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03 September 2017

BEYOND TAGHAZOUT: EINE SURFREISE DURCH SÜDMAROKKO UND DIE WESTSAHARA

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Gastbeitrag von Andreas Jaritz

Mein Name ist Andreas. Ich bin einer der Macher des Surf Movies Beyond – An African Surf Documentary. Wenn man so will, die Fortsetzung der erfolgreichen europäischen Surf Dokumentation The Old, the Young & the Sea.

​Dieser Surf Film endete bekanntlich in Portugal. In Beyond nehmen wir die Reiseroute wieder auf. Diesmal sind wir im Norden von Marokko gestartet, die Menschen und den Surf von ganz Marokko besucht, die Westsahara und ihre Surfgeschichten erkundet sowie auch viel Surf und interessante Menschen in Mauretanien angetroffen. 

Die dreimonatige Drehreise endete schließlich im Senegal, dem aus dem legendären Surffilm The Endless Summer bekannten Land. Da wir auf unseren eigenen Surftrips immer erstaunt waren, auf welch großartige Geschichten und Menschen man trifft, ganz egal, ob diese in direkter Verbindung mit dem Surfen stehen oder nicht, war immer klar, dass auch unsere Surffilm Arbeit in diese Richtung gehen sollte:

Wellen entdecken, mit Locals und Reisenden ins Gespräch kommen und von ihren Geschichten lernen.

​​Ein Trip nach Marokko – fühlt sich fast schon wie ein Besuch des Hausbergs oder ein Stopp am Ausflugsziel am Stadtrand an.

Taghazout, das Surfmekka des nördlichen Marokkos und überhaupt von Nordafrika ist von den meisten Europäischen Städten aus in weniger als 4h erreichbar. Natürlich, es gibt hier sicke Spots, die sich fast lückenlos auf 15km Länge aneinanderreihen.

In, nördlich und südlich des kleinen Küstenstädtchens sitzen mittlerweile aber auch die Surfer Schulterreibend aneinander in den Line-Ups.

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Keine Lust auf die Taghazout Crowds? (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

​Irgendwie auch klar, so nah an Europa, nur 45 Minuten mit dem Taxi vom Flughafen in Agadir entfernt, ein easy Surftrip, die „Care free Variante“ sozusagen. Ist auch gut so. Surfen als einfach konsumierbare Delikatesse.

​All diejenigen, die jedoch fiebrig werden, wenn sie auf der Landkarte mit dem Finger über Taghazout hinwegwischen und vor Aufregung zittrig weiter Richtung Süden die Fühler ausstrecken sei bescheinigt:

Südlich des Taghazout Meridians warten sie auf euch: Die Vorfreude auf die nächste unentdeckte Bucht, das Geschrei, wenn die perfekte Welle clean und ungesurft über das Riff rollt.

Wer der Landkarte und dem Entdeckungsdurst gen Süden folgt, findet den Saft, der den trockenen Surfer-Lippen wieder ihre Geschmeidigkeit zurückgibt.

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Schlechtes Wetter und kein Swell. Na dann ab in den Süden. Foto by Judith Recher / Lupi Spuma

​Mit einem Satz: Eine Reise in den Süden Marokkos und darüber hinaus lohnt sich, weil dort das Surf Abenteuer wartet. Oder anders gesagt: Wenn Taghazout mal wieder im Swellschatten dahinvegetiert, dann sei ​dir ein Ausritt in den Süden wärmstens ans Herz gelegt.

Was erwartet ​dich eigentlich südlich von Taghazout?

Was erwartet einen eigentlich südlich von Taghazout?

Jedenfalls eine 1.200 km lange Surf Entdeckungsreise mit Unmengen an leeren Surfspots und unentdeckte Wellen.

Endloses Potential von Agadir bis nach Tarfaya, Marokkos südlichster Stadt oder – wer es wirklich wissen will – weiter bis nach Dakhla in der Westsahara, dem südlichsten Zipfel des Marokkanischen Reiches (die Westsahara wurde in den 1970er Jahren von Marokko annektiert und steht seitdem unter Marokkanischer Verwaltung).

​Generell gilt: Die Hauptstraße, die alle Orte verbindet, lässt sich sehr gut bereisen. Sie ist hervorragend ausgebaut, es gibt auf der gesamten Strecke zahlreiche Tankstellen und in den wenigen Orten gute Infrastruktur. Zwischen den Orten kann dann aber auch einmal 200 Kilometer nichts sein.

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Die Küste in Südmarokko. Endloses Potential (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

Wichtige Reisetipps für Surftrips in den Süden Marokkos

​Auf der Südroute in Marokko passiert man unzählige Polizei- und Militärkontrollen. Grundsätzlich nichts, wovor man sich fürchten muss. Die Beamten sind sehr freundlich zu reisenden Ausländern und bestechen mussten wir in Marokko niemanden mehr.

Es empfiehlt sich Listen mit den wichtigsten Personendaten aller Roadtripper sowie der Fahrzeuge vorzubereiten. Und auch jede Menge Ausdrucke von Passkopien.

An jeder Kontrolle werden alle Fahrzeug- und Personendaten aufgenommen. Man erspart sich und den Beamten viel Zeit, wenn man ihnen alles vorbereitet übergeben kann.

Generell gilt: Immer schön Low-Key unterwegs sein, um Alkohol und Haschisch eher einen Bogen herum machen. Der Süden Marokkos hat zwar in den letzten Jahren aufgeholt, aber man ist nicht im europäisch geprägten Taghazout.

Empfehlenswert ist auch ein Leihwagen mit Allrad, da viele Stichstraßen zu den Spots steinig, sandig oder überhaupt durch Wüstensand führen. Du solltest dich daher vorab auch ein wenig einlesen, wie du auf Wüstensand fährst, was du bei Fahrten in Wüstengelände beachten solltest, usw. 

Eine großartige Erfahrung machst du, wenn du für die Reise einen lokalen Guide engagierst, der dich begleitet. Wir haben auf der Beyond Surf Movie Drehreise unter anderem sehr gute Erfahrungen mit Kis Kis vom Camino Surfcamp sowie mit dem Taghazout Local Ayoub Abouizza gemacht.

Ayoub ist ein angenehmer, cooler und sehr verlässlicher Begleiter, der auch filmt und fotografiert, wenn alle anderen im Line-Up sind. Außerdem bringt Ayoub dir Marokko näher wie kein anderer, kennt viele Spots und hat auch überall im Land Bekannte, die dir weiterhelfen können.

Und wenn es mal irgendwo Schwierigkeiten ​geben sollte, hast ​du einen Guide an deiner Seite, der die meisten Probleme charmant und mit einem Lächeln lösen kann.

Südlich von Agadir: Surfspots, Anreise und gut zu wissen

Schnell und einfach kommt man mit einem Mietwagen in die erste Surfregion südlich von Agadir - die Zone Aglou und Mirleft.

Aglou ​& Mirleft​

Aglou liegt etwa 2h südlich von Agadir. Mirleft, hat den Ruf eines charmanten Hippy Dorfes (es heißt der gute Jimmy Hendrix habe sich dort seine Joints gedreht) und mehrere brauchbare Beachbreaks, die ordentlich Power haben.

Wer seinem Wellenradar folgt (oder die Locals beobachtet), wird herausfinden, dass man am Atlantik zugewandtem Ortsrand nur mal die 200 Meter von der Straße bis zu den Klippen laufen muss... Peng, da gibt’s ein paar richtig gute Spots!

​Aglou habe ich etwas weniger charmant in Erinnerung, dafür hat man recht einfach Zugang zu einigen Wellenvarianten vom Beachbreak bis zum Riff.

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Leider wenig Swell auf unserer Durchreise in Aglou (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

Legzira

Nur 30 Minuten südlich von Mirleft gibt’s ne richtige Perle von Spot. Legzira Beach. Mittlerweile gibt es direkt unter den Klippen Unterkünfte und etwas zurückverlagert an der Zufahrtstraße auch ein kleines Appartmentdorf. Dieses tut diesem wunderbaren Strand aber nicht weh.

Legzira hat was von einem Magic Spot. Die Welle (es gibt mehrere Sandbänke bzw. zahlreiche Breaks) kann top sein, wenn der Swell nicht zu groß ist und der Nordwind bleibt, wo der Pfeffer wächst.

Als wir während der Beyond Surf Movie Dreharbeiten im nahen Sidi Ifni wohnten, konnten wir dort eine epische Session in Sichtweite der legendären Sandsteinbögen genießen. Headcount im Wasser (wir waren drehbedingt etwas früh mit Oktober): Drei (unsere Crew).

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Am Strand von Legzira mit Fotograf und Guide Ayoub. (Foto: Andreas Jaritz)

Sidi Ifni

Gleich neben Legzira liegt das von Kolonialbauten geprägte Städtchen Sidi Ifni. Ein paar nette Teehäuser, brauchbare Unterkünfte und mehrere Breaks in Gehweite warten dort auf euch.

Sidi Ifni ist auch Heimat des Camino Surf Camp, einem österreichischen Surfcamp, das ihr vielleicht aus Galizien kennt und das ich guten Gewissens empfehlen kann.

Sidi Ifni hat eine sehr gute Infrastruktur, Wellen für alle Könnerstufen und durch die Nähe zu Legzira einen zusätzlichen Pluspunkt. Sidi Ifni, eine willkommene Abwechslung zu Taghazout.

Südlich von Sidi Ifni – jetzt beginnt das Abenteuer

Boats Point, Desert Point und Plache Blanche (White Beach). Klangvolle Namen, die vieles Versprechen: Leere Line-Ups, großartiger Surf und nicht ganz leicht zu finden. Welcome to 4WD Marokko.

Will man im südlichen Marokko endlosen Spaß haben, sollte man den Allrad unterm Hintern haben. Sonst wird das wohl nichts. Ich selbst hab von diesem Abschnitt nur Gerüchte gehört.

Plache Blanche soll ein 50 Kilometer langer Strandabschnitt sein, der gespickt ist von richtig guten Surfspots. Desert und Boats Point galten lange Zeit als legendäre Secret Spots, weil sie schwer zu finden sind. Beide Spots sind nach Nordwest ausgerichtet und daher oft Onshore.

Wer sich nicht sicher ist, ob er/sie auf eigene Faust den Süden erkunden will, kann sich zum Beispiel bei Sahara Surf, einem auf Surf Touren spezialisierten Anbieter, einer Tour anschließen. Ich selbst habe das noch nie probiert, aber Leute, die das gemacht haben, meinten, es wäre der Hammer gewesen.

Tan Tan Plage (El Ouatia)

Munter geht es weiter auf dem Wüstenhighway nach Tan Tan Plage (ca. 3,5 Autostunden von Sidi Ifni entfernt. In Tan Tan Plage gibt es eine super nette lokale Surf Crew, die sich immer sehr über Reisende Surfer freut, bei der Unterkunftssuche hilft sowie Spot Checks macht und euch zu Spots bringen kann, die man als Gast sonst sicher nicht finden würde.

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Spot check in der Nähe von Tan Tan Plage. Felix und Andy sind sich nicht ganz sicher an diesem Tag. (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

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Tan Tan Plage gefunden. (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

Tan Tan Plage selbst hat am Hauptstrand einen Beachbreak sowie einen Righthand Reefbreak mit Schmackes, der bei Low Tide auf der Inside recht shallow werden aber auf der Schulter sehr lange Rides zulässt.

Um Tan Tan Plage gibt es sowohl Richtung Süden wie auch Richtung Norden unzählige rechts- und sogar auch linkslaufende Wellen, viele davon Pointbreaks und Riffe für Fortgeschrittene.

Während der Dreharbeiten haben wir im Ort selbst und Richtung Süden an einem Hammer Spot gesurft. An einigen Tagen hatten wir keinen Swell, die Locals haben uns aber einige Spots gezeigt, an denen man das Potential gut erkennen konnte.

Reef Booties sollte man mitbringen, da es an vielen der Riffe auch Seeigel gibt und der Ein- und Ausstieg bei den Spots öfters über Steine oder Riff führt. Tan Tan Plage ist kein besonders reizvoller Ort wenngleich auch hier eine besondere Wüstenstadtaura den Ort umgibt.

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Am Hausstrand von Tan Tan. Gerade noch keine volle Hose bei Andy. (Foto: Ayoub Abouizza)

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Abschlussfoto mit den Locals von Tan Tan Plage. Großartige Crew. (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

Tarfaya – Im Land des kleinen Prinzen

Ungefähr drei Autostunden entfernt von Tan Tan Plage liegt Tarfaya. Durchaus ein reizvoller Ort ist das Wüstenstädtchen vor allem durch den Poeten Antoine de Saint-Exupéry – dem Schöpfer des kleinen Prinzen – bekannt.

Exupèry war Pilot und flog im Auftrag der französischen Arme die Post und soll seine Inspiration für das Buch unter anderem in Tarfaya gefunden haben. Man darf sich vom Ort nicht zu viel erwarten, aber es gibt ausreichend Unterkünfte, einfache Restaurants, Teehäuser und Läden.

Als wir Tarfaya besuchten war eine Schmucke Strandpromenade in Bau. Direkt am Strand vor der berühmten Casa Mar soll auch ein Surfclub entstehen. Bis vor wenigen Jahren gab es eine Fährenverbindung von der nahen Kanaren Insel Fuerteventura, die zahlreiche Touristen und damit auch etwas Geld in den Ort brachte.

Die Fähre lief jedoch knapp außerhalb der Stadt (aber direkt bei einem Surfspot) auf Grund. Seitdem sieht man keine ausländischen Touristen mehr dort. Die Locals hoffen aber, dass der versprochene Fährenbetrieb bald wieder aufgenommen wird.

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Tarfaya Surf Setup Nr. 1 (Foto: Andreas Jaritz)

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Tarfaya Surf Setup Nr. 2 (Foto: Andreas Jaritz)

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Tarfaya Surf Setup Nr. 3 (Foto: Andreas Jaritz)

Surfen in und rund um Tarfaya

Tarfaya selbst hat einen durchschnittlichen Beachbreak (Casa Mar) wobei manchmal entlang der Mole eine punchy Wedge entsteht, die ordentlich Barrels mit im Reisegepäck hat. Während der Beyond Dreharbeiten haben wir mit den Locals die Strände bzw. Spots südlich von Tarfaya gecheckt.

Besonders herausragend aufgrund des Setups ist der Spot am Schiffswrack. Die Welle kommt aus dem tiefen Wasser direkt hinter dem Schiff, teilt sich und schließt sich am Bug wieder, wobei linke und rechtslaufende Wellen entstehen. Etwas sketchy aber ein unglaubliches Erlebnis.

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Sunsetter in der Wüste. (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

Ein paar Minuten Autofahrt weiter südlich vom Schiffswrack gibt es mehrere Righthand Pointbreak Setups, die etwas abseits der Straße liegen und von dieser aus nicht immer gleich zu sehen sind.

Yoyo, der erste Spot nach dem Schiffswrack, ist eine Righthander, der nahe entlang der Felsen läuft aber auf Sand bzw. einer Sandbank bricht. Ein paar Autominuten weiter findet man weitere exzellente Pointbreaks, die unter Klippen bzw. hinter Dünen versteckt un die nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Auch nördlich von Tarfaya am Cap Ruby gibt es zahlreiche weitere Spots, die – da die Küste hier Nordausrichtung hat, auch bei kleinen Swells funktionieren.

Aber auch in Tarfaya gilt: Am besten einfach die Crew vom lokalen Surfclub fragen. Salim – Präsident vom Surfaya Surfclub – weiß bestens Bescheid und hilft immer gerne (idealerweise auf Spanisch).

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Good Bye Surfclub Tarfaya! (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

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Auf dem Weg nach Dakhla. Hallo Wüste. (Foto: Felix Gänsicke)

Dakhla – Die Surfdestination in der Westsahara

Lange bekannt als eine der Top Kite-Destination in Westafrika, bietet die Halbinsel Dakhla mit ihrem besonderen Setup aber auch unzählige Surfspots.

Oberhalb, auf der Halbinselaußenseite sowie südlich der Halbinsel lassen sich – oft auch recht einfach – viele Surfspots ansteuern (per 4WD Mietwagen, mit lokalem Operator oder auf einer geführten Tour mit Saharasurf), die allesamt der Kategorien Klasse bzw. Weltklasse zuzuordnen sind.

Ponta Negra/La Sarga am letzten Zipfel der Halbinsel beim Fischerdorf, Westpoint in der Mitte der Halbinsel oder Pointe d’Oro am oberen Ende sowie auch der Hammerspot Tarf Entayreft etwas nördlich sind nur ein paar der Spots, die, wenn sie laufen, halluzinogene Wirkungen auslösen können. 

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Heute klein aber oho! 20 Meter bis ins Line-Up. Rides bis zu 400m. Willkommen in Point Break Heaven. (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

Wissenswertes über Dakhla und die Westsahara

Dakhla selbst ist quirlig, teilweise chaotisch und mit 70.000 Einwohnern auch eine richtige Stadt. Nicht nur aufgrund des langjährigen Kite-Tourismus verfügt die Stadt über eine verhältnismäßig ausgezeichnete Infrastruktur.

Der eigene Flughafen kann z.B. schon für etwa 250 Euro von Agadir in zwei Stunden angeflogen werden. Wer mit dem Auto anreist (von Tarfaya kommend und unserem Trip folgend) hat einen langen Ritt vor sich: 640 Kilometer (auf einer sehr guten Straße) und viele Kontrollpunkte machen die Fahrt zu einer Abenteuerexpedition.

Auf der gesamten Route soll es hunderte Surfspots geben, aber man sollte sich auch bewusst sein, dass die Westsahara ein unter marokkanischer Verwaltung gestelltes Gebiet ist und das es nicht nur politische Ambitionen gibt, die Westsahara zu einem eigenständigen Staat zu machen.

Es empfiehlt sich daher vorab ein wenig das Westsahara Thema zu studieren und sich über die Polisario zu informieren. Unsere Reise von Tarfaya nach Dakhla lief problemlos und war wunderbar, die Wüste und Wüstenküste hat sich in all ihrer Schönheit gezeigt. 

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Roman genießt die einsamen Stunden im perfekten Line-up von Punta Negra / La Sarga. (Foto: Judith Recher / Lupi Spuma)

In der Stadt Dakhla angelangt findet man alles, was man braucht. Es gibt jede Menge Unterkünfte wobei man wohl eher in der Lagune oder Unterkünfte an der Westseite der Halbinsel in Strandnähe suchen wird. Die besten (Kite-) Resorts sind entlang der Lagune.

Wir haben im Dakhla Attitude am oberen Ende der Lagune gewohnt. Von dort aus kann man schnell die Spots auf der Halbinsel wie auch nördlich und südlich davon erreichen.

Fazit

Südmarokko und die Westsahara zu bereisen, war eine der aufregendsten Surftrip Erfahrungen, die ich bislang gemacht habe. Man hat zwar nicht immer (oder gerade deswegen) den Luxus des einfachen „Surf-Konsums“, wie man ihn in Taghazout findet.

Aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit einem unvergesslichen Erlebnis, der Bekanntschaft unglaublich freundlicher Menschen und in den Genuss von unzähligen großartigen und uncrowded Surfspots kommen.

Und spielst auch du jetzt mit dem Gedanken, einen Surftrip durch die Westsahara zu machen? Hast du noch Fragen zum Surfen in Marokko südlich von Taghazout? Warst du selbst schon mal dort und hast noch ein paar gute Tipps? Dann freue ich mich über deinen Kommentar!

Warum sich eine Reise südlich des „Taghazout-Surf-Meridians“ lohnt

Ein Trip nach Marokko – fühlt sich fast schon wie ein Besuch des Hausbergs oder ein Stopp am Ausflugsziel am Stadtrand an. Taghazout, das Surfmekka des nördlichen Marokkos und überhaupt von Nordafrika ist von den meisten Europäischen Städten aus in weniger als 4h erreichbar. Natürlich, es gibt hier sicke Spots, die sich fast lückenlos auf 15km Länge aneinanderreihen. In, nördlich und südlich des kleinen Küstenstädtchens sitzen mittlerweile aber auch die Surfer Schulterreibend aneinander in den Line-Ups. Foto 1: Keine Lust auf die Taghazout Crowds? Foto by Judith Recher / Lupi Spuma Irgendwie auch klar, so nah an Europa, nur 45 Minuten mit dem Taxi vom Flughafen in Agadir entfernt, ein easy Surftrip, die „Care free Variante“ sozusagen. Ist auch gut so. Surfen als einfach konsumierbare Delikatesse.
Foto 2: Schlechtes Wetter und kein Swell. Na dann ab in den Süden. Foto by Judith Recher / Lupi Spuma

Alle jenen, die jedoch fiebrig werden, wenn sie auf der Landkarte mit dem Finger über Taghazout hinwegwischen und vor Aufregung zittrig weiter Richtung Süden die Fühler ausstrecken sei bescheinigt: Südlich des Taghazout Meridians warten sie auf euch: Die Vorfreude auf die nächste unentdeckte Bucht, das Geschrei, wenn die perfekte Welle clean und ungesurft über das Riff rollt. Wär der Landkarte und dem Entdeckungsdurst gen Süden folgt findet den Saft, der den trockenen Surfer-Lippen wieder ihre Geschmeidigkeit zurückgibt.
Mit einem Satz: Eine Reise in den Süden Marokkos und darüber hinaus lohnt sich, weil dort das Surf Abenteuer wartet. Oder anders gesagt: Wenn Taghazout mal wieder im Swellschatten dahinvegetiert, dann sei euch ein Ausritt in den Süden wärmstens ans Herz gelegt.

Was erwartet einen eigentlich südlich von Taghazout?

Jedenfalls eine 1.200 km lange Surf Entdeckungsreise mit Unmengen an leeren Surfspots und unentdeckte Wellen. Endloses Potential von Agadir bis nach Tarfaya, Marokkos südlichster Stadt oder – wer es wirklich wissen will – weiter bis nach Dakhla in der Westsahara, dem südlichsten Zipfel des Marokkanischen Reiches (die Westsahara wurde in den 1970er Jahren von Marokko annektiert und steht seitdem unter Marokkanischer Verwaltung.) Generell gilt: Die Hauptstraße, die alle Orte verbindet lässt sich sehr gut bereisen. Sie ist hervorragend ausgebaut, es gibt auf der gesamten Strecke zahlreiche Tankstellen und in den wenigen Orten gute Infrastruktur. Zwischen den Orten kann dann aber auch einmal 200 Kilometer nichts sein.

Foto 3: Die Küste in Südmarokko. Endloses Potential. Foto Judith Recher / Lupi Spuma

Wichtige Reisetipps für Surftrips in den Süden Marokkos

Auf der Südroute in Marokko passiert man unzählige Polizei und Militärkontrollen. Grundsätzlich nichts, wovor man sich fürchten muss. Die Beamten sind sehr freundlich zu reisenden Ausländern, bestechen mussten wir in Marokko niemanden mehr. Es empfiehlt sich Listen mit den wichtigsten Personendaten aller Roadtripper sowie der Fahrzeuge vorzubereiten. Und auch jede Menge Ausdrucke von Passkopien. An jeder Kontrolle werden alle Fahrzeug- und Personendaten aufgenommen. Man erspart sich und den Beamten viel Zeit, wenn man ihnen alles vorbereitet übergeben kann. Generell gilt: Immer schön Low-Key unterwegs sein, um Alkohol und Haschisch eher einen Bogen herum machen. Der Süden Marokkos hat zwar in den letzten Jahren aufgeholt, aber man ist nicht im europäisch geprägten Taghazout. Empfehlenswert ist auch ein Leihwagen mit Allrad, da viele Stichstraßen zu den Spots steinig, sandig oder überhaupt durch Wüstensand führen. Man sollte sich daher vorab auch ein wenig einlesen wie man auf Wüstensand fährt, was man bei Fahrten in Wüstengelände beachten soll usw.

Eine großartige Erfahrung macht man, wenn man für die Reise einen lokalen Guide engagiert, der einen begleitet. Wir haben auf der Beyond Surf Movie Drehreise unter anderem sehr gute Erfahrungen mit Kis Kis vom Camino Surfcamp sowie mit dem Taghazout Local Ayoub Abouizza gemacht. Ayoub ist ein angenehmer, cooler und sehr verlässlicher Begleiter, der auch filmt und fotografiert, wenn alle anderen im Line-Up sind. Ayoub bringt einem Marokko näher wie kein anderer, kennt viele Spots und hat auch überall im Land Bekannte, die einem weiterhelfen können. Und wenn es mal irgendwo Schwierigkeiten gibt, hat man einen Guide an seiner Seite, der die meisten Probleme charmant und mit einem Lächeln lösen kann.


Südlich von Agadir – Aglou, Mirleft, Legzira und Sidi Ifni
Surfspots, Anreise und gut zu wissen.

Aglou und Mirleft
Schnell und einfach kommt man mit einem Mietwagen in die erste Surfregion südlich von Agadir, die Zone Aglou und Mirleft. Aglou liegt etwa 2h südlich von Agadir. Mirleft, hat den Ruf eines charmanten Hippy Dorfes (es heißt der gute Jimmy Hendrix habe sich dort seine Joints gedreht) und mehrere brauchbare Beachbreaks, die ordentlich Power haben. Wer seinem Wellenradar folgt (oder die Locals beobachtet) wird herausfinden, das man am Atlantik zugewandtem Ortsrand nur mal die 200 Meter von der Straße bis zu den Klippen laufen muss... Peng, da gibt’s ein paar richtig gute Spots!

Aglou habe ich etwas weniger charmant in Erinnerung, dafür hat man recht einfach Zugang zu einigen Wellenvarianten vom Beachbreak bis zum Riff.
Foto 4: leider wenig Swell auf unserer Durchreise. Aglou. Foto Judith Recher / Lupi Spuma

Legzira
Nur 30 Minuten südlich von Mirleft gibt’s ne richtige Perle von Spot. Legzira Beach. Mittlerweile gibt es direkt unter den Klippen Unterkünfte und etwas zurückverlagert an der Zufahrtstraße auch ein kleines Appartmentdorf. Dieses tut diesem wunderbaren Strand aber nicht weh. Legzira hat was von einem Magic Spot. Die Welle (es gibt mehrere Sandbänke bzw. zahlreiche Breaks) kann top sein, wenn der Swell nicht zu groß ist und der Nordwind bleibt, wo der Pfeffer wächst. Als wir während der Beyond Surf Movie Dreharbeiten im nahen Sidi Ifni wohnten, konnten wir dort eine epische Session in Sichtweite der legendären Sandsteinbögen genießen. Headcount im Wasser (wir waren drehbedingt etwas früh mit Oktober): Drei (unsere Crew).

Foto 5: Am Strand von Legzira mit Fotograf und Guide Ayoub. Foto Andreas Jaritz

Sidi Ifni
Gleich neben Legzira liegt das von Kolonialbauten geprägte Städtchen Sidi Ifni. Ein paar nette Teehäuser, brauchbare Unterkünfte und mehrere Breaks in Gehweite warten dort auf euch. Sidi Ifni ist auch Heimat des Camino Surf Camp, einem österreichischen Surfcamp, das ihr vielleicht aus Galizien kennt und das ich guten Gewissens empfehlen kann. Sidi Ifni hat eine sehr gute Infrastruktur, Wellen für alle Könnerstufen und durch die Nähe zu Legzira einen zusätzlichen Pluspunkt. Sidi Ifni, eine willkommene Abwechslung zu Taghazout.

Südlich von Sidi Ifni – jetzt beginnt das Abenteuer
Boats Point, Desert Point und Plache Blanche (White Beach). Klangvolle Namen, die vieles Versprechen: Leere Line-Ups, großartiger Surf und nicht ganz leicht zu finden. Welcome to 4WD Marokko. Will man im südlichen Marokko endlosen Spaß haben, sollte man den Allrad unterm Hintern haben. Sonst wird das wohl nichts. Ich selbst hab von diesem Abschnitt nur Gerüchte gehört. Plache Blanche soll ein 50 Kilometer langer Strandabschnitt sein, der gespickt ist von richtig guten Surfspots. Desert und Boats Point galten lange Zeit als legendäre Secret Spots, weil sie schwer zu finden sind. Beide Spots sind nach Nordwest ausgerichtet und daher oft Onshore.

Wer sich nicht sicher ist, ob er/sie auf eigene Faust den Süden erkunden will, kann sich zum Beispiel bei Sahara Surf, einem auf Surf Touren spezialisierten Anbieter, einer Tour anschließen. Ich selbst habe das noch nie probiert, aber Leute, die das gemacht haben, meinten, es wäre der Hammer gewesen.

Tan Tan Plage (El Ouatia)
Munter geht es weiter auf dem Wüstenhighway nach Tan Tan Plage (ca. 3,5 Autostunden von Sidi Ifni entfernt. In Tan Tan Plage gibt es eine super nette lokale Surf Crew, die sich immer sehr über Reisende Surfer freut, bei der Unterkunftssuche hilft sowie Spot Checks macht und euch zu Spots bringen kann, die man als Gast sonst sicher nicht finden würde. Foto 6: Spot check in der Nähe von Tan Tan Plage. Felix und Andy sind sich nicht ganz sicher an diesem Tag. Foto Judith Recher / Lupi Spuma. Foto 7: gefunden. Foto Judith Recher / Lupi Spuma Tan Tan Plage selbst hat am Hauptstrand einen Beachbreak sowie einen Righthand Reefbreak mit Schmackes, der bei Low Tide auf der Inside recht shallow werden aber auf der Schulter sehr lange Rides zulässt.

Um Tan Tan Plage gibt es sowohl Richtung Süden wie auch Richtung Norden unzählige rechts- und sogar auch linkslaufende Wellen, viele davon Pointbreaks und Riffe für Fortgeschrittene. Während der Dreharbeiten haben wir im Ort selbst und Richtung Süden an einem Hammer Spot gesurft. An einigen Tagen hatten wir keinen Swell, die Locals haben uns aber einige Spots gezeigt, an denen man das Potential gut erkennen konnte. Reef Booties sollte man mitbringen, da es an vielen der Riffe auch Seeigel gibt und der Ein- und Ausstieg bei den Spots öfters über Steine oder Riff führt. Tan Tan Plage ist kein besonders reizvoller Ort wenngleich auch hier eine besondere Wüstenstadtaura den Ort umgibt.
Foto 8: Am Hausstrand von Tan Tan. Gerade noch keine volle Hose bei Andy. Foto Ayoub Abouizza
Foto 9: Abschlussfoto mit den Locals von Tan Tan Plage. Großartige Crew. Foto Judith Recher / Lupi Spuma

Tarfaya – Im Land des kleinen Prinzen
Ungefähr drei Autostunden entfernt von Tan Tan Plage liegt Tarfaya. Durchaus ein reizvoller Ort ist das Wüstenstädtchen vor allem durch den Poeten Antoine de Saint-Exupéry – dem Schöpfer des kleinen Prinzen – bekannt. Exupèry war Pilot und flog im Auftrag der französischen Arme die Post und soll seine Inspiration für das Buch unter anderem in Tarfaya gefunden haben. Man darf sich vom Ort nicht zu viel erwarten, aber es gibt ausreichend Unterkünfte, einfache Restaurants, Teehäuser und Läden. Als wir Tarfaya besuchten war eine Schmucke Strandpromenade in Bau. Direkt am Strand vor der berühmten Casa Mar soll auch ein Surfclub entstehen. Bis vor wenigen Jahren gab es eine Fährenverbindung von den nahen Kanaren Insel Fuerteventura, die zahlreiche Touristen und damit auch etwas Geld in den Ort brachte. Die Fähre lief jedoch knapp außerhalb der Stadt (aber direkt bei einem Surfspot) aufgrund. Seitdem sieht man keine ausländischen Touristen mehr dort. Die Locals hoffen aber, das der versprochene Fährenbetrieb bald wieder aufgenommen wird.
Foto 10: Tarfaya Surf Setup Nr. 1, Foto Felix Gänsicke
Foto 11: Tarfaya Surf Setup Nr. 2, Foto Andreas Jaritz
Foto 12: Tarfaya Surf Setup Nr. 3, Foto Andreas Jaritz

Surfen in und rund um Tarfaya
Tarfaya selbst hat einen durchschnittlichen Beachbreak (Casa Mar) wobei manchmal entlang der Mole eine punchy Wedge entsteht, die ordentlich Barrels mit im Reisegepäck hat. Während der Beyond Dreharbeiten haben wir mit den Locals die Strände bzw. Spots südlich von Tarfaya gecheckt. Besonders herausragend aufgrund des Setups ist der Spot am Schiffswrack. Die Welle kommt aus dem tiefen Wasser direkt hinter dem Schiff, teilt sich und schließt sich am Bug wieder wobei linke und rechtslaufende Wellen entstehen. Etwas sketchy aber ein unglaubliches Erlebnis. Foto 13: Sunsetter in der Wüste. Foto Judith Recher / Lupi Spuma. Ein paar Minuten Autofahrt weiter südlich vom Schiffswrack gibt es mehrere Righthand Pointbreak Setups, die etwas abseits der Straße liegen und von dieser aus nicht immer gleich zu sehen sind. Yoyo, der erste Spot nach dem Schiffswrack, ist eine Righthander, der nahe entlang der Felsen läuft aber auf Sand bzw. einer Sandbank bricht. Ein paar Autominuten weiter findet man weitere exzellente Pointbreaks, die unter Klippen bzw. hinter Dünen versteckt un die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Auch nördlich von Tarfaya am Cap Ruby gibt es zahlreiche weitere Spots, die – da die Küste hier Nordausrichtung hat, auch bei kleinen Swells funktionieren. Aber auch in Tarfaya gilt: Am besten einfach die Crew vom lokalen Surfclub fragen. Salim – Präsident vom Surfaya Surfclub – weiß bestens Bescheid und hilft immer gerne (idealerweise auf Spanisch).

Foto 14: Good Beye Surfclub Tarfaya! Foto Judith Recher / Lupi Spuma

Foto 15: Auf dem Weg nach Dakhla. Hallo Wüste. Foto Felix Gänsicke


Dakhla – Die Surfdestination in der Westsahara
Lange bekannt als eine der Top Kite-Destination in Westafrika, bietet die Halbinsel Dakhla mit ihrem besonderen Setup aber auch unzählige Surfspots. Oberhalb, auf der Halbinselaußenseite sowie südlich der Halbinsel lassen sich – oft auch recht einfach – viele Surfspots ansteuern (per 4WD Mietwagen, mit lokalem Operator oder auf einer geführten Tour mit Saharasurf), die allesamt der Kategorien Klasse bzw. Weltklasse zuzuordnen sind. Ponta Negra/La Sarga am letzten Zipfel der Halbinsel beim Fischerdorf, Westpoint in der Mitte der Halbinsel oder Pointe d’Oro am oberen Ende sowie auch der Hammerspot Tarf Entayreft etwas nördlich sind nur ein paar der Spots, die, wenn sie laufen, halluzinogene Wirkungen auslösen können.  

Foto 16: Heute klein aber oho! 20 Meter bis ins Line-Up. Rides bis zu 400m. Willkommen in Point Break Heaven. Foto Judith Recher / Lupi Spuma

Wissenswertes über Dakhla und die Westsahara
Dakhla selbst ist quirlig, teilweise chaotisch und mit 70.000 Einwohnern auch eine richtige Stadt. Nicht nur aufgrund des langjährigen Kite-Tourismus verfügt die Stadt über eine verhältnismäßig ausgezeichnete Infrastruktur. Der eigene Flughafen kann z.B. schon für etwa 250 Euro von Agadir in zwei Stunden angeflogen werden. Wer mit dem Auto anreist (von Tarfaya kommend und unserem Trip folgend) hat einen langen Ritt vor sich: 640 Kilometer (auf einer sehr guten Straße) und viele Kontrollpunkte machen die Fahrt zu einer Abenteuerexpedition. Auf der gesamten Route soll es hunderte Surfspots geben, aber man sollte sich auch bewusst sein, dass die Westsahara ein unter marokkanischer Verwaltung gestelltes Gebiet ist und das es nicht nur politische Ambitionen gibt, die Westsahara zu einem eigenständigen Staat zu machen. Es empfiehlt sich daher vorab ein wenig das Westsahara Thema zu studieren und sich über die Polisario zu informieren. Unsere Reise von Tarfaya nach Dakhla lief problemlos und war wunderbar, die Wüste und Wüstenküste hat sich in all ihrer Schönheit gezeigt.

Foto 17: Roman genießt die einsamen Stunden im perfekten Line-up von Punta Negra  / La Sarga. Foto Judith Recher / Lupi Spuma.

In der Stadt Dakhla angelangt findet man alles, was man braucht. Es gibt jede Menge Unterkünfte wobei man wohl eher in der Lagune oder Unterkünfte an der Westseite der Halbinsel in Strandnähe suchen wird. Die besten (Kite-) Resorts sind entlang der Lagune. Wir haben im Dakhla Attitude am oberen Ende der Lagune gewohnt. Von dort aus kann man schnell die Spots auf der Halbinsel wie auch nördlich und südlich davon erreichen.

Fazit

Südmarokko und die Westsahara zu bereisen, war eine der aufregendsten Surftrip Erfahrungen, die ich bislang gemacht habe. Man hat zwar nicht immer (oder gerade deswegen) den Luxus des einfachen „Surf-Konsums“, wie man ihn in Taghazout findet, aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit einem unvergesslichen Erlebnis, der Bekanntschaft unglaublich freundlicher Menschen und in den Genuss von unzähligen großartigen und uncrowded Surfspots kommen.


BEYOND TAGHAZOUT: EINE SURFREISE DURCH SÜDMAROKKO UND DIE WESTSAHARA
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1 Response

  1. Julian Siewert

    Hey Andreas,

    zunächst einmal eine Sache vorweg: Wir sind keine Wellenreiter wie ihr, sondern leidenschaftliche Disc Golfer. Allerdings hat uns euer Beitrag echt so gut gefallen, dass wir euch gerne mal Schreiben wollten.

    Wir hatten das Glück, vor einigen Jahren auch nach Marokko reisen zu dürfen. Besonderes Highlight war ein Trip entlang der Küste in die Reggae Stadt Essaouira.

    Was die Freundlichkeit der Marokkaner angeht, können wir euch nur zustimmen. Die Leute sind wirklich sehr nett. Allerdings haben wir sehr große Unterschiede festgestellt, je nachdem wo man sich mit ihnen unterhält.

    In der Touristenstadt Agadir am Strand zum Beispiel waren einige Kollegen doch schon ziemlich – wie sagen wir’s mal am besten – “beharrlich aufdringlich”. 😉 Jenseits der Touri-Spots dann ein komplett anderes Bild. Freundlich, zurückhaltend, ja teilweise sogar schon etwas schüchtern. Jedenfalls stimmen wir euch zu, unbehaglich oder ängstlich ausgeraubt zu werden, braucht man in diesem Land keinesfalls zu sein.

    Jungs – die Bilder, die ihr mitgebracht habt, sind allererste Sahne (besonders das von Tan Tan Plage). Wenn wir jetzt einfach mit den Fingern schnipsen könnten, dann wären wir auch da. Ihr lebt euren “Surfer Traum” und habt euch befreit von dem ganzen “Prescher/Arbeitswahn”. Bleibt euch treu und lasst euch das von niemanden nehmen!

    lg & respekt
    Janis
    http://www.hyzer.de

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