zum Alltag

Für Surfanfänger und Intermediates gibt es bei passender Tide vor dem Hotel Faro einen relativ schmalen Bereich, der sich durchaus auch zum Üben eignet. Weil dieser mellow-brechnde Lefthander aber vor allem von den diversen lokalen Surfschulen genutzt wird, ist es hier nicht so einfach, eine Welle zu erwischen, auf der nicht schon diverse Surfschüler runterrutschen.

Anfänger Surfen in Maspalomas auf Gran Canaria
Anfänger-Surfspot neben dem Leuchtturm von Maspalomas

Und weil direkt neben dem Peak vor allem an Tagen mit größerem Swell eine kräftige Rip Current entstehen kann, ist auch dieser Spot für unerfahrene Freesurfer durchaus mit Vorsicht zu genießen.

Westküste

Oder sollte ich besser sagen, der wilde Westen? Denn es ist unglaublich wie wenig hier los ist. Wegen der suboptimalen Straßenanbindung sind weite Teile der Westküste Gran Canarias quasi Niemandsland.

Die wilde Westküste von Gran Canaria lohnt sich
Die wilde Westküste der Insel bietet ein paar versteckte Surfspot-Perlen

Es ist die Küste für Entdecker und Surf-Abenteurer: Mit ausreichend Proviant, viel Wasser und eigener Campingausrüstung bestückt, kannst du hier einen Surftrip der besonderen Art erleben.

Auf Gran Canaria surfen lernen: Die Surfschulen & Surfcamps

Wenn du zum ersten Mal auf Gran Canaria surfen bist, solltest du unbedingt auf die Kenntnisse der lokalen Surfcoaches setzen. Trotz der vielen internationalen Surfreisenden, gibt es auf Gran Canaria neben diversen lokalen Surfschulen, die oft in größeren Gruppen unterrichten, eigentlich nur ein empfehlenswertes Surfcamp, das auf einen hohen internationalen Standard setzt.

Dreamsea Gran Canaria

Das Dreamsea Surfcamp auf Gran Canaria richtet sich vor allem an dich, wenn du Surfen mit einer hochwertigen Boutique-Unterkunft verbinden willst. Statt klassischem Surfcamp-Feeling erwartet dich hier ein stilvoll renoviertes Haus im Norden der Insel, kleine Surfgruppen und ein persönlicheres, ruhigeres Setup – ideal für Anfänger, die in entspannter Atmosphäre lernen wollen.

Alle Surfkurse im Dreamsea Gran Canaria werden von zertifizierten Surfcoaches durchgeführt.

Wenn du das Dreamsea Surfcamp selbst erleben willst, kannst du hier direkt Verfügbarkeiten prüfen und deinen Aufenthalt buchen:

Warum sich das Camp besonders für Einsteiger und anspruchsvollere Surfreisende lohnt, zeige ich dir in meinem ausführlichen Erfahrungsbericht.

La Ventana Azul in Las Palmas

Wenn du auf gemütliches Ambiente, entspannte internationale Atmosphäre und zentrale Lage direkt am Stadtstrand Wert legst, kann ich dir das Beach-Hostel La Ventana Azul empfehlen.

La Ventana Azul_Lage am Stadtstrand von Las Palmas
Das bei jungen Travellern beliebte Surfhostel La Ventana Azul befindet sich direkt am Stadtstrand

Ich selbst war im November 2015 für ein paar Tage dort zu Gast und hatte einen sehr angenehmen Aufenthalt. Bemerkenswert ist vor allem die perfekte Lage direkt am Stadtstrand von Las Palmas.

Von der großzügigen Terrasse mit guter Internetverbindung und entspannten Arbeitsplätzen unter dem Sonnendach hast du einen super Blick über den Strand.

Der sympathischer Camp-Betreiber Thomas Borstner aus Österreich lebt schon viele Jahre in Las Palmas. Er kennt sämtliche Surfspots der Insel und ist bei allen Surffragen ein sehr angenehmer Ansprechpartner.

Schnorcheln vor der Haustür

Gran Canaria hat nicht nur auf sondern auch unter Wasser einiges zu bieten: Eine große Überraschung war für mich die Vielfalt an Sealife direkt vor der Haustür vom Ventana Azul Surf & Beach House.

Mit der hauseigenen Tauchausrüstung – Schnorchel, Maske und Flossen, durfte ich zwischen Riff und Stadtstrand die zahlreichen bunte Anemonen, Korallen und subtropischen Fischarten entdecken, die sich wunderbar mit einem Stückchen Brot anlocken ließen. Im Handumdrehen war ich umringt von einem Schwarm bunter Fische. In diesem kleinen Video kannst du mir in die bunte Unterwasserwelt Gran Canarias folgen:

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Meine kleine Schnorchel-Exkursion am Stadtstrand von Las Palmas

Surfkurse bei Oceanside

Die Surfkurse vom Ventana Azul Surf & Beach House werden in Kooperation mit der lokalen Surfschule Oceanside durchgeführt. Auch wenn die Surfkursgruppen oft relativ groß sind, sind die Tages-Kurse für ein erstes Reinschnuppern ins Surfen durchaus geeignet.

Damit du ein besseres Bild von einem Tageskurs bei Oceanside bekommst, habe ich für dich ein kurzes Video gedreht. Neben dem Aufwärmprogramm und Trockenübungen am Strand, siehst du darin auch die Stehversuche einiger Intermediate-Surfer:

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Surfkurs der lokalen Surfschule Oceanside

Boardverleih

Auch wenn du die Kunst des Wellenreitens schon beherrschst und dir nur ein Surfboard ausleihen möchtest, hast du in Las Palmas eine große Auswahl. Die Infrastruktur der Verleiher ist richtig gut.

Unterschiedliche Surfboards sortiert nach Surflevel, Locker für die Wertsachen, Duschen und die aktuelle Swellvorhersage – also alles was das Surferherz begehrt. Die Tagesmiete für ein Anfängerboard bei Oceanside liegt bei 20 Euro, für eine ganze Woche zahlst du etwa 100 Euro.

Gran Canaria Boarverleih Oceanside
Boardverleih bei Oceanside in Las Palmas

Auch im beliebten Touri-Ort Maspalomas ganz im Süden der Insel gibt es an der Strandpromenade östlich des Leuchtturms mehrere Surfschulen, die auch Surfboard-Rentals (Soft- und Hardboards) anbieten. Hier liegt die Tagesmiete für ein Softboard bei etwa 20 Euro. Für ein Hardboard werden sogar 30-35 Euro pro Tag abgerufen.

Anreise & Transfer vom Flughafen

Ein weiteres gutes Argument, warum du auf Gran Canaria surfen gehen solltest, sind die günstigen Flüge, die du am besten mit der Flugsuchmaschine Spyscanner findest. Mit etwas Glück zahlst du für deinen Hin- und Rückflug mit einem der diversen Billig-Airlines von Deutschland aus oft unter 200 €.

Die Buslinie 60 verbindet den etwa 20 Kilometer südlich gelegenen internationalen Flughafen stündlich mit Las Palmas, kostet 2,10 € pro Strecke und benötigt rund 40 Minuten. Für die Rückfahrt startet der Bus vom unterirdischen Busbahnhof am Park Santa Catalina.

Mietwagen & Straßennetz

In Las Palmas selbst, brauchst du keinen Mietwagen. Im Gegenteil, es gibt viel zu wenige Parkplätze. Weil die Insel aber größer ist als man denkt, kann es sich für längere Strecken durchaus lohnen, einen Mietwagen zu buchen.

Wenn du dir beim Vergleichen der Preise ein bisschen Mühe gibst, solltest du pro Woche nicht viel mehr als 100 € zahlen. Die beste Möglichkeit, um Mietpreise im Internet zu vergleichen, ist die Seite von billiger-mietwagen.de. In Hafennähe von Las Palmas gibt es aber auch diverse lokale Autovermieter, die im Internet nicht gelistet sind. Hier kann es sich lohnen, spontan vorbeizuschauen und nach günstigen Angeboten zu fragen.

Straße mit Blick aufs Meer auf Gran Canaria
Von Nord nach Süd in unter einer Stunde: Die Straßen auf Gran Canaria sind gut ausgebaut

Die südliche Hauptroute der Insel-Autobahn GC-1 (Autopista del Sur) führt von Las Palmas aus entlang der Ostküste am internationalen Flughafen vorbei bis zu Europas größter Dünenlandschaft von Maspalomas. Die Nordautobahn GC-2 führt von Las Palmas aus entlang der Nordküste bis nach Agaete. Über die GC-2 gelangst du auch zu den etwas entlegeneren Surfspots nördlich von Gáldar.

Öffentliche Busse & Taxis

Wenn du dir keinen eigenen Mietwagen leisten möchtest, kannst du dich auch recht easy mit den öffentlichen Linienbussen fortbewegen – den sogenannten Guaguas.

Als preiswerte Alternative kannst du damit fast jede Ortschaft auf der Insel erreichen. Auch die Surfboardmitnahme ist in den Bussen kein Problem. Alle Infos zum Streckennetz, Fahrpreisen und Fahrplänen findest du auf der offiziellen Seite von guaguasglobal.com

Guaguas in Las Palmas
Das öffentliche Bussystem auf Gran Canaria funktioniert erstaunlich zuverlässig

Neben den Guaguas sind auch die Taxis auf Gran Canaria deutlich günstiger als in Deutschland, eigenen sich aber trotzdem eher für die kürzeren Strecken innerhalb der Ortschaften.

Mit dem Segelboot über den großen Teich

Mit dem Puerto de la Luz, einer der wichtigsten Umschlaghäfen Europas, ist Las Palmas der absolute Hotspot für Atlantiküberquerungen.

Kreuzfahrtschiff im Hafen von Las Palmas
Kreuzfahrtschiff im Hafen von Las Palmas

Per Segelschiff oder Kreuzfahrtschiff kannst du dir teilweise sehr günstige Deals für die Überfahrt nach Brasilien oder in die Karibik sichern. Die Route führt oft über die Kapverden – auch kein schlechter Ort für Surfer. Bei Hand gegen Koje kannst du nachlesen, was es bei einer Atlantiküberquerung alles zu beachten gibt.

Günstige Unterkünfte für Surfer

Wenn du nicht in ein Surfcamp möchtest, sondern auf eigene Faust auf Gran Canaria surfen gehst, kann ich dir wie immer AirBnB empfehlen. Ich habe in Las Palmas über AirBnB eine schön Wohnung gefunden, die ich mir mit anderen Travellern teilen konnte.

Die Gastgeber hatten einige wertvolle Tipps auf Lager und weil es auf Gran Canaria auch unter den AirBnB-Vermietern jede Menge Surfer gibt, sind diese Tipps oft sehr hilfreich. Und du weißt ja, bei einem längeren Aufenthalt wird der Einstieg in die Surf-Szene durch lokale Kontakte deutlich einfacher.

Wenn du sogar für mehrere Monate auf Gran Canaria surfen willst, solltest du unbedingt einen Blick auf die Internet-Plattform Piso compartido für WG-Zimmer in Las Palmas werfen. Mit etwas Glück kannst du dir hier nämlich eine temporäre Unterkunft für 200-300 € pro Monat sichern. Damit liegst du deutlich unter den üblichen Übernachtungspreisen, die besonders in der Hauptsaison ziemlich gepfeffert sein können.

Co-Working Spaces

Wenn du zwischendurch arbeiten musst oder eine längere Surf-Workation planst, findest du in Las Palmas eine erstaunlich große Auswahl an Coworking-Spaces. Besonders empfehlenswert ist z. B. White Forest direkt am Surfspot La Cicer, mit starker Community und regelmäßigen Events. Gleichzeitig gilt die Stadt als einer der Hotspots für digitale Nomaden in Europa.

Fazit

Gran Canaria mit seiner Inselhauptstadt Las Palmas weckt bei mir Erinnerungen an Rio de Janeiro – die Kombination aus guten Wellen direkt am Stadtstrand, ganzjährig angenehm warmes Klima und kosmopolitisches Großstadtflair inklusive großem Straßen-Karneval im Februar und März ist in Europa in dieser Form wohl einmalig.

Gran Canaria Wald
Die grünen Bergregionen im Inneren der Insel laden zum Wandern ein

Auch landschaftlich ist Gran Canaria beeindruckend – die kleine Sahara im Süden, eine faszinierende Bergwelt, abgelegene Surfstrände, zahlreiche Stauseen, Kiefernwälder und schneebedeckte Gipfel im Winter. Hinzu kommen erstklassige Reefbreaks, viele gute wenn auch etwas überlaufene Peaks direkt am Stadtstrand und ein sehr lebendiges Nachtleben.

Straßen-Karneval in Las Palmas
Der Straßen-Karneval von Las Palmas geht über meherer Wochen

Wenn du an einem Donnerstagabend zur Tapas Night durch die engen Gassen der Altstadt tingelst, wirst du schnell das Gefühl haben, in Sevilla, Granada oder Barcelona unterwegs zu sein. Anders als auf Fuerteventura, wo der Massentourismus vielen Ortschaften bereits ihre Ursprünglichkeit geraubt hat, herrscht in Las Palmas nämlich noch das authentische Flair einer typisch spanischen Großstadt.

Was sind deine Spotempfehlungen für Gran Canaria? Oder kennst du vielleicht ein richtig gutes Surfcamp, das du weiterempfehlen kannst? Dann freue ich mich über deinen Kommentar!

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Ein Beitrag von

Julian

Ich bin Julian und seitdem ich Anfang 2015 mein Boardbag gepackt und meinen festen Job in Deutschland aufgegeben habe, ist Surfen mein Leben und der Ozean mein Zuhause. Mehr über Surfnomade erfährst du auf der über mich Seite.

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19 Gedanken zu „Auf Gran Canaria Surfen: Warum Las Palmas die heimliche Surfhauptstadt Europas ist“

  1. Wir haben eine Surfschule und ein Surfcamp auf Lanzarote (Kanaren) weniger als 100 Meter vom Strand von Famara entfernt, in einem wunderschönen Naturschutzgebiet. Drei große Surfhäuser mit privaten Zimmern nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Die Surfschule ist jeden Tag des Jahres für Anfänger und Fortgeschrittene geöffnet. https://calimasurf.com/de

    Antworten
  2. Hallo,

    Wir würden gerne Anfang Juli nach Gran Canaria Maspalomas und wollten fragen wie die Chancen auf Wellen für Anfänger stehen. Alternativ Penice Portugal, aber da sind die Wassertemperaturen frisch. Nachwuchs etwas empfindlich. Danke und LG Robert

    Antworten
  3. Hey Julian,
    Ich überlege dieses Jahr im März für ne Woche auf die kanaren zu fliegen. Bin jetzt schon mehrfach gesurft, manchmal fehlt aber noch die Konstanz. Würde deswegen auch gern nochmal in ein Camp. Welche Insel und welches Camp würdest du mir denn empfehlen?
    Gruß Carina

    Antworten
  4. Hi Julian,

    Wir sind am überlegen, ob wir jetzt in den kommenden zwei Wochen dem Lockdown entfiehen. Meine Freundin bodyboardet gerne, ist aber mehr oder weniger Anfängerin. Ich bin fortgeschrittener intermediate (eigenes Quiver, duckdives problemlos aber nicht perfekt, topturns mal hui aber meist pfui).

    Wir würden gerne an einem Ort, wo man gut surfen kann, aber auch von schöner Natur umgeben ist und wenige Touris sind. Hast du einen Tipp? Der wilde Westen hört sich toll an, aber vielleicht etwas zu ab vom Schuss? Oder gelangt man dort mit dem Auto trotzdem hin? Macht ja nix, wenn es Serpentinen sind.

    LG
    Migjen

    Antworten
  5. Wir würden gerne im August nach Gran Canaria fliegen um zu surfen. Hatten schon mal einen Kurs in Portogal – ich würde uns aber trotzdem eher als Anfänger einstufen- welches Ziel könntet ihr empfehlen? Sind im Süden auch surfbare Wellen im August , oder eher nicht?
    Lieben Dank für die Hilfe im voraus,
    Dagmar

    Antworten
    • Hallo Dagmar,

      der August zählt leider nicht gerade zu den besten Surfmonaten auf Gran Canaria. Du brauchst schon ziemlich viel Glück, um gute Wellen zu finden. Auf der Nordseite sind die Chnacen dafür noch am größten. Manchmal schafft es auch ein Südswell aus dem Südatlantik bis an die Südspots der Insel. Die Chancen dafür sind aber relativ niedrig.

      Viele Grüße
      Julian

      Antworten
  6. Hallo liebes Surfnomade-Team, ich möchte gern vor Weihnachten 4-5 Tage nach Gran Canaria reisen um dort in Ruhe zu arbeiten, Sonne zu genießen und jeden Tag surfen zu gehen. Ich bin sportlich und auf einem motivierten Anfänger-Level ich würde vielleicht eine Surflesson nehmen und ansonsten auf eigene Faust losziehen. Verleihen die Surfrentals dort auch Neoprenanzüge und hättest du eine Empfelung für eine Unterkunft? Gern mit viel Privatsphäre, für ein schmales Budget und ohne Mietwagen erreichbar. Ich habe die Befürchtung, dass dort nichts auf hat um diese Zeit. Ich freue mich sehr über Tipps! Viele Grüße, Rico

    Antworten
    • Hi Rico,

      bei den verschiedenen Surfrentals in Las Palmas kannst du problemlos Neoprenanzüge mieten.

      Eine private Unterkunft in Strandnähe findest du wohl am einfachsten über AirBnb. Wenn du in Las Palmas wohnst, brauchst du keinen Mietwagen, du kannst den Stadtstrand, an dem du auch gut surfen kannst, ganz easy zu Fuß erreichen.

      Hab eine gute Zeit!

      Alohas, Julian

      Antworten
  7. Hi! Ich reise mit eigenem Board (7’2“) an. Sind die Taxi darauf ausgerichtet oder kriege ich Probleme etwas am Flughafen zu finden, so mit Board, Koffer und Handgepäck… 🙂
    LG Caro

    Antworten
    • Hallo Caro,

      dein 7,2er müsste eigentlich auch in den Innenraum vom Taxi passen. Da dürfte kein Taxifahrer etwas dagegen haben. Ansonsten gibt es aber auch noch Überlandbusse, die genug Stauraum haben.

      Hoffe das hilft dir das schon mal weiter.
      Aloha, Julian

      Antworten
  8. Hallo Freunde.
    Ich werde in den kommenden Tagen in las palmas sein.

    War schon ein paar mal surfen, würde mich aber als Anfänger bezeichnen;)

    Hat jemand gute Spotempfehlungen für mich?

    Liebe Grüße.

    Antworten
    • Moin Titus,

      wie im Blogartikel beschrieben, ist der Beachbreak La Cicer für Anfänger am besten geeignet. Er befindet sich am westlichen Ende vom Stadtstrand und ist easy zu Fuß erreichbar. Direkt am Spot befinden sich mehrere Surfboard Rentals und Surfschulen. Du hast also die freie Auswahl.

      Alohas, Julian

      Antworten
  9. Hi Julian,
    da haben wir echt glück dass wir noch rechtzeitig deinen Blog gefunden haben. Nach Ende unseres Asien Aufenthalts im Dezember geht es direkt nach Gran Canaria. Wir wollten schon ewig mit dem Surfen anfangen, haben aber bislang einfach noch nicht den Richtigen Ort dafür gefunden. In Australien z.B. war es uns in vielen Surfschulen einfach zu überfüllt. Mit deinem Lobgesang über die Surfmöglichkeiten und den tollen Ecken dieser Insel treibst du unsere Vorfreude ganz schön nach oben !
    Danke dafür!!!

    Liebe Grüße
    Pia & Cris

    Antworten
  10. Kann das Atlantis Surfhostel in San Felipe nur empfehlen! Unterkunft ist sehr basic, aber die Kurse mit Nikki und Jose (auch auf deutsch) sind bei max 5 Teilnehmern top!

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    • …das darf es auch gerne weiterhin 😉

      Bei mir war es auch über Jahre so, dass es zum Surfen im Winter immer automatisch nach Fuerteventura oder Marokko ging. Gran Canaria hat auch nicht so viele schöne Strände wie Fuerte.

      Dafür ist das typisch kanarische Inselleben dort einfach viel bunter. Wer das mag, ist auf Gran Canaria besser aufgehoben – nicht mehr und nicht weniger 😉

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