Surfboard Ratgeber: So findest du das passende Surfbrett für maximalen Spaß in den Wellen

Surfen ist deine große Leidenschaft und wann immer du kannst, zieht es dich an die traumhaften Beach- und Reef-Breaks in Frankreich, Portugal, Sri Lanka und Co.

Du hast zwar schon einige Surfboards ausprobiert, bist aber immer noch unsicher, welches Board am besten zu dir passt? Du möchtest ein neues Surfboard kaufen, weißt aber nicht genau, worauf es dabei wirklich ankommt?

Surfboards gibt es schließlich in allen erdenklichen Größen, Shapes und Designs und jeder Shape steht für ein spezielles Paddel-, Gleit- und Manövrierverhalten des Surfbretts in den Wellen.

Damit endlich ein bisschen Licht ins Dunkel kommt, haben wir die wichtigsten Facts zum Thema Surfboard Kauf in diesem Surfboard Ratgeber für dich zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen & Stöbern!

Inhaltsverzeichnis

Surfboard Shapes

Zu allererst ist es wichtig, dich mit den unterschiedlichsten Surfboard Shapes vertraut zu machen. Als Surfbrett Shape wird die Form bzw. die Art des Surfboards verstanden. Der Board-Shape ist entscheidend für die Eigenschaften eines Surfbretts in den Wellen.

Es gibt Surfboard Shapes speziell für Anfänger, für Intermediates und für fortgeschrittene Surfer. Grundsätzlich gilt, je länger und breiter dein Board, umso mehr Volumen bzw. Auftrieb hat es und umso einfacher ist es zu paddeln und zu surfen. Die genauen Eigenschaften der unterschiedlichen Surfboard Shapes erfährst du weiter unten noch im Detail.

Fatum-Surfboards-in-Peniche
Surfboard Shaper Gero von Fatum Surfboards in Peniche bei der Arbeit

Du möchtest wissen, wie der Boardshape bzw. das Surfboard Design deine Surf Performance beeinflusst? Dann lies weiter und erfahre alles dazu hier.

Surfboard Design verstehen

Wenn du auf der Suche nach dem idealen Surfboard bist, mit dem du mühelos paddeln, gleiten und manövrieren kannst, musst du zunächst das passende Design für dich finden. Das Surfboard Design und somit auch seine Fahreigenschaften werden durch folgende Merkmale bestimmt: Material, Rocker, Bottom-, Rail-, und Tail-Shape sowie die Finnen.

Material

Surfboards werden in der Regel aus zwei Materialien hergestellt, nämlich aus Polyester oder Epoxy. Außerdem gibt es Mischformen. Du fragst dich welchen Unterschied das macht?

Epoxy-Surfboards sind generell etwas robuster und haben mehr Auftrieb als Polyester-Surfbretter. Ein Epoxy Board floatet also etwas mehr über dem Wasser, während ein Surfboard aus Polyester tiefer im Wasser liegt.

Dies hat aber den Nachteil, dass sich ein Epoxy-Surfboard unruhiger verhält, sobald die Wasseroberfläche etwas bumpy ist. In glassy Wellen hat es perfekte Surf-Eigenschaften, aber an Tagen mit etwas Wind und unruhigem Wasser bist du mit einem Polyester Board vermutlich besser aufgestellt.

Maße

Die Maße eines Surfbretts werden in Länge, Breite, Dicke und Volumen angegeben. Die Maßeinheit für die Länge ist „Fuß“ und für die Breite sowie die Dicke „Zoll“. Anhand der Länge lassen sich auch wieder die unterschiedlichen Surfboard-Arten ableiten.

Nach aufsteigender Länge geordnet gibt es Shortboards, Funboards, (Mini-)Malibus und Longboards. Grundsätzlich kannst du dir merken „Länge läuft“.

Das bedeutet, je länger ein Surfbrett ist, desto leichter ist es anzupaddeln und desto schneller kommst du damit ins Gleiten. Daher lassen sich kleinere, kraftlose Wellen mit einem längeren Surfboard (z.B. einem 8 Fuß langem Softboard) viel einfacher erwischen als mit einem kurzen Shortboard.

Rocker

Der Rocker bezeichnet die Krümmung deines Surfboards. Die kannst du gut erkennen, wenn du das Surfboard von der Seite aus betrachtest. Ein Surfboard mit viel Rocker hat eine größere Krümmung vorne bei der Nose und hinten beim Tail, ähnlich wie eine Banane.

Nose und Tail Rocker vom Surfboard
Nose- und Tail-Rocker ​in der Seitenansicht

Viel Rocker hilft dir besonders in hohlen, steilen Wellen. Das Surfboard fügt sich dann viel besser in die Wellenform und du läufst weniger Gefahr einen Nosedive hinzulegen, also nach dem Take Off mit der Spitze deines Surfboards ins Wasser einzutauchen.

Außerdem kannst du mit mehr Rocker deutlich radikalere Turns in die Wellen schnitzen. Ein Surfboard mit wenig Rocker lässt sich dafür aber spürbar schneller und einfacher paddeln. Daher eigenen sich Surfboards mit wenig Rocker auch besonders gut für Surfanfänger und Intermediates.

Bottom Shape

Der Bottom, also die Unterseite eines Surfboards, kann auf verschiedene Weise geshaped sein. Je nach Beschaffenheit und Krümmung kann der Bottom Shape konvex, flach, v-förmig oder konkav sein.

Je flacher der Bottom Shape des Surfboards, desto stabiler liegt es in der Welle. Eine konkave Unterseite lässt dich schneller Speed generieren und engere Turns fahren. Ist der Bottom konvex, lässt sich die Rail-to-Rail Bewegung leichter gestalten.

Diese vier verschiedenen Bottom Shapes werden meist miteinander kombiniert, um die Performance eines Surfboards zu beeinflussen und möglichst spezifisch auf deine Art zu surfen zuzuschneiden.

Rail Shape

Die Rails, also die Kanten eines Surfboards, bieten ebenso viel Gestaltungsspielraum für den Shaper. Sie können rund, kantig, hart oder soft sein.

Als Faustregel kannst du dir merken: Je runder die Rails, desto eher verzeiht dir das Surfboard leichte Fahrfehler bei den Manövern. Dünne, scharfkantige Rails hingegen sind perfekt für dich geeignet, wenn du schnelle und radikale Turns in die Wellen schlitzen willst. Allerdings gelingt das nur, wenn du genau weißt, wie du deinen Körper dafür einsetzen musst. Schließlich sollten deine Fähigkeiten und die Eigenschaften deines Surfboards immer Hand in Hand gehen.

Tail Shape

Das Tail eines Surfboards ist der hintere Bereich, also das Heck des Bretts. Bestimmt ist dir schon mal aufgefallen, dass jedes Surfbrett ein anderes Tail hat. Es gibt round, square, fish, pin und ein paar weitere Tail Shapes. Die Möglichkeiten sind vielfältig und jedes Tail hat andere Fahreigenschaften. Auch Rocker, Dicke, Breite und Rails im hinteren Bereich deines Surfboards haben großen Einfluss auf die Performance des Surfbretts.

Finnen

Last but not least gehören natürlich auch die Finnen zum Design deines Surfboards. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen, Größen, Längen und Farben. Sie können weicher oder scharfkantiger ausfallen.

Die Finnen geben deinem Surfboard Halt im Wasser und sorgen dafür, dass du es drehen und manövrieren kannst. Bei sehr radikalen Top Turns kommen die Finnen sogar oberhalb der Wellenlippe gänzlich aus dem Wasser raus. Neben unterschiedlichen Finnen Boxen gibt es auch verschiedene Finnen Set-Ups: Single Fin, Twin Fin, Thruster und Quad Fin beispielsweise.

Jetzt hast du erstmal einen ganz guten Überblick über die wichtigsten Merkmale eines Surfboard Shapes. Wenn du mehr im Detail darüber erfahren möchtest, lies gerne den Artikel Surfboard Design verstehen: Diese 9 Surfboard Features machen den Unterschied.

Surfboards für Anfänger

Wie bereits erwähnt, gibt es für jedes Surflevel, für jede Surfbedingungen und für jeden Surfstyle das passende Surfboard.

Wenn du surfen lernen möchtest, solltest du zunächst auf ein Surfboard mit viel Volumen und guter Stabilität achten. Deshalb sind Softboards – auch Foamies genannt – die perfekten Surfbretter für den Start in deine Surferkarriere. Sie sind groß, dick, mit viel Volumen ausgestattet und sorgen somit für ein schnelles Anpaddeln und maximale Stabilität beim Abreiten der Welle.

Mit den voluminösen Beginner-Boards kannst du dich voll und ganz auf das Anpaddeln der Wellen und die ersten Take Offs konzentrieren. Außerdem sind Softboards sozusagen „gepolstert“ und die Finnen sind aus nachgiebigem Kunststoff gefertigt, was die Verletzungsgefahr bei dem ein oder anderen Wipe Out deutlich verringern kann.

Softboard

Softboards sind wie bereits erwähnt die idealen Surfboards für Anfänger. Mit ihrer Länge und Volumen unterstützen sie Surfanfänger bei den ersten Stehversuchen; und zwar sowohl im Weißwasser als auch in der „grünen Welle“.

Sie gleiten super schnell an, was es ziemlich einfach macht, eine Welle zu erwischen. Außerdem liegen sie stabil im Wasser und sind relativ „weich“, was die Verletzungsgefahr bei Stürzen und Zusammenstößen mit anderen Surfanfängern deutlich minimiert.

Surfcamp Betreiber Uli bei der Softboard Übergabe an eine Surferin
Softboards – wie hier in der Atlantic Surf Lodge in Frankreich – sind perfekt für Surfanfänger

Mittlerweile halten alle bekannten Surfschulen ihre Beginnerkurse mit Softboards in unterschiedlichen Längen und Volumen ab. Du siehst die bunten Surfbretter daher an fast jedem Surfspot. Aber nicht nur Surfschulen, sondern auch begeisterte Surf-Neulinge kaufen sich ersten Surfversuche gerne eines dieser dicken Softies. Auch große Sporthändler wie Decathlon und Co. haben inzwischen einige gute Softboard Modelle in ihrem Sortiment.

Galten Softboards früher noch als reine Surfbretter für Anfänger, so erfreuen sich die dicken Allrounder mittlerweile aber auch bei vielen fortgeschrittenen Surfern großer Beliebtheit. Auch als erfahrener Surfer schadet es auf keinen Fall ein Softboard im Quiver zu haben. Für Surftage mit kleinen schwabbeligen Wellen, die wenig Schub haben, ist ein Softboard wie gemacht – und zwar unabhängig vom Surflevel.

Außerdem gibt es mittlerweile auch eine ganze Reihe von Performance Softboards namhafter Surfmarken wie Mick Fanning, Softech, KANOA, Torq, oder Catch Surf auf dem Markt. Diese Softboards rocken nicht nur grüne Wellen, du kannst mit ihnen teilweise sogar radikale Manöver bis hin zu Air Moves üben.

Mehr Infos zu den Vor- und Nachteilen von Softboards sowie zu den qualitativ hochwertigsten Marken kannst du in unserer Softboard Review nachlesen.

Surfboards für Intermediates

Du paddelst die meisten Wellen sicher an, kriegst auch viele Take Offs hin und surfst deine ersten grünen Wellen? Gratulation, du hast den Schritt vom Surfanfänger zum Intermediate Surfer geschafft.

Jetzt ist es wichtig am Ball zu bleiben und ein Surfboard zu finden, das deinen Lernfortschritt auch weiterhin gut unterstützt. Ein super Übergangsboard vom Surfbeginner zum Shortboard Surfer ist z.B. ein Fish Surfboard.

Fish Surfboard

Ein Fish Surfboard erinnert an die Outline – na, wer hätte das gedacht – eines Fisches. Vor allem das Surfboard Tail ist geformt wie die Schwanzflosse seines tierischen Namensvetters. Darüber hinaus sind Fish Surfboards eher kurz und breit, aber dafür relativ dick und mit viel Volumen ausgestattet.

Das Fish Surfboard ist ein super Allrounder im Surfurlaub
Voluminöse Fish Surfboards sind eine gute Option für Intermediate Surfer

Dabei wurden die fischigen Alleskönner bereits in den 1960ern ursprünglich zum Knie-Surfen entwickelt. Mittlerweile feiern sie weltweit ein großes Comeback in der Surfer Szene. Besonders aufgrund der breiten Einsetzbarkeit, was unterschiedliche Surfbedingungen betrifft, sind die dicken Allrounder bei Surfern sehr beliebt.

Die größten Vorteile eines Fish Surfboards sind Paddel Power, Speed und Vielseitigkeit. Durch ihre Breite, dem guten Auftrieb und wenig Rocker (Krümmung) lassen sich Fish Surfboards vergleichsweise schnell und einfach paddeln. Dadurch wird nicht nur deine Wellenausbeute größer, sondern natürlich auch der Spaßfaktor.

Speed is key. Und auch in Sachen Schnelligkeit und Wendigkeit lassen sich die kleinen Fische von kaum einer anderen Surfboard-Gattung etwas vormachen. Durch den einzigartigen Shape generieren Fish Surfboards extrem viel Geschwindigkeit. Das lässt dich souverän durch die Wellen gleiten und wenn nötig auch durch mehrere kraftlose Wellen-Sections flitzen. Das spezielle V-förmige Fish Tail sorgt dabei für maximalen Halt und hohe Wendigkeit. Surferherz, was willst du mehr?

Zu guter Letzt überzeugt der Fish aber vor allem als toller Allrounder im Surf Quiver. Mit einem Fish Surfboard gelingt es dir aus so ziemlich jeder Surfbedingung das Maximum an Spaß herauszuholen. Wegen der geringen Länge lassen sich Fish Surfboards zudem leicht transportieren, was sie zu einem idealen Reisebuddy macht.

Du möchtest gerne mehr über die fischigen Spaßvögel erfahren? Dann check gleich mal unseren Artikel Fish Surfboards: 10 Dinge, die du über die voluminösen Allrounder wissen musst.

Surfboards für fortgeschrittene Surfer

Fortgeschrittene Surfer legen viel Wert auf Surfboards, die viel Speed generieren und gleichzeitig eine hohe Wendigkeit aufweisen. Sie feilen ständig an ihrem Surfstil und üben sich darin, radikale Manöver und immer vertikalere Turns zu meistern.

Surfprofis sind am liebsten in mittleren bis großen Wellen mit viel Power unterwegs. Sie genießen oft den Ausblick aus der Tube und haben viel Spaß daran, sich ordentlich barreln zu lassen. Immer mit dabei ist das Shortboard ihrer Wahl. Doch was ist eigentlich das Besondere an einem Shortboard?

Shortboard

Ein Shortboard ist, wie der Name schon sagt, ein kurzes Surfboard mit relativ wenig Volumen. Meist hat es relativ dünne, spitz zulaufende Rails und eine ziemlich spitze Nose.

Durch den sportlichen Shape ist es super wendig und perfekt für radikale Turns in steilen Wellen. Aufgrund des geringen Volumens hat ein Shortboard aber auch weniger Auftrieb und ist schwieriger zu paddeln und zu kontrollieren. Allerdings lässt es sich beim Rauspaddeln mit einem Shortboard deutlich einfacher durch die Wellen durchtauchen als mit einem voluminösen Surfboard.

In Holland surfen-Scheveningen Noord shortboard snap
Mit einem Shortboard – wie hier im holländischen Scheveningen – können fortgeschrittene Surfer ordentlich Rabatz machen

Normalerweise sind Shortboards zwischen 5’6 – 6’9 Fuß lang bzw. kurz. Mit ihrem ausgeprägten Rocker passen sich die agilen Surfbretter perfekt an steile, hohle Wellen an und sorgen somit für einen hohen Spaßfaktor – vorausgesetzt du kannst solche anspruchsvollen Surfbedingungen handeln.

In runden, kraftlosen Wellen, wie man sie am Atlantik häufig in den Sommermonaten vorfindet, sind Shortboards hingegen meist nicht die beste Wahl. Ein durchschnittlicher Urlaubssurfer wird es kaum hinbekommen, ausreichend Speed zu generieren, um überhaupt erstmal eine Welle zu erwischen, geschweige denn sie zu surfen.

Eine wichtige Voraussetzung fürs Shortboard Surfen ist außerdem, das Surfboard ständig von Rail zu Rail manövrieren zu können, um das Momentum hoch zu halten und die Welle nicht zu verlieren. Denn Shortboards ziemlich tricky zu handeln. Sie reagieren auf jede kleine Gewichtsverlagerung und verzeihen kaum Fehler.  

Aus diesem Grund sollten auch nur erfahrene, fortgeschrittene Surfer von einem Intermediate-Board auf ein Shortboard wechseln. Häufig sehen wir leicht überforderte Surfer im Line Up, die offensichtlich zu früh zum Shortboard gegriffen haben.

Diesen Fehler solltest du auf gar keinen Fall machen! Zum einen ist es extrem hinderlich für deinen Surf-Fortschritt und zum anderen sorgt es eher für Surf-Frust als Surf-Lust.

Wenn du mehr über Shortboards wissen möchtest, checke auch den Artikel Shortboard surfen: Was du als Surfer können solltest, um auf ein Shortboard zu wechseln.

Longboard

Der Traum vom Longboard Surfen: Das bedeutet super relaxed und mega stylisch auf einem ziemlich langen Surfbrett die Wellen abzureiten. War es einst die erste und ursprünglichste Form des Surfens, so erfreut sich der Longboard Surf nach einer längeren Durststrecke heute wieder zunehmender Beliebtheit.

Top-Turn-auf-dem-Longboard-von-Luke
Longboard Surfen ist ein eigener Stil, den nur erfahrene Surfer wirklich beherrschen

Longboards sind sehr lange Surfbretter mit viel Volumen und logischerweise auch viel Auftrieb. Sie sind in der Regel zwischen 8’ und 12’ Fuß lang, womit sie definitiv zu den Cruisern unter den Surfboards zählen.

Bei Surfboards kannst du dir generell merken: Länge läuft! Soll bedeuten, dass du auf einem Longboard mit relativ wenig Kraftaufwand beim Paddeln ziemlich früh und easy in die Wellen kommst.

Ein weiterer Vorteil beim Longboard Surf ist, dass schon kleine, runde Wellen für sehr viel Freude im Wasser sorgen. Auf einem Longboard kannst du die Wellen im Line Up weiter draußen und viel früher anpaddeln, als zum Beispiel die Surfer auf Shortboards.

Aber Achtung: Das sorgt nicht immer für gute Stimmung! Lass auf jeden Fall auch immer genügend Wellen für die anderen Surfer durch, denn „sharing is caring“. Zu viel Egoismus im Line Up sorgt für schlechte Stimmung und negative Vibes beim Surfen. Und das will nun wirklich niemand im Wasser!

Außerdem sollte dir klar sein: Longboard surfen ist durchaus anspruchsvoll und definitiv nichts für Anfänger. Es ist nicht so einfach, das vergleichsweise große Board ständig im Griff zu haben. Weil sich ein Longboard nicht duckdiven lässt und zudem sehr träge ist, kann es schnell zur Gefahr für dich und die andere Surfer werden. Daher benötigst du ein gewisses Maß an Erfahrung, bevor der Umstieg auf ein Longboard überhaupt in Frage kommt.

Auch für die typischen Longboard Manöver wie Cross Steps, Hang Five und Hang Ten braucht es jahrelange Erfahrung in unterschiedlichen Surfbedingungen.

Du möchtest 10 gute Gründe fürs Surfen mit Longboard erfahren? Dann lies gerne den Beitrag Longboard Surf dazu.

Surfboard kaufen: 5 typische Fehler und wie du sie vermeidest

Nun ist es endlich so weit. Du hast schon einige Aufenthalte in einem Surfcamp hinter dir, fühlst dich halbwegs sicher im Catchen grüner Wellen und möchtest dir so langsam mal ein eigenes Surfboard kaufen?

Gute Entscheidung, gratuliere! Aber Vorsicht: Damit du auch von Anfang an viel Freude mit deinem Surfbrett hast, solltest du einige Dinge beim Surfboard Kauf beachten.

Tipp: Eine hilfreiche Orientierungshilfe bei der Surfboard Suche bieten die beiden Barefootsurf Video Tutorials Surfboards für Anfänger und Surfboards für Intermediates.

Im Folgenden zeigen wir dir die häufigsten Fehler beim Surfbrett Kauf und wie du sie am besten vermeidest:

1. Du kaufst ein zu kleines Surfbrett

Das ist tatsächlich der häufigste Fehler beim Surfboard Kauf. Super motivierte Surferdudes und Surfergirls spazieren in einen Surfshop hinein und kommen mit einem sehr stylischen aber viel zu kleinen Surfbrett wieder raus.

Hör auf uns: Mach diesen Fehler auf gar keinen Fall! Wenn du dir unsicher bist, welche Surfboard Größe für dich ideal ist, frag am besten erfahrene Surfer, die dich schon mal surfen gesehen haben. Oder noch besser: lass dich in einem Surf Shop professionell beraten.

Natürlich ist es verlockend ein kleines, radikales Shortboard mit nach Hause zu nehmen. Wenn du es aber noch nicht handeln kannst, tust du dir damit absolut keinen Gefallen. Du wirst im Wasser schnell überfordert sein und statt positiver Surf-Stoke wird sich schnell negativer Surf-Frust bei dir einstellen.

Außerdem hältst du deinen Surf-Progress damit nur unnötig auf. Also nimm lieber eine Nummer größer, erwisch mehr Wellen und hab mega viel Spaß im kühlen Nass.

2. Der Board Shape stimmt nicht mit deinem Surfstil überein

Auch dieser Punkt sollte vor und beim Surfbrett Kauf in deinem Kopf verankert sein. Wo möchtest du überhaupt hin auf deiner Surfreise? Willst du dich in Barrels schmeißen und radikale Turns in steile Wellen schlitzen? Oder siehst du dich eher super gechillt in kniehohen Wellen herum cruisen?

Zwischen einem Shortboard und einem Longboard liegen Welten und je nach Surfvorliebe unterscheiden sich die idealen Bretter in Größe, Volumen und Shape extrem voneinander. Du würdest ja auch nicht auf dem Rennrad eine Downhill-Strecke hinunter rasen, oder?

3. Das Surfbrett übersteigt dein Surflevel

Die Größe, Länge und das Volumen deines Surfboards sollten mit deinem Surflevel übereinstimmen. Je kleiner und weniger Volumen ein Surfboard hat, desto wendiger aber auch instabiler ist es in der Welle. Bist du gerade dabei deine Take Offs zu verbessern, die Paddeltechnik zu verfeinern und die ersten Turns zu trainieren, nimm besser ein Surfbrett mit mehr Volumen.

Welches Volumen das passende für dich ist, kannst du z.B. mit dem Volumenrechnervon Blue Tomato herausfinden.  

Ein 7 bis 8 Fuß langes Softboard, Funboard oder Mini Malibu sind deutlich stabiler, gleiten schneller an und verzeihen auch den ein oder anderen technischen Fehler. Erst wenn deine Take Offs wirklich sitzen, du fast jede angepaddelte Welle kriegst und deine Bottom und Top Turns solide sind, kannst du darüber nachdenken auf ein kleineres Brett zu wechseln.

4. Dein Surfboard passt nicht zum Surfspot

Wo wirst du hauptsächlich surfen gehen? Ist es ein Reef Break mit großen, kräftigen Wellen wie z.B. auf Fuerteventura im Winter? Oder sind es eher Spots mit kleineren, sanft brechenden Wellen, wie an der Ostsee oder an der französische Atlantikküste im Sommer?

Du solltest deine Surfboard Wahl auf jeden Fall darauf abstimmen, wo du am häufigsten ins Wasser gehst. Als Faustregel gilt: Je kleiner und kraftloser die Wellen, desto mehr Volumen brauchst du unter den Füßen.

Du kennst deine Surfspots zwar, bist dir aber unsicher, welche Surfboard Art dafür am besten geeignet ist? Kein Problem! Geh einfach in den Surf Shop deines Vertrauens und lasse dich dort von kompetenten Surfern beraten.

5. Du kaufst, ohne zuvor verschiedene Surfboard Shapes getestet zu haben

Dieser Tipp ist essentiell: Bevor du ein Surfbrett kaufst teste, teste und teste was das Zeug hält. Leih dir am besten verschiedene Surfboards mit unterschiedlichen Shapes und mit unterschiedlichem Volumen aus, um sie bei verschiedenen Bedingungen einem Praxistest zu unterziehen.

Viele Surfer brauchen Jahre, um ihr Magic Board zu finden. Die meisten machen den Fehler, erst viel zu spät in ihrem Surferleben verschiedene Board Shapes auszuprobieren. Aber die Suche lohnt sich. Mit deinem persönlichen Magic Surfboard wirst du deine Surf Sessions viel mehr genießen können, schnellere Fortschritte machen und mit dem größten Smile im Gesicht im Line Up sitzen. Paddeln, Gleiten, Take Offs und Manöver – es stimmt einfach alles.

Surfboard-Beratung im Surf Shop

Die meisten von uns haben leider nicht das Glück, am Meer zu leben. Als landlocked Surfer ist es deshalb umso wichtiger, den Surf Shop deines Vertrauens in der Nähe zu haben bzw. zu wissen, wo es in deiner Umgebung vernünftige Surf Shops gibt.

Magic Quiver Surfshop in der Altstadt von Ericeira Portugal
In einigen Surfshops – wie hier im Magic Quiver Shop in Ericeira – kannst du dich super beraten lassen

Wir haben dir die Arbeit abgenommen und gründlich recherchiert, wo du in Deutschland – und auch online – die besten Surfläden findest. In unserer großen Surf Shop Review findest du die renommiertesten Surfläden des Landes, inklusive Serviceleistungen, Marken und Highlights im Sortiment.

Bevor du jetzt also losläufst, um dir ein Surfboard zu kaufen, schau doch vorher mal in den Beitrag Surf Shop Review: Wie auch du fernab vom Meer die passende Surfausrüstung findest rein. Unsere Recherchen und Empfehlungen deutscher Surf Shops werden dir bestimmt dabei helfen, den für dich passenden Laden zu finden.

Surfbrett gebraucht kaufen

Gebrauchte Surfboards gibt’s wie Sand am Meer. In den Surf Shops deiner Stadt, in Online Shops oder diversen Foren bzw. bei Ebay und in der beliebten Facebook-Gruppe Second Surf.

Generell spricht auch nichts dagegen, ein Surfbrett gebraucht zu kaufen. Gerade am Anfang deiner Surfer-Karriere muss es nicht immer gleich ein nagelneues Schmuckstück sein. Aber Achtung: Es gibt gewisse Dinge, die du beim Kauf eines gebrauchten Surfboards unbedingt beachten solltest. Schließlich willst du ja nicht die Katze im Sack kaufen, oder?

Gewisse Abnutzungsspuren wie kleine Dellen, Kratzer oder gelbliche Verfärbungen sind völlig normal. Es gibt allerdings auch sichtbare Hinweise für schwere Mängel. Wenn das Surfbrett zum Beispiel schlecht repariert worden ist und Wasser gezogen hat, solltest du besser die Hände davon lassen.

Aber no worries! Wenn du nachfolgende Punkte beim Kauf eines gebrauchten Surfboards beachtest, kann eigentlich kaum etwas schief gehen:

  • Der Preis ist vernünftig (bis zu -50% vom Neupreis)
  • Das Surfboard ist nicht mit farbigem Lack oder einer dicken Wachsschicht überzogen (Schäden könnten so kaschiert werden)
  • Es gibt keine dunkelgelb verfärbten Stellen & der Stringer ist nicht beschädigt
  • Die Finnenboxen bzw. Finnen sind intakt
  • Der Verkäufer ist vertrauenswürdig (z.B. renommierter Surf Shop)
  • Du machst einen gründlichen Surfboard-Check & faire Preisverhandlung

Möchtest du gerne im Detail erfahren, wie du ein gutes, gebrauchtes Surfboard von einem minderwertigen Second Hand Surfbrett unterscheiden kannst? Dann lies am besten gleich den kompletten Ratgeberartikel: Surfbrett gebraucht kaufen: Das musst du wissen!

Was kostet ein Surfboard?

Die Entscheidung ist gefallen, du weißt genau was du willst und bist bereit in ein eigenes Surfboard zu investieren. Aber mit welchen Kosten musst du dafür rechnen? Nun ja, das kommt ganz darauf an, ob es neu oder gebraucht sein soll, von der Stange oder speziell vom Shaper für dich angefertigt.

Surf Outlet von Hossegor Alltroc_gute Adresse für gebrauchte Surfboards in Frankreich
Gebrauchte Softboards gibt es teileweis schon für 100-150 Euro

Gebrauchte Surfboards bekommst du bereits für etwa 150 bis 300 Euro. Je nach Shape, Marke, Zustand und Größe variieren die Preise.

Neue Surfboards kannst du entweder von der Stange im Surf Shop oder direkt beim Shaper kaufen. Letzteren Variante ist in der Regel etwas teurer, dafür wird dir dein Surfboard aber auch ganz individuell nach deinen Bedürfnissen und Wünschen gestaltet.

Kleinere Surfboard Labels bieten ihre Surfbretter bereits für einen Preis von um die 300 Euro an. Bekannte Surfmarken wie Firewire, Lost oder Pukas Surfboards fangen bei etwa 400 Euro an, können aber auch über 1000 Euro kosten.

Ein solides,für Surfanfänger geeignetes Softboard bekommst du für etwa 200 bis 300 Euro, während Longboards die mit Abstand teuerste Surfboard Gattung darstellen. Für ein neues, hochqualitatives 9 Fuß Longboard kannst du ein echtes Vermögen ausgeben.

Wieviel Volumen braucht dein Surfboard?

Grundsätzlich gilt: Je größer und schwerer du bist, desto mehr Volumen und Länge solltest du für dein Surfboard wählen. Natürlich hängt es auch davon ab, welches Surf-Level du hast und wie fit du bist.

Um dir einen Anhaltspunkt zu geben, haben einige Surf Shops einen Online Ratgeber zu diesem Thema entwickelt. Die blaue Tomate hat zum Beispiel einen Surfboard Ratgeber auf ihrer Webseite veröffentlicht, inklusive Volumenrechner. Check den doch einfach gleich mal aus:

Surfboard Herstellung: Nachhaltigkeit & Umweltschutz

Du möchtest nicht nur ein passendes Surfboard kaufen, sondern legst auch Wert auf eine nachhaltige Herstellung? Das finden wir spitze! Und wir haben gute Nachrichten für dich: Es gibt nämlich tatsächlich eine kleine, feine Auswahl an Surfboard Herstellern, denen unser blauer Planet genauso sehr am Herzen liegt wie uns.

TORQ Surfboards, Patagonia & Co.

Bei der Herstellung von Surfboards wird nicht immer auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz geachtet. Die meisten Hersteller produzieren jede Menge vermeidbaren Abfall während des Produktionsprozesse.

Surfbikini Test_Surferin mit Torq Surfboard in Nordspanien

Und auch bei der Entsorgung gibt es Probleme: Die meisten Surfboards sind schwer bis gar nicht zu recyceln und gewisse Bestandteile wie Epoxyd- oder Polyester-Harz können unsere Umwelt stark belasten, vor allem wenn sie nicht richtig entsorgt werden.

Glücklicherweise gibt es aber auch Surfboard Hersteller, die auf ihren ökologischen Fußabdruck achten. Wie zum Beispiel Kun_tiqi. Dieser Surfbrett-Produzent aus Nordspanien setzt fast ausschließlich auf natürliche Materialien wie Balsa-Holz. Ähnliches gilt für den französischen Hersteller Notox, welcher biologische Fasern, pflanzliche Stoffe und lokale Rohstoffe verarbeitet. Torq Surfboards minimiert zumindest die Abfallmenge bei der Surfboard-Herstellung durch eine ausgefeilte, computergesteuerte Produktfertigung.

Auch Produzenten von Neoprenanzügen können ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten. Pro Limit und Patagonia verwenden für ihre nachhaltigen Neos zum großen Teil nachwachsendes Naturkautschuk von Gummibäumen.

Wenn du mehr über dieses Thema erfahren möchtest, lies dazu gerne den Beitrag TORQ Surfboards, Patagonia & Co. Umweltbewusstsein fängt an bei der Kaufentscheidung.

Surfboard sicher transportieren

Du hast die nächste Surfreise gebucht und möchtest nun dein geliebtes Surfboard praktisch und vor allem sicher mit auf Reisen nehmen? Dann brauchst du ein spezielles Boardbag. Aber Vorsicht: Bevor du jetzt losrennst und dir das erstbeste Surf-Boardbag kaufst, solltest du noch ein paar Dinge beachten.

Merkmale der Boardbag wie Größe, Gewicht, Dicke der Polsterung, Kapazität und Verarbeitung sind neben dem Preis ausschlaggebend.

Wenn du lange Freude an deiner Surf-Boardbag haben willst, solltest du dir diese Punkte vorher genau überlegen. Schließlich macht es wenig Sinn ein superbilliges Boardbag zu kaufen, wenn das geliebte Surfbrett nach dem Flug wie Schweizer Käse aus dem Flieger kommt, oder?

Zusätzliche Features wie Rollen oder Plastikverstärkungen können bei Vielfliegern von Vorteil sein. Es kann aber auch sinnvoll sein, ein größeres Surf-Boardbag zu wählen, da du dadurch mehr Knautschzone und zusätzlichen Stauraum für Neos, Ponchos oder Finnen hast.

Du siehst, es ist gar nicht so einfach, das richtige Boardbag zu finden. Wenn du wissen willst, worauf du sonst noch achten musst, lies gerne unsere Ultimativen Boardbag Review.

Fazit

Wie du siehst, ist es gar nicht so einfach, das passende Surfboard für dein Surflevel, deinen Lieblingsspot und deine aktuelle Surffittness zu finden. Neben dem Testen verschiedenen Shapes solltest du dich daher ausführlich in einem Surfshop oder am besten sogar von einem erfahrenen Surfboard Shaper beraten lassen.

Wenn du zuhause vor deinem Laptop sitzt und sofort mit der Recherche loslegen möchtest, können aber auch der Blue Tomato Surfboard Ratgeber sowie die Barefoot Video Tutorials Surfboards für Anfänger und Surfboards für Intermediates als eine gute erste Orientierung dienen.

Alle weiteren Beiträge zum Surfboard Thema findest du hier bei Surfnomade – viel Spaß beim Stöbern:

SURF SHOP REVIEW 2018: WIE AUCH DU FERNAB VOM MEER DIE PASSENDE SURFAUSRÜSTUNG FINDEST

Surf Shop Review 2018 bei Surfnomade

Die Vorfreude auf den nächsten Surftrip beginnt spätestens mit dem Duft nach Surfwachs im nächstgelegnen Surf Shop. Und das Tolle ist, dass das Angebot an richtigen Surfläden in Deutschland größer ist als du denkst. In welchen Städten du einen Surf Shop findest, was sich alles in ihrem Sortiment verbirgt und wo du am besten dein Surfboard reparieren lassen kannst, erfährst du in dieser umfangreichen Surfshop Review.