08 Dezember 2014

4 SURFER VERRATEN IHRE GRÖßTEN ÄNGSTE UND GLÜCKSMOMENTE

Es fängt oft harmlos an, aber so manch eine Surfsession entwickelt sich gänzlich anders als du es dir erträumt hast.

Selbst nach dem geilsten Ritt des Lebens kann es dich erwischen.

Du watest entspannt Richtung Strand, erkennst schon das breite Grinsen deiner Freunde an Land. Und dann zack. Im Knietiefen Wasser spürst du diesen fiesen Stich eines Petermännchens. Statt jubelnd zu jauchzen, schreist du vor Schmerz.

Aber andersrum geht’s auch: In einem fernen Inselreich stößt du auf einen göttlichen Reefbreak mit hohlen Wellen, die direkt auf eine leergesaugte Riffplatte brechen. Mit eingekniffenem Schwanz paddelst du rein. Im Lineup angekommen entpuppt sich die Monsterwelle als dein Freund, du ritzt eine nach der anderen und erlebst die geilste Session deines Lebens.

Kurzum: Surfen ist oft ein Wechselbad der Gefühle. Brenzlige Situationen münden in adrenalingeschwängerte Glücksmomente und was verheißungsvoll beginnt, endet schon mal im puren Überlebenskampf. Jeder Surfer kennt diese Achterbahn der Gefühle und weiß sein eigenes Lied davon zu singen.

Also habe ich mir mal 5 Surfblogger vorgeknöpft und sie gebeten, nicht nur über ihre persönlichen Surf-Highlights sondern auch mal über die Momente der Panik zu berichten.

Herausgekommen ist eine drollige Mischung aus unterhaltsamen Surfgeschichten, die dir Lust auf neue Surfabenteuer machen sollen. Los geht´s mit Pascal, der den bunten Reigen eröffnen darf.

Pascal Christen von Thefreesurfer

Pascal-3Ich reise jetzt seit 10 Jahre um die Welt. Immer auf der Suche nach interessanten Begegnungen, versteckten Paradiesen und perfekten Wellen. Eine meiner unglaublichsten Erfahrungen war mein Insel-Trip im letzten Sommer nach…

Eine der Inseln hatte weniger als 300 Einwohner, davon sprachen nur zwei ein bisschen Englisch. Es gab weder Hotels noch Restaurants oder einen Supermarkt; aber dafür eine perfekte Rechte und auf der anderen Seite eine perfekte Linke! Ich lebte dort 10 Tage bei den Locals und hatte mir all mein Essen und Wasser selbst mitgebracht.

Um zurück in die Zivilisation zu kommen, brauchte ich ein Kajak, eine Fähre, ein Moped, eine Fähre, noch eine Fähre und schließlich einen Minibus. Das ganze dauerte etwa 50 Stunden! Und ja, das war es wert!

Zu meinen Erfahrungen gehören aber auch ein paar „interessante“ Begegnungen mit Haien. Dazu gibt es nur eins zu sagen: Haie sind die besten Jäger im Ozean und wenn sie dich als Opfer auserkoren haben, kannst du eigentlich nicht mehr viel machen.

Wenn du also einen Hai siehst, zeige niemals, dass du Angst hast und somit nicht ins Beuteschema passt – leichter gesagt als getan. Verliere den Hai nie aus den Augen – noch viel leichter gesagt als getan; und verschwinde aus dem Wasser.

Aber was auch immer passiert: Panik ist dein schlimmster Feind. Also überschätze dich nicht, handle überlegt, solange du die Zeit dazu hast und wenn du sie nicht mehr hast, verlasse dich auf deine Sinne und Instinkte.

Um mich auf meinen Trips um die Welt zu begleiten, like meine Facebook-Page und hol dir Inspiration für deinen nächsten Surftrip.

Nils von Surf-Cars

Nils-2Also der unglaublichste Moment war wohl vor vielen Jahren in Pantin, wo ich als noch ziemlicher Anfänger für anderthalb Stunden meine perfekte Welle gefunden hatte.

Ich schnappte mir eine nach der anderen und fühlte mich wie Kelly. Allerdings muss ich ganz klar sagen, dass die besten Sessions nicht unbedingt die mit den besten Wellen sind, sondern die, wo du mit ein paar guten Freunden alleine draußen bist!

Bedrohliche Situationen gab´s auf jeden Fall auch einige. Ich erinnere mich beispielsweise an einen echt großen Tag in Ericeira – zumindest für mein damaliges Surflevel. Es war glaube ich sogar der gleiche Surftrip und ich hatte mir gerade bei Semente mein erstes Shortboard zugelegt.

Ich war so aufgeregt, dass ich einfach reingepaddelt bin, um mir eine der fetten Wellen zu schnappen. Alles lief super, allerdings surfte ich über ein paar Steine in die felsige Nebenbucht. Dort fiel mir dann auf, dass ich vergessen hatte, die Leash dranzumachen.

Jens vom Nordsurf Syndikat

Jens-2Mein absolutes Highlight kann ich gar nicht so auf einen Moment beschränken. Aber unglaublich ist es immer wieder, wenn ein richtiger Swell sich in die Nordsee verirrt, perfekte kopfhohe Lines produziert und du das Glück hast, vielleicht nur mit ein paar Freunden im Lineup eine geniale Session zu haben. Das lässt sich selbst von der perfektesten Urlaubssession kaum toppen.

Meine bedrohlichste Situation erlebte ich in Indonesien: Reingewaschen an einem Reefbreak, die Strömung trieb mich immer weiter in die extrem flache Endsection und direkt vor mir brechen große hohle Wellen. Ich komme weder vor noch zurück und lasse mich schließlich reinwaschen. Das Ganze bezahle ich mit ein paar ordentlich tiefen Kratzern am Bein.

Anja von Happybackpacker

Anja-2 Seitdem ich das erste Mal auf einem Board stand, lässt mich dieses unbeschreibliche Gefühl der Freiheit und das Eins-sein mit der Natur nicht mehr los.

Wann immer ich auf einem Board stehe und das salzige Wasser auf meiner Haut spüre, fühle ich mich lebendig und glücklich. Ganz nah bei mir.

Deswegen versuche ich so oft es geht, meine Zeit im Meer zu verbringen. Ich genieße diese Zeit und lasse mich auch nicht dadurch unterkriegen, wenn ich zum zwanzigsten Mal hintereinander vom Board kippe, weil mich eine Welle umhaut.

Allerdings bin ich einmal am Bondi Beach in Sydneys in eine ziemlich bedrohliche Situation geraten, als ich beim Anpaddeln einer Welle merkte, dass sie unter mir ins Nichts zusammenbrach und ich samt Board auf eine Sandbank fiel.

Instinktiv rollte ich mich zusammen und schützte den Kopf mit meinen Armen. Mit voller Wucht prallte ich mit meinem Rücken auf den harten Sandboden. Mein Board zerbrach in zwei Teile und noch Wochen später, schmerzte mir der Rücken. Doch ich war froh, dass bei dem kleinen Unfall nichts Schlimmeres passiert war.

Mehr Tipps zum weltweiten Surfen und Backpacken auf Anjas Blog.

Fazit: Was du aus den vier Berichten lernen kannst?

1) Habe Respekt

Ob blutiger Surfanfänger oder erfahrener Surf-Traveller: Bei aller Euphorie für den König des Brettsports verliere niemals den Respekt vor der Kraft des Ozeans und seinen nicht immer harmlosen Bewohnern.

2) Kenne deine Grenzen

Gefahren lauern überall und auch an Orten, wo du sie am wenigsten vermutest. Daher informiere dich gut, bevor du an unbekannten Spots ins Wasser gehst und zu viel riskierst. Springe über deinen Schatten und gehe auf andere Surfer zu, frage sie freundlich nach Felsen, Strömungen und geeigneten Tideständen.

3) Stay cool

Solltest du trotzdem in eine brenzlige Situation geraten – bleib cool! Wenn etwas aus dem Ruder läuft, sind Ängste und Panik deine wahren Feinde. Atme ruhig und überlege dir eine Strategie. Wer dir jetzt wirklich helfen kann, sind nicht Muskeln und Ausdauer, sondern ein kühler Kopf!

4) Happiness is only real when shared

Das ist vielleicht die wichtigste Message: Mit ein paar Freunden an einem nicht mal perfekten Tag in den Wellen Spaß zu haben, ist viel mehr Wert, als bei weltklasse Bedingungen alleine durchs Lineup zu schreddern!

Und was sind deine eidringlichsten Surferlebnisse? Teile sie mit uns in den Kommentaren!

 

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2 Responses

  1. Dein Fazit 4. „Happiness is only real when shared“ passt perfekt auf einen Tagesausflug nach Dänemark. Völlig Übernächtigt mit nur 4 Stunden schlaf ging es in aller Herrgottsfrühe von Hamburg nach Dänemark. Drei Surfbuddys, ausgerüstet mit ihren Bretter und WInterneos,machten sich los um ein paar Wellen zu ergattern. Es war Herbst und schon saukalt, aber die Vorhersage OK und unsere Hoffnungen groß. Nach dem wir uns endlich für einen Spot entschieden haben stiegen wir in die Neos, Bootys und Hauben und versuchten unser Glück. Nach einer Stunde (länger waren die Temperaturen im Wasser nicht auszuhalten) sind wir aus dem Wasser gekommen, ohne dass auch nur einer von uns eine Welle bekommen hat. Aber die ganze Rückfahrt nach Hamburg, haben wir alle drei um die Wette gestrahlt und waren selig. Auch ohne Welle war dieser Tag perfekt 🙂

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