Surf Forecast verstehen: Alles was du wissen musst, um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein

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Geschrieben von Julian

Du siehst im Forecast 1,5 Meter Wellenhöhe bei 8 Sekunden Periode und weißt trotzdem nicht, ob sich die Fahrt zum Spot lohnt?

Damit bist du nicht allein. Viele Surfer schauen auf die Zahlen, können aber nicht einschätzen, was sie für die Bedingungen im Wasser bedeuten.

Dabei ist einen Surf Forecast lesen viel einfacher, als es auf den ersten Blick aussieht. In diesem Guide zeige ich dir die wichtigsten Werte und wie du sie richtig interpretierst.

Tipp: Surf Forecasts lesen ist leichter, wenn dir jemand die Zusammenhänge direkt am Spot erklärt. In guten Surfcamps gehört die tägliche Analyse von Swell, Wind und Tide zum Programm. In meinem Surfcamp Portugal Vergleich findest du 15 Surfcamps, die ich selbst getestet habe.

Surf Forecast für die Reiseplanung nutzen

Um den Surf Forecast für die Festlegung deines nächsten Reiseziels zu nutzen, musst du dir zunächst einmal die richtigen Fragen stellen: In welchem Monat möchtest du reisen? Wie weit möchtest du fliegen oder doch lieber fahren? Wie warm soll das Wasser sein? Was ist dein bevorzugter Wellentyp, usw.?

Tipp: Die Surfing Worldwide Map kann dir für deine Reiseplanung gute Anhaltspunkte liefern.

Unterschiede zwischen Wind-Swell und Ground-Swell

Um einen Surf Forecast richtig zu lesen, solltest du den Unterschied zwischen Wind Swell und Ground Swell kennen.

Wellen entstehen durch Wind. Dabei spielen vor allem Windstärke, Winddauer und die Strecke, über die der Wind über das Wasser weht (Fetch), eine Rolle. Sobald die Wellen ihr Entstehungsgebiet verlassen und nicht mehr direkt vom Wind beeinflusst werden, spricht man von einem Ground Swell.

Ein cleaner Ground-Swell trifft auf die Küste von Hossegor, Frankreich

Ground Swells haben meist eine längere Periode und mehr Zeit, sich zu ordnen. Deshalb treffen sie oft sauberer und strukturierter auf die Küste als Wind Swells.

Wind Swells entstehen dagegen in Küstennähe. Die Wellen haben weniger Zeit, sich zu formieren, kommen häufig mit kürzerer Periode an und wirken oft unruhiger und chaotischer.

Typischer Wind-Swell an der Ostsee

Ein wichtiger Unterschied zeigt sich auch im Line-up: Ground Swells laufen meist in klar erkennbaren Sets an, zwischen denen kurze Pausen liegen. Wind Swells brechen dagegen oft in schneller Folge und lassen dir weniger Zeit zum Paddeln oder Positionieren.

Vereinfacht gilt: Je länger die Periode, desto geordneter und meist auch kraftvoller ist der Swell. Deshalb freuen sich viele Surfer über Perioden von 10 Sekunden oder mehr.

Kräftiger Wind-Swell in Sardinien

Allerdings bedeutet eine hohe Periode nicht automatisch bessere Bedingungen. In Regionen wie der Ostsee, dem Mittelmeer oder vielen Teilen der Karibik entstehen die besten Wellen oft bei deutlich kürzeren Perioden, weil das jeweilige Gewässer nicht groß genug ist, um lange Ground Swells aufzubauen.

Ein Freak Set räumt auf

Kurz gesagt: Ein sauberer Ground Swell ist oft das, was Surfer sich wünschen. Entscheidend ist aber immer, wie gut der Swell zum jeweiligen Spot passt.

Wellenperiode schnell einordnen

Zahlen lesen kann jeder aber was bedeutet eine Periode von 9 Sekunden wirklich für deine Session? Hier die Faustregel, die ich mir gemerkt habe:

PeriodeSwell-TypWas dich erwartet
unter 7 Sek.Wind-SwellChaotische, kurze Wellen. Schwer zu lesen, wenig Power.
8–10 Sek.ÜbergangSolide Bedingungen für Anfänger und Intermediates.
10–14 Sek.Ground-SwellKraftvolle, saubere Wellen. Das, was die meisten Spots zum Leben erweckt.
14+ Sek.Langer Ground-SwellViel Energie. Sets werden seltener ab dafür größer. Gefahr on Freak-Sets.

Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: Mehr Periode ist nicht automatisch besser. Viele Beachbreaks in Europa laufen bei 9 bis 11 Sekunden am besten.

Ab 14 Sekunden kommt oft so viel Energie im Swell an, dass die Wellen als Close-Out brechen. Die gesamte Welle klappt dann auf einmal zusammen statt eine saubere Schulter zum Surfen zu bieten. Gerade für Anfänger und Intermediates ist das meist deutlich schwieriger.

Mein Tipp: Frag an neuen Spots die Coaches eines lokalen Surfcamps. Sie wissen meist genau, bei welcher Periode der Spot seine besten Bedingungen bietet.

Swellrichtung und ihr Einfluss auf die Wellenhöhe

Die Größe der Dünungswelle (Swell-Höhe) ist nicht automatisch auch die Größe der Brandungswelle. So gibt uns die Swellhöhe zwar Auskunft über die Höhe der Wellen auf dem offenen Meer, die sich aber in der Regel ändert, sobald sie an die Küste rollen. Doch wie genau sie sich ändern, ist der Knackpunkt einer jeden Wellenvorhersage.

Hier werden die meisten Surfer zu Glaskugel-Lesern. Je erfahrener sie sind und je genauer sie sich in einer Surfregion auskennen, umso weniger milchig wird ihre Kugel. Denn je nach Untergrund und Ausrichtung der Surfspots, wird die Höhe der einzelnen Wellen entweder nach oben oder nach unten gedrückt.

Vereinfach gesagt: Je frontaler der Swell aufs Land trifft, desto größer werden die Wellen. Oder andersherum: Je indirekter der Swell auf den Spot trifft, desto kleiner sind die Wellen.

Tipp: Bei kleinem Swell nach exponierten Spots und bei großem Swell nach geschützten Buchten, oder nach Stränden mit abgewandter Ausrichtung suchen.

Die Gegend von Imsouane in Marokko ist ein super Beispiel, um für Swell-Größe und Richtung beim Surf Forecast ein gutes Gefühl zu kriegen.

Cathedral und Magic Bay in Imsouane, Marokko

Der Spot auf der oberen Bildmitte heißt Cathedral – eine Welle, die bei kleinem Swell am besten gesurft werden kann. Die typischen Winterswell kommen hier aus Nord- bis Nordwest, wobei die Bucht von Cathedral komplett nach Westen hin ausgerichtet ist.

Die NNW-Swells sind somit schon leicht abgeschwächt und die Wellen sind kleiner als beispielsweise in Tamri, das sich keine 20 km Luftlinie südlich von Imsouane befindet und komplett nach Nordwesten hin geöffnet ist.

Die untere, auch als Magic Bay bekannte Bucht im Bild, ist sogar nach Südwesten hin ausgerichtet. Das bedeutet, dass sich die Wellen hier erstmal um die Landzunge rumbiegen müssen, bevor sie an Land treffen. Sie werden dadurch zwar geordnet, verlieren aber auch an Kraft und Größe.

Also kann ein Nordwest-Swell mit 12 Sekunden und 2 Fuß Höhe in Tamri immer noch schulterhohe Wellen hervorzaubern, während bei Cathedral nur noch kniehohe Wellen reinrollen und es in der Magic Bay flach ist wie am Baggersee.

Kommt aber ein Swell mit mehr als drei bis vier Fuß, ist es in Tamri schon nicht mehr so gut zum Surfen. Bei einem richtig schönen Winterswell, sagen wir mal 12-15 Fuß Größe bei 15 Sekunden Periode wird Cathedral auch richtig groß und powervoll. Dann sind die Wellen hier sicherlich gut überkopfhoch.

Wenn du jedoch in der Magic Bay surfen willst, sieht es komplett anders aus: Ganz vorne am Anfang der Bucht, wo die Welle zu brechen beginnt, sind sie zwar auch noch groß, haben aber schon einiges von ihrer Energie eingebüßt. Danach rollen sie nur noch friedlich in die Bucht hinein. Die gesamte Energie eines nordatlantischen Wintersturms trifft zwar auf die Küste, wird durch die erzwungene Richtungsänderung aber sehr viel harmloser.

Einfluss der Tide

Auch die Tide, also die aus Ebbe und Flut bestehenden Gezeiten, ist oftmals sehr entscheidend für die Qualität der Surfbedingungen.

Wellen brauchen ein gewisses Verhältnis zwischen Wellenhöhe und Wassertiefe um zu brechen. Das heißt für dich, dass bei einem gleichmäßig ansteigenden küstennahen Untergrund die Tide kaum eine Rolle spielt und du praktisch den ganzen Tag bei gleichbleibenden Bedingungen surfen kannst.

Allerdings ist das selten der Fall. Normalerweise wird der Untergrund relativ plötzlich seicht(er), entweder durch Sandbänke, Riffe oder Felsplatten. Je abrupter das Wasser tiefer wird, umso steiler und kraftvoller bricht die Welle. Somit kann es sein, dass bei Flut gar nichts bricht. Sobald aber genügend Wasser abgelaufen ist, du eine perfekte Welle vor dir hast. Oder natürlich auch genau andersrum.

Wenn du vorhast, einen Strandtag zu machen und einfach zu surfen sobald die Wellen gut sind, ist das relativ unwichtig für dich. Aber wenn du extra wo hinfährst, oder deine Surf Session richtig timen willst, solltest du wissen, welche Tide für den jeweilligen Spot am besten ist.

Die meisten Surfguides, wie etwa der Surfguide Portugal, geben dir auch diese Info mit. Allerdings musst du oftmals auch dann noch herrausfinden, welche Wellenform am besten zu dir und deinen Surfskills passt. Wenn bei Low Tide die Welle von Anfang bis zum Schluss als dicke Barrel bricht, wird das von sehr guten Surfern als bester Wasserstand angesehen. Aber vielleicht bevorzugst du die Welle ja bei High Tide, wenn sie sich langsam und mellow am Riff entlangschält.

Einfluss lokaler Winde

Auf offenem Meer ist der Wind für die Entstehung der Wellen verantwortlich. Auch auf der langen Reise bis zur Küste, kann er noch hilfreich sein. Und selbst wenn der Swell sich dann in Brandungswellen verwandelt, ist er noch mitverantwortlich für ihre Form.

Oftmals ist es zum Surfen optimal, wenn es praktisch windstill und die Wasseroberfläche spiegelglatt ist. Aber auch ablandiger Wind, Off Shore genannt, hat seine Vorteile. Weil der Off Shore Wind frontal gegen die sich aufstellende Welle bläst, hindert er sie daran sofort zu brechen. Dadurch wird die Welle größer und steiler bevor sie das Kräftemessen gegen den Wind schlussendlich doch gewinnt.

Perfekte Wellen mit Off Shore Wind in Portugal

Off Shore Winde, wie du sie häufig im Herbst in Portugal findest, sind oftmals für perfekte Barrels verantwortlich und werden somit beim abendlichen Fachsimpeln stets erwartungsvoll erwähnt.

Aber auch wenn du dir die Wellen einfach nur ansieht, macht der Off Shore Wind doch einen guten Job. Dank ihm werden feine Wasserteilchen beim Brechen der Wellen nach draußen geblasen und es entsteht ein wunderschöner Spray, indem sich bei Sonnenschein sogar manchmal ein kleiner Regenbogen bildet. So ist beispielsweise Off Shore Wind bei Sonnenaufgang eines der schönsten Dinge, die man sich wünschen kann.

Perfekte Surfbedingungen mit sanftem Off Shore Wind entstehen oft, wenn die Landmassen kälter sind als das Meer. Dadurch steigt die wärmere Luft über dem Wasser auf und der so entstandene Unterdruck saugt quasi die Luft vom kalten Land heran.

Das ist beispielsweise oft der Fall am frühen Morgen und bei der Abenddämmerung. Die Landmassen wie die riesigen Sandstrände in Frankreich kühlen schneller ab als das Meer, sodass du vor allem früh morgens und spät abends in den Genuss dieses Phänomens kommen kannst.

Sobald die Sonne aber vom Himmel brennt und das Land wieder wärmer wird, kehrt sich das ganze Spiel ins Gegenteil um und der Wind weht plötzlich wieder vom Meer, auch On Shore Wind genannt.

Dadurch werden die Wellen flachgedrückt und brechen früher und “weicher”. Soll heißen, dass der oberste Teil der Welle sich nicht abrupt und mit voller Wucht nach vorne wirft, sondern von oben langsamer herunterbröckelt.

Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass die Wellen deshalb nicht gut sind, sie brechen einfach nur anders. Gewisse Wellen machen unglaublich viel Spaß mit On Shore Wind und um neue Manöver wie einen Floater oder einen Re-entry zu lernen, kann auflandiger Wind manchmal sogar richtig hilfreich sein.

Die besten Surf Forecast Apps im Überblick

Es gibt einige gute Apps und Webseiten für Wellenvorhersagen. Die drei Tools, die ich regelmäßig nutze, sind Surfline, Surf-Forecast.com und Windguru.

Jede hat ihre eigenen Stärken und die meisten Surfer bleiben irgendwann bei der App hängen, mit der sie am besten zurechtkommen.

App/WebsiteStärkenAm besten für
SurflineSpot-spezifische Vorhersagen, Webcams, integrierter Spot Guide, Bedingungsbewertung (FAIR / GOOD / EPIC)Anfänger, Surfer die einen neuen Spot erkunden
Surf-Forecast.comWave Energy Anzeige (kJ), Sterne-Bewertung bis 10, weltweite Abdeckung, detaillierte Wind- und SwelldatenIntermediates und Fortgeschrittene, globale Reisen
WindguruBesonders genaue WinddatenWenn der Wind der entscheidende Faktor ist

Für den Einstieg empfehle ich Surfline. Die App liefert eine schnelle Einschätzung der Bedingungen mit Bewertungen wie FAIR, GOOD oder EPIC und zeigt die wichtigsten Forecast Daten übersichtlich an.

Wenn du Forecasts genauer analysieren oder neue Spots auf Reisen einschätzen möchtest, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Surf-Forecast.com. Besonders hilfreich finde ich dort die Wave Energy Anzeige und die Sternebewertung. Beide helfen dabei, die tatsächliche Kraft eines Swells und die Qualität der Wellen besser einzuordnen.

Ein wichtiger Hinweis: Kein Surf Forecast ist perfekt. Die verschiedenen Anbieter greifen oft auf ähnliche Wettermodelle zurück, interpretieren die Daten aber teilweise unterschiedlich.

Stimmen Surfline und Surf-Forecast.com bei einer guten Vorhersage überein, ist das meist ein gutes Zeichen. Weichen die Prognosen deutlich voneinander ab, lohnt sich ein zweiter Blick, bevor du für eine Session mehrere Stunden ins Auto steigst.

Surf Forecast lesen mit Surfline

Genug Theorie. Schauen wir uns jetzt an, wie die wichtigsten Werte in einem echten Surf Forecast aussehen. Als Beispiel dient der Spot Zavial in Portugal.

Rechts neben dem Forecast findest du unter „Ideal Surf Conditions“ die Bedingungen, bei denen der Spot in der Regel am besten funktioniert. Diese Angaben sind nicht immer perfekt, bieten aber eine gute Orientierung, wenn du einen neuen Surfspot einschätzen möchtest.

Spot Guide für Zavial, Portugal
Spot Guide für Zavial, Portugal Quelle: Surfline.com

Das erste Symbol zeigt dir die optimale Swell-Richtung an. In diesem Fall also ein Swell aus Südwest bis Nordwest. Die anderen Symbole stehen für die bevorzugte Windrichtung (Off Shore Wind), die beste Swell-Größe und die beste Tide.

Surf Forecast für Zavial, Quelle:
Surf Forecast für Zavial, Quelle: Surfline.com

Dieses Beispiel zeigt den Surf Forecast von Surfline für den 11.6.2026. In der ersten Spalte „Surf“ siehts du die vorhergesagte Wellenhöhe am Strand von Zavial (Brandung).

Der Primary Swell (Haupt-Swell) zeigt dir den Swell mit der größten Wellenhöhe an. Der Secondary Swell (Zweit-Swell) sowie der Dritte zeigen dir an, was sonst noch so auf dem Ozean unterwegs ist. In der nächsten Spalte wird dir die Richtung und Stärke des Windes angezeigt.

Surf Forecast lesen mit surf-forecast.com

Neben Surfline nutze ich regelmäßig auch Surf-Forecast.com. Da beide Dienste auf ähnlichen Wettermodellen basieren, fallen die Vorhersagen oft vergleichbar aus.

Surf-Forecast.com bietet aber einige zusätzliche Informationen, die besonders an neuen Spots hilfreich sein können. Dazu gehört vor allem die sogenannte Wave Energy. Sie kombiniert Swellhöhe und Periode zu einem Wert und hilft dir dabei, die tatsächliche Kraft eines Swells besser einzuschätzen.

Surf Forecast für Zavial, Quelle: Surf-forecast.com
Surf Forecast für Cordoama, Quelle: Surf-forecast.com

Auf der linken Grafik mit dem Surf Forecast für Zavial siehst du, dass die Wellenenergie für beide Haupt-Swells mit lediglich 88 bzw. 27 Kilo Joules berechnet wird, während für das an der portugiesischen Westküste gelegene Cordoama zur gleichen Zeit ca. 700 Kilo Joules zu erwarten sind.

Auch wenn diese Zahlen für dich am Anfang wohl so gut wie keine Aussagekraft haben, wirst du mit der Zeit immer besser einschätzen können, bei welcher Wellenenergie für dein Surflevel die besten Surfbedingungen zu erwarten sind.

Häufige Fehler beim Surf Forecast lesen

Jeder macht am Anfang ähnliche Fehler beim Lesen und Interpretieren eines Forecast. Hier sind die drei, die ich immer wieder sehe:

Fehler 1: Nur auf die Wellenhöhe schauen

Die Höhe im Surf Forecast beschreibt den Swell auf dem offenen Meer und nicht die Wellen, die direkt am Spot brechen. Je nach Ausrichtung des Strandes, Swell-Richtung und Untergrund können die Bedingungen vor Ort völlig anders aussehen.

Ich habe schon Tage mit zwei Metern Swell erlebt, an denen die Wellen kaum surfbar waren. Und andere Vorhersagen mit weniger als einem Meter, die richtig gute Sessions geliefert haben.

Fehler 2: Zu weit in die Zukunft planen

Bei Surf Forecasts ist es ähnlich, wie bei der Wettervorhersage. Sie werden mit jedem Tag in der Zukunft ungenauer. Während die Swell-Prognose oft etwa drei Tage im Voraus recht zuverlässig ist, kann sich vor allem der Wind kurzfristig noch deutlich ändern.

Deshalb schaue ich mir den Forecast immer noch einmal am Abend vor der Session an, selbst wenn ich ihn schon Tage vorher geprüft habe.

Fehler 3: Den Spot nicht mitdenken

Ein Surf Forecast zeigt dir ziemlich genau die berechneten Bedingungen auf dem offenen Meer. Er sagt dir aber nur begrenzt, wie ein bestimmter Spot darauf reagiert.

Das gilt vor allem dann, wenn der Swell nicht direkt im 90-Grad-Winkel auf eine gerade Küste trifft, sondern mit einem spitzeren Winkel und vorgelagerten Landzungen, Inseln oder sonstigen Hindernissen, die die Swell-Energie abschwächen oder sogar verstärken (Stichwort: Refraktion in Nazaré).

Hinzu kommen diverse lokale Dynamiken: Sandbänke verändern sich, manche Riffe funktionieren nur bei bestimmten Gezeiten und viele Spots brauchen eine ganz bestimmte Kombination aus Swell, Wind und Tide. Genau deshalb ist lokales Wissen so wertvoll!

Wenn du an einem neuen Spot surfst, lohnt es sich, erst ein paar Minuten vom Strand aus zu beobachten und mit anderen Surfern ins Gespräch zu kommen, bevor du ins Wasser gehst. Am besten aber, buchst du ein Surf Guiding bei einer lokalen Surfschule.

Surfer beim Surfcheck in Ericeira
Übung macht den Meister: Surfer beim Surfcheck in Ericeira in Portugal

Wenn du Forecasts wirklich verstehen willst, schau dir zwei Wochen lang jeden Tag die Vorhersage für deinen Homespot an – auch dann, wenn du nicht surfst.

Überlege dir, welche Bedingungen du erwartest, und vergleiche sie später mit der Realität. So erkennst du schnell Muster und bekommst ein Gefühl dafür, wie dein Spot auf verschiedene Swells, Windrichtungen und Gezeiten reagiert.

Genau dieses Verständnis macht den Unterschied zwischen jemandem, der Zahlen abliest, und jemandem, der einen Forecast wirklich einschätzen kann.

Tipp: Wohnst du nicht direkt am Meer, helfen Surf-Webcams. Damit kannst du Forecast und tatsächliche Bedingungen auch aus der Ferne vergleichen und dein Verständnis für Surf Forecasts kontinuierlich verbessern.

Fazit

Einen Surf Forecast zu lesen ist einfacher, als es am Anfang wirkt. Verstehst du Periode, Swell-Richtung und Wind, kannst du die Bedingungen für die meisten Sessions schon ziemlich gut einschätzen.

Der Rest ist Übung: Forecast anschauen, Bedingungen beobachten, Muster erkennen. Am schnellsten lernst du das in einem guten Surfcamp. Dort erklären die Surflehrer täglich den aktuellen Surf Forecast und entscheiden, welcher Spot am besten läuft.

Falls du noch ein passendes Surfcamp suchst, findest du in meinem Surfcamp Portugal Vergleich insgesamt 15 empfehlenswerte Camps, die ich selbst getestet habe.

Hast du noch Fragen zum Thema Surf Forecast? Dann schreibe sie einfach in die Kommentare und wir versuchen zu helfen.

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Ein Beitrag von

Julian

Ich bin Julian und seitdem ich Anfang 2015 mein Boardbag gepackt und meinen festen Job in Deutschland aufgegeben habe, ist Surfen mein Leben und der Ozean mein Zuhause. Mehr über Surfnomade erfährst du auf der über mich Seite.

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