27 September 2014

FLUGREISEN MIT SURFGEPÄCK: SO HEBST DU RICHTIG AB

Surfen ohne Reisen ist wie tanzen ohne Mucke, Zick ohne Zack, Puste ohne Kuchen.

Ganz klar: Das eine geht nicht ohne das andere!

Als Surfer musst du einfach mobil sein, um immer wieder die besten Wellen abzugreifen.

Gerade deutschsprachige Wellenreiter sind in der Regel reine Urlaubssurfer, sie sind aufs Reisen angewiesen wie der Wurm aufs Watt.

Wenn die Sehnsucht nach geilen A-frames in dir hämmert, musst du einfach in den Flieger. Denn die besten Surfregionen der Welt sind von Deutschland aus in der Regel nur mit dem Flugzeug zu erreichen.

Klar ist auch: Dein Surftrip ist um einiges besser, wenn du dein eigenes Surfbrett dabei hast, an das du dich über Jahre gewöhnt hast.

Um aber bei der Mitnahme von deinem Surfstuff keine blöden Anfängerfehler zu begehen, habe ich dir die wichtigsten Dos and Don’ts einmal fein säuberlich aufgeschrieben:

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Die passenden Airlines für Surfer

Alles fängt an mit der Wahl der richtigen Fluggesellschaft.

Grundsätzlich ermöglichen heutzutage fast alle Airlines die Mitnahme von Surfgepäck. Allerdings locken manche Anbieter zunächst mit günstigen Flugtickets, verlangen dann aber enorm hohe Aufschläge für dein Sportgepäck.

Egal ob Billigflieger oder Linienflug, check das unbedingt, bevor du bei der Online-Buchung auf Enter drückst!

Eine gute Übersicht der aktuellen Gebühren verschiedener Airlines (Dezember 2016) findest du hier.

Generell sind die Transportkosten bei innereuropäischen Flügen noch halbwegs überschaubar und die Paar Extrakröten hast du schnell wieder in der Tasche, wenn du dir vor Ort die Leihgebühren fürs Surfequipment sparst.

Bei Interkontinentalflügen sieht die Sache aber schon ganz anders aus: 100 € Gebühr pro Strecke sind da keine Seltenheit.

Wichtig ist auch, dein Surfgepäck rechtzeitig anzumelden. Denn auf dem Weg in die typischen Surfregionen gibt es viel Konkurrenz um den knappen Stauraum im Flugzeugbauch.

Beispielsweise solltest du bei Flügen auf die Kapverdischen Inseln als erstes checken ob dein Surfboard noch Platz findet, denn vor Ort sind insbesondere gute Shortboards Mangelware.

Surfgepäck: Richtig packen und polstern

Dein Surfboard ist dein Baby und der absolut wichtigste Teil deiner Surfausrüstung. Vermutlich ist dir also viel daran gelegen, dass du es am Zielort in einem Stück wieder auspacken kannst.

Klar ist auch: Surfboards sind für den Einsatz im Wasser gebaut und reagieren empfindlich auf jeden Kontakt mit harten Gegenständen. Mach deinen Surftrip also nicht zunichte, bevor er richtig angefangen hat!

Denn bekanntlich geht das Flughafenpersonal bei der Beladung von Sperrgepäck (engl. Bulky-baggage) nicht gerade zimperlich zu Werke.

Plane also beim Packen und Polstern deiner Boardbag ausreichend Zeit und Material ein!

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Richtiger Umgang mit Finnen 

Als Erstes solltest du dich um deine Finnen kümmern. Schließlich sind sie der gefährdetste Teil deines Boards.

Glücklicherweise lassen sie sich in den meisten Fällen einfach mit dem mitgelieferten Finnenschlüssel abschrauben. Zumindest wenn dein Surfboard über ein Finbox-System verfügt, wie etwa das weitverbreitete Fin Control System (FCS).

Du entfernst die Finnen dann einfach vor dem Transport und verstaust sie sicher in ein Handtuch gewickelt in deiner Boardbag. Aber vergiss bloß nicht deinen Finnenschlüssel einzupacken, sonst gibt es am Surfspot eine böse Überraschung.

Bei fest am Board verankerten Finnen ist die Sache schon etwas aufwendiger.

Als echter Sparfuchs kannst du dir aber einen eigenen Finnenschutz zusammenbasteln. Besorge dir dazu im Elektromarkt einen alten Styroporblock und schneide passgenaue Rillen hinein.

Wenn du damit fertig bist, entferne auch die Leash und verstaue sie einem separaten Fach oder deinem Reisekoffer.

Das kleine 1×1 zum Schutz deines Surfboards 

Die Basis für ein gut gepolstertes Surfboard auf Reisen bilden eine Boardsocke und eine flugtaugliche Boardbag.

Boardsocken sind einfache Stoffhüllen, die wie ein elastischer Strumpf eng am Board anliegen und mit einer Kordel verschließbar sind. Sie alleine schützen dein Board nur minimal vor äußeren Einwirkungen, bilden aber zusammen mit der Boardbag ein brauchbares Team.

Boardbags sind gepolsterte Taschen aus strapazierfähigem Material, die du mit einem Reißverschluss verschließen kannst. Es gibt sie passend für alle Boardmaße und je nach Verwendungszweck sind sie recht unterschiedlich ausgestattet:

Dünne Polsterungen reichen zwar für den Transport auf dem Autodach, taugen aber nicht viel, wenn das Flughafenpersonal sie richtig in die Mangel nimmt. Hierfür benötigst du robust verarbeitete Surftaschen mit einer Polsterung von mindestens einem cm.

Innenliegender Kantenschutz und stabile Transportgriffe sind weitere Merkmale für eine gute Travelbag. Wenn du mit mehreren Boards unterwegs bist, bietet sich eine Double- oder sogar Triple Boardbag an.

Boardsocke plus Boardbag sind also die absoluten Basics für deine Flugreise mit Surfboard.

Um auf Nummer sicher zu gehen, benötigt dein Baby aber unbedingt noch eine zusätzliche Stoßdämmung.

Die beste aber auch aufwendigste Lösung ist es, wenn du dir in den USA einen Hardcase zulegst. Einige Airlines verlangen inzwischen sogar die Verwendung dieser Schalenkoffer. Ansonsten verweigern sie im Schadensfall die Erstattung von Reparaturkosten.

Allerdings gibt es diese Surfkoffer derzeit nicht auf dem europäischen Markt.

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Aber auch ohne diesen recht wuchtigen Gesellen gibt es durchaus Mittel und Wege für einen ausreichenden Schutz deines Lieblingsspielzeugs.

Eine beliebte Methode ist die Verwendung von Luftpolsterfolie (Knallfolie), die du in jedem Baumarkt oder auch als Verpackungsrest in großen Möbel- oder Elektromärkten bekommst.

Bei der Polsterung mit Luftpolsterfolie kommt es darauf an, die sensiblen Bereiche des Boards zu schützen. For allem die Brettspitze (nose) und das Heck (tale) solltest du dabei im Auge behalten.

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Eine Art Geheimtipp für den Schutz der besonders stoßanfälligen Rails deines Boards ist die Verwendung von aufgeschnittenem Rohrisolierer, den du um die Kanten legst und mit Klebeband am Board festklebst, so dass er während des Transports nicht verrutschen kann.

Eine weitere gute Optionen für den Schutz von lose und tale ist die Verwendung von Nose-guards und Tail-guards.

Wenn du vor dem Reisestart im Stress bist und einfach keine Zeit mehr hast, dich um Luftpolsterfolie oder Rohrisolierer oder irgendwelche Guards zu kümmern, solltest du unbedingt einige Teile deiner Reiseausrüstung zweckentfremden:

Isomatten, Handtücher, Wetsuits, Lycras oder sogar Surfschuhe können hier in die Bresche springen.

Wickel also all diese Dinge um die sensiblen Bereiche und lasse dein Board schließlich in die Boardbag gleiten.

Trotz aller Polsterungen versuche Gewicht zu vermeiden!

Denn je leichter deine Boardbag ist, desto besser lässt sie sich am Flughafen transportieren und je nach Airline fallen bei zu hohem Gewicht sogar noch weitere Transportkosten an.

Weitere wertvolle Tipps, wie du dein liebstes Sportgerät vor folgeschweren Rämplern schütz, bekommst du auch von Pana auf ihrem Blog TakeOffandTravel.

Abheben und Daumen drücken

Am Flughafen angekommen, schicken dich die reizenden Mitarbeiter der Fluggesellschaft nach dem Einchecken in der Regel zu einem extra Schalter für Sperrgepäck (engl. Bulky-baggage), wo du deinem Liebling dann nur noch eine gute Reise wünschen kannst.

Nun heißt es nur noch: Daumen drücken.

Und sollte deinem Sweetheart trotz all der Vorkehrungen etwas Entsetzliches zustoßen, musst du es unbedingt direkt nach der Ankunft am Zielflughafen herausfinden und unverzüglich beim Personal der Airline reklamieren.

Denn nur dann hast du die Chance auf Schadensersatz.

Weitere praktische Ressourcen, wie z.B. die Reiseapotheke für Surfer oder nützliche Gadgets für einen Surfurlaub im Surfcamp findest du auch in meiner umfangreichen Packliste Surfurlaub.

Und was sind deine Erfahrungen auf Flugreisen mit Board? Hast du noch Fragen oder zusätzliche Tipps für dein Surfgepäck, die ich in den Artikel aufnehmen sollte?

FLUGREISEN MIT SURFGEPÄCK: SO HEBST DU RICHTIG AB
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