AUF DEN MALEDIVEN SURFEN: EAT, SLEEP, SURF, REPEAT

Gastautorin Sylvia

Gastartikel von Sylvia


Hi, ich bin Sylvia und seit 10 Jahren immer wieder auf der Suche nach unvergesslichen Surftrips fernab vom Massen-Tourismus.

 Mindestens alle drei Monate ruft mich der Ozean und kein Surftrip endet, ohne dass ich weiß, wo die nächste Reise hingehen soll. Einmal surfen, immer surfen … nur noch eine Welle … es gibt einfach kein Ende und ich kenne nur „surf and repeat“.

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und arbeite als Yogalehrerin in Zürich. Wenn ich mich nicht gerade in meiner Wahlheimat in der Schweiz aufhalte, dann bin ich irgendwo am Meer - z.B. um auf den Malediven surfen zu gehen. Auf meiner Webseite sylviyoga.com findest du mehr Infos über mich und meine Tätigkeit.

Perfekte Reefbreaks & Barrels ohne Crowds

Die Malediven sind ein kleiner Inselstaat im Indischen Ozean verteilt auf 26 Atolle und 19 Inselgruppen westlich von Sri Lanka. Der Name Malediven bedeutet Kette (Mala) - „Inselkette“.

Die Malediven haben ein sehr warmes tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Selbst nachts fallen die Temperaturen nur selten unter 25 Grad und die durchschnittliche Wassertemperatur liegt bei knapp 28 Grad. Deinen Neoprenanzug kannst du also getrost zuhause lassen!

Übernachten am Surfspot

Mit Auf der Seite von booksurfcamps.com findest du viele tolle Angebote für Bootsrtips und Surfcamps direkt am Surfspot.

Prägend für das Klima und die Surfbedingungen ist der Südwest-Monsun von Mai bis Oktober und der Nordost-Monsun von November bis April. Der Südwest-Monsun bringt normalerweise im Juni und Juli Wind und intensivere Niederschläge.

Die beste Zeit, um auf den Malediven surfen zu gehen, sind sicherlich die Monate von Februar bis Mai, weil der meist ablandige Wind dann am schwächsten bläst und die Wellen auch für Intermediates eine angenehme Größe haben. Der Swell ist ganzjährig konstant. Kopf- bis double overhead hohe Wellen sind hier eher die Regel als die Ausnahme.

Auf den Malediven surfen und tauchen_1

Dem Riff ganz nah!

Bemerkenswert ist auch das türkisblaue, glasklare Wasser, in dem sich jede Menge Delphine und Meeresschildkröten tummeln. Es gibt auch jede Menge kleine Riffhaie, die aber schneller weg sind, als du gucken kannst – Haiangriffe sind auf den Malediven daher kaum ein Thema.

Trotz der ärgerlichen Privatisierung einiger Wellen durch geschäftstüchtige Resortbetreiber, sind die Malediven immer noch ein lohnenswertes und in dieser Form wohl auch einzigartiges Surfreiseziel, das sich wegen der recht happigen Preise allerdings nicht jeder Surfer leisten kann.

Warum du auf den Malediven surfen solltest

Auf den Malediven surfen, heißt ausschließlich Reefbreaks surfen! Es gibt viele linke und rechte Wellen und wenn du Glück hast, teilst du dir das Lineup nur mit deinem eigenen Boot.

Derart viele perfekte Reefbreaks, glasklares Wasser, Offshore-Wind und überschaubare Lineups vor traumhafter Kulisse findest du sicherlich nur noch selten auf diesem Planeten.

Malediven surfen-2

Bootsrip auf den Malediven: Das Leben auf dem Meer ist ein Traum!

Trotz der vermeintlich gefährlichen Reefbreaks kommen auf den Malediven aber auch Surfanfänger und Intermediates voll auf ihre Kosten. Reef-Booties solltest du als Beginner allerdings auf jeden Fall mit im Reisegepäck haben.

Am besten buchst du auf den Malediven einen Bootstrip, um die vielen verschiedenen Surfspots zu entdecken. Denn fast alle Spots sind ausschließlich über den Seeweg erreichbar.

Malediven Surfspot Review

Die Surfspots auf den Malediven lassen sich in die drei folgenden geographische Regionen unterteilen:

Das Nord-Malé-Atoll

Nord-Malé funktioniert am besten mit dem in den Monaten April bis Oktober vorherrschenden Süd-Swell. Aufgrund der Nähe zum Flughafen kann das Lineup im Norden schon mal ein wenig voller werden.

Hier nur einige der bekanntesten Surfspots:

Chickens

Bei der Riffwelle vor der unbewohnten Insel Villingilimathi Huraa handelt es sich um eine der längsten Lefthander der Malediven! Wer Barrels liebt, sollte unbedingt Chickens surfen. An großen Tagen ist die hohle Riffwelle aber nur erfahrenen Surfern zu empfehlen.

Cokes

In der Nähe der Insel Thulusdhoo befindet sich dieser powervolle Rechtshänder. Die hohl nach rechts laufende Welle hat ohne Frage Weltklasseformat. An großen Tagen zwischen März und September ist Cokes aber nicht für Beginner oder Intermediates zu empfehlen, weil sie über ein sehr flaches Riff bricht.

Honky’s

Viele behaupten diese Welle der Insel Thaburudhoo wäre der beste Break der Malediven. Bei entsprechender Swell-Größe bietet Honky’s eine super lange Linke mit schnellen Sektionen.

Jailbreak

Auch bekannt als Prison Point, da der Break sich direkt vor einem ehemaligen Gefängnis der Insel Himafushi befindet. Erst seit kurzer Zeit darfst du hier überhaupt surfen.

Jailbreak ist ein sehr schöner Righthander, der mit zunehmender Länge immer schneller wird. Die Welle bricht in drei Sektionen und kann bei entsprechender Swell-Größe auch die eine oder andere Tube hervorzaubern.

Vor unserem Rückflug haben wir uns zu fünft ein Dhoni (Schifferboot) gemietet und sind vom Flughafen aus für circa eine Stunde zu Jailbreak geschippert. Wir haben es perfekt erwischt: großer Swell und perfektes Timing mit Hightide am Spot.

Es war ein Sunset-Surf, den ich nie vergessen werde. An der mittleren Sektion und der Inside habe ich die längsten Wellen auf meinem ganzen Malediven-Trip gesurft. Ich war und bin noch immer „stoked“ und will so schnell wie möglich „surf and repeat“!

Riptides

In der Mitte eines Kanals in der Nähe des Flughafen bricht dieser wunderschöne Righthander über eine Länge von 150 Meter. Riptides ist eine tolle offene Riffwelle, die sich sowohl für Longboarder als auch für Shortboarder super gut zum Carven eignet. Der Zugang ist nur vom Boot aus möglich.

Sultans

Auch bei Sultans handelt es sich um einen sehr konsistenten Rechtshänder, der bei größerem Swell lang und offen läuft und in eine schnelle Inside mündet. Der Spot ist ein echter Swellmagnet und du musst schon richtig Pech haben, wenn dieser Spot nicht läuft. Ist Honky’s onshore, läuft Sultans zuverlässig bei Offshore.

Das Central-Atoll

Die Surfspots im Central-Atoll sind noch nicht ganz so bekannt wie die Spots im Norden, so dass du sie häufig noch alleine genießen kannst. Auch wenn es sich bei den meisten Spots um Righthander handelt, wirst du auch Lefthander surfen können. Wer suchet, der findet.

Malediven surfen_Ein Traum für Surfer

Softer Lefthander am Central-Atoll

Und das Beste: Im Central- und im Süd-Atoll gibt es noch einige versteckte Surfspots, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Hier nur eine kleine Auswahl der teils spektakulären Reefbreaks:

Muli

In Muli gibt es eine etwas größere Outside (Mushrooms) und eine lange Inside, die eine superschöne offene Welle formt. Ich habe Muli an einem riesigen Tag erlebt, funktionieren tut der Spot aber fast immer und unabhängig vom Tidenstand.

Mikado

Ein heftiger Righthander, den wir uns im Mai 2017 leider mit drei anderen Booten teilen mussten. Ohne Crowds im Lineup ist Mikado aber einfach weltklasse!

Yin Yang

Während die Outside dieser am Laamu-Atoll gelegene Welle eher mellow bricht, kann die Inside recht heftig werden. Bei starkem Süd-Ost-Swell werden Tuberider ihre wahre Freude haben.

Das Süd-Atoll

In den südlichen Atollen der Malediven kannst du besonders in der Zeit von Februar bis November sehr gute Surfbedingungen vorfinden. Die Phase mit guten Wellen ist also länger als an den nördlichen Atollen.

Bootrstrip zum Surfen auf den Malediven

Abfahrt zum Riff!

In der Haupt-Surfsaison kann der teils kräftige Side- bis Offshorewind an den südlich gelegenen Spots recht störend sein. Aber auch dann gibt es immer noch die Möglichkeit, an die weniger windanfälligen Spots im Osten auszuweichen.

Um die fernab vom Massentourismus gelegenen Surfspots der Süd-Atolle zu entdecken, ist ein Surftrip mit Boot die einzige realistische Option.

Two Ways

Ein Rechts- und Linkshänder, der sich mitten im Ozean befindet und ordentlich Swell braucht, um überhaupt zu funktionieren. Dann aber bietet Two Ways eine perfekte Welle für Intermediates, spaßig und peeling.

Bootstrip mit Picstars Surf

Um auf den Malediven surfen zu gehen, ist ein Surftrip auf dem Boot die mit Abstand beste Option.

Es gibt verschiedene Anbieter, die Surfaris auf den Malediven anbieten. Ich selbst empfehle dir einen Surftrip mit dem Schweizer Snow- und Surfreise-Anbieter Picstars.

Je nach Surflevel und Reisezeit bietet dieser Veranstalter vier verschiedene Surftrips à zwei Wochen an.

Surf Bootrip auf den Malediven mit picstars

Perfekte Lines auf einem Surf Bootrip mit Picstars

Ich habe die erste Tour von Malé Airport Richtung Central-Atoll mit gemacht und war bei der zweiten Tour zu den Süd-Atollen leider nur noch eine Woche dabei.

Wenn ich noch mal die Wahl hätte, würde ich allerdings auf jeden Fall eine vierte Woche hinten dranhängen. Denn der Surf war so bombastisch, dass sich jede einzelne Woche bezahlt gemacht hat und mir sicher noch für lange Zeit im Gedächtnis bleiben wird.

Unterkünfte für Surfer auf den Malediven

Auf den Malediven gibt es eine Vielzahl von Ferienunterkünften, von denen sich aber nur die wenigsten für Surfer eignen. Entweder sind extrem teuer und weitab des nächsten Surfspots gelegen oder die Klientel ist eine vollkommen andere, sodass du dich hier als Wellenreiter nicht besonders wohl fühlen wirst.  

Das gehört in dein Boardbag

Weil du auf einem Bootstrip logischerweise weder an Surfshops vorbeikommst, noch auf irgendwelche patenten Shaper triffst, die dir deine Dings professionell reparieren können, solltest du alle wichtigen Dinge inklusive Reef-Booties, Ersatzfinnen und Ding-Repair-Set selbst dabei haben.

Malediven surfen_Bootstrip mit Surfboard

Weit und breit kein Surfshop!

Welche essentiellen Dinge du für einen Surf-Bootstrip in den Tropen noch in dein Boardbag packen solltest und was du besser zuhause lässt, erfährst du auch in der umfangreichen Surf-Bootstrip Packliste.

Ansonsten kannst du nur auf deine Crewmitglieder hoffen, unter denen sich mit etwas Glück sogar der eine oder andere Hobby-Shaper befindet - thumbs up!

Anreise und Mobilität

Es gibt verschiedene Airlines, die von Europa aus nach Malé fliegen, wobei die Direktflüge der Condor oft am günstigsten sind. Für die einfache und schnelle Suche nach den besten Flugpreisen empfehle ich dir aber eine ausführliche Recherche mit der Flugpreis-Vergleichsseite Skyscanner.

Mit dem Flugzeug und Boardbag auf die Malediven surfen

Anflug auf Malé

Weil mir persönlich wichtig ist, mein Surfboard als Freigepäck mitnehmen zu können, habe ich mich für Emirates entschieden. Denn bei Emirates hast du 30 kg Freigepäck und zwar unabhängig davon ob es sich um einen Reiskoffer oder dein Boardbag handelt.

Zwar sind 30 kg auch nicht die Welt, aber je nach Boardgröße sollten zwei Surfboards, Surf Bikinis, Boardshorts, Lycra, jede Menge Surfer Sonnencreme und Zink, Tropical Wax, Ersatzfinnen, Leash und Reparatur-Kits eigentlich kein Problem sein.

Mein Boardbag mit einem 5.10er und einem 6.2er Board hat es gerade mal auf 23 kg gebracht, was aber auch daran lag, dass ich meinen Neoprenanzug für diesen Surftrip ohne Bedenken zuhause lassen durfte.

Das kostet dein Surftrip auf die Malediven

Für einen Surf-Bootstrip auf den Malediven solltest du mit circa 160 bis 200 Euro pro Tag rechnen. Klar ist das erstmal eine Stange Geld, aber je länger du bleibst, desto günstiger wird der Tagespreis.

Außerdem gibt es von Boot zu Boot große Unterschiede im Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei allen Trips sollten aber mindestens drei Mahlzeiten im Preis mit inbegriffen sein. Wir haben pro Tag eine große Wasserflasche bekommen. Die restlichen Getränke und Alkohol musst du allerdings separat bezahlen.

Pro Woche kommen noch etwa 90 Euro Trinkgeld für die Schiffscrew oben drauf. Weil die Crew fast ausschließlich vom Trinkgeld lebt, lässt sich daran auch schwer etwas drehen.

Außerdem solltest du prüfen, ob die kurzen Inland-Flüge schon im Preis deines Anbieters enthalten sind, was allerdings nur wichtig ist, wenn du in den Süden schipperst und für den Rückweg zum Flughafen Malé in den Flieger steigst.

Fazit

Jeder Bootstrip an sich ist schon Abenteuer und Entdeckertum genug. Wenn du dann auch noch auf perfekte tropische Barrels ohne Crowds inmitten einer paradiesischen Inselwelt triffst, reichen Worte kaum mehr aus, um das pure Glücksgefühl auch nur ansatzweise zu beschreiben.

Malediven surfen_tropisches Surferparadies

Tropisches Surferparadies at its best!

Doch genau das wirst du erleben, wenn du dich entschließt, auf den Malediven surfen zu gehen.

Meine Empfehlung an dich: Machen bevor es zu spät ist - EAT, SLEEP, SURF, REPEAT!

Und was sind deine Surferfahrungen auf den Malediven? Schreib uns gerne deine Meinung oder hinterlasse deine Reise-Tipps in den Kommentaren.

Ähnliche Beiträge

8 Gedanken zu „AUF DEN MALEDIVEN SURFEN: EAT, SLEEP, SURF, REPEAT“

  1. Hallo,
    vielleicht kann mir jemand hier im Forum bei meiner Frage helfen.
    Konnte jemand von Euch bereits Erfahrungen sammeln, wie man am Besten von Male aus als Tagessurftrip zu Sultan oder die Nachbarspots kommt .Haben nur einen Tag, als Stopover auf dem Weg in Richtung Südatoll, Zeit.
    Alle Hinweise/Kontakte für Boote die so etwas machen hilft uns.
    Danke und Gruß
    Stefan

    Antworten

Schreibe einen Kommentar