Fish Surfboard: 10 Dinge, die du über die voluminösen Allrounder wissen musst

Ein Beitrag von Sarah Zahn

Fische gehören ins Meer, wie Surfwachs aufs Surfbrett. Aber wieso reden immer mehr SurferInnen davon, mit ihrem Fish ins Line-Up zu gehen?!

Wenn du dir in diesem Moment vorstellst, wie du in deinem geblümten Neoprenanzug auf einem Karpfen durch die Barrel fliegst, solltest du diesen Artikel vielleicht lesen.

Wenn du bereits eine andere Vorstellung vom Fish Surfboard im Kopf hast oder gar selber begeisterter Fish Surfboard-Surfer bist, bekommst du in den folgenden Zeilen vermutlich trotzdem den einen oder anderen hilfreichen Input.

Fishige Vorteile im Überblick

Speed: Mit ihrem flacheren Rocker und einer breiteren Outline sind Fish-Surfboards super schnell beim Down-The-Line Surfen. Geschwindigkeit ist ihr großer Vorteil, um knifflige Sektionen zu meistern und die Basis für vertikalere Turns zu kreieren.

Paddel Power: Durch die zusätzliche Breite und Dicke haben Fish-Surfboards in der Regel mehr Volumen und Auftrieb – in Kombination mit dem flacheren Rocker lassen sie sich verdammt gut paddeln, was dazu führt, dass du mehr Wellen erwischst und insgesamt mehr Spaß beim Surfen hast.

Vielseitigkeit: Während Fish Surfboards ursprünglich für hohle, druckvolle Reefbreaks entwickelt wurden, haben sie sich zu Recht den Ruf erarbeitet, auch aus kleineren Wellen mit Onshore Winden – wie z.B. an der Ostsee   – das Maximum an Spaß rauszuholen.

Nun aber ganz viel Spaß mit dieser Liebeshymne (sorry, Spoiler) an die voluminösen Alleskönner!

Wieso heißt ein Fish Surfboard eigentlich Fish Surfboard?

Fangen wir mal mit der Frage aller Fragen an. Denn während die Herleitung der Namen Shortboard und Longboard auf den ersten Blick offensichtlich ist, scheint der Begriff Fish Surfboard etwas weiter hergeholt zu sein. Fisch, Wasser, Meer, Surfen.. nee, irgendwie sehr weit hergeholt.

Das Rätsel löst sich bei einem genaueren Blick auf das Tail, also den hintersten Bereich des Surfbretts. Denn dieser ist – tadaaa – geformt wie eine Fischflosse! Je nach Board kann die Form unterschiedlich prägnant ausfallen, bleibt allerdings immer schwanzflossenartig.

Dieser Shape sorgt beim Surfen für maximalen Halt bei hohe Wendigkeit und ermöglicht dir auf diese Weise das einzigartig fishige Fahrgefühl. Besonders in schnellen Wellen schätzen viele Fish Surfboard SurferInnen diese Merkmale sehr, aber dazu später mehr.

Klein, aber sehr fein (und mollig)!

Ein weiteres auffälliges Merkmal von einem Fish Surfboard im Vergleich zu seinen sowohl kürzeren, als auch sehr viel längeren Geschwistern, ist wohl der generelle Shape und die kleinere Größe. Die typische Fish-Länge liegt zwischen 5 und 6 Fuß, in Ausnahmefällen auch mal bei bis zu 8 Fuß.  

Das Fish Surfboard ist ein super Allrounder im Surfurlaub
Klein aber fein – Fish Shapes sind ideal für kleine kraftlose Sommerwellen

Was einem Fish Surfboard im Durchschnitt an Länge fehlt, macht es jedoch durch sein vergleichsweise großes Gesamtvolumen locker wieder wett. Schön dick muss es sein und einem echten Fisch dadurch noch mehr in seiner Anatomie ähneln.

Und wenn es zur Wahl des passendes Surfboards für dich kommt, besagt eine fishige Faustregel, dass dein Fish Surfboard etwa 5-15 cm kleiner sein sollte, als du selber (je nach Körpergewicht).

Letztendlich kommt es selbstverständlich auch auf dein Surf-Level und deinen persönlichen Geschmack an und es geht alles, was dir in den Wellen Spaß bringt. Besonders wenn du dich selber noch eher zu den fortgeschritteneren Surfanfängern oder Intermediates zählst, ist ein größeres Fish Surfboard aber mit Sicherheit die bessere Wahl, damit du möglichst viele Wellen erwischst und auf diese Weise schnell Fortschritte erzielen kannst.

Tipp: Mit dem Surfboard Ratgeber von Blue Tomato kannst du das passende Fish Surfboard finden.

Stehst du noch nicht so lange auf dem Surfboard, raten wir dir an dieser Stelle erstmal sicherer zu werden, bevor du auf ein Fish Surfboard umsteigst.

Ein zu früher Wechsel auf ein anspruchsvolleres Board ist einer der häufigsten Anfängerfehler und kann sehr schnell zu Frustration und einer eher fallenden Lernkurve führen. Auch wenn so ein kurzes Fishboard unterm Arm sich natürlich immer cooler macht, als ein sperriges Foamie über den Strand zu schleppen.

Aber vertrau uns, schließlich willst du ja bestimmt auch im Wasser nicht wie ein Kook (frei übersetzt: Surf-Depp) aussehen. Und das Surfen lernen braucht nun einmal viele, viele Wellen und Zeit. Bis du soweit bist, ist ein voluminöses Softboard definitiv die bessere Wahl.

Spitzname Twinnie

Kommen wir zu einer weiteren Besonderheit der sympathischen Allrounder: die Finnen.

Denn passend zum Fish Tail mit seinem schwanzflossenartigem Ende wird ein Fish Surfboard meistens nur mit zwei Finnen versehen. Und kommt auf diese Weise zu seinem Spitznamen “Twinnie”.

Aber Achtung: ein Surfboard mit zwei Finnen ist nicht gleich ein Fish Surfboard, das wird oft durcheinandergebracht.

Die Zweier-Kombi wird dir bei einem Umstieg vom herkömmlichen Thruster (Surfboard mit drei Finnen), durch die fehlende Mittelfinne zunächst vermutlich instabiler vorkommen. Gib dir ein wenig Zeit im Wasser und du wirst schnell die Vorzüge im Hinblick auf Schnelligkeit und Wendigkeit lieben.

Ein Set-Up aus vier Finnen ist ebenfalls sehr beliebt unter Fish-Surfern und auch hier, wie immer beim Surfen gilt: Hauptsache es macht Spaß! Was dir persönlich am besten gefällt, wirst du durch das Ausprobieren verschiedener Bretter und Finnen Set-Ups schon herausfinden.

Daher können wir dir an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen, dir vor deinem nächsten Surfboard-Kauf ein paar unterschiedliche Modelle auszuleihen.

Ein Fish Surfboard ist ein perfekter Atlantik-Buddy

Sich für ein passendes Surfbrett zu entscheiden, hängt neben deinem Surf-Level zudem maßgeblich von den Wellen ab, die du am liebsten surfst. Es macht schließlich wenig Sinn, mit einem 9ft großen Longboard in der Münchener Flusswelle am Eisbach aufzukreuzen oder mit einem 5ft kurzem Performance Shortboard kniehohe Wellen rippen zu wollen.

Fish Surfboard sind eine gute Option für Ostsee und Nordsee
Ein echter Allrounder – egal ob für Atlantik, Nord- oder Ostsee

Da macht es dir ein Fish Surfboard schon etwas leichter. Wie bereits beschrieben, ist so ein Fish Surfboard oftmals eher klein, dafür ein echter Wonneproppen mit viel Volumen. Und genau diese Kombination verschafft dir die Möglichkeit, sehr wendig im Wasser unterwegs zu sein und trotz kleinerer Wellen immer noch ausreichend Speed für schöne Carves und Cutbacks aufzubauen.

Denn auch bei Konditionen, die eher nicht dem Bilderbuch des Surfens entsprechen, macht das Fish Surfboard weiterhin Spaß. Dieses Merkmal kann besonders dann von Interesse für dich sein, wenn du viel vor deutschen Küsten rumpaddelst oder die meisten deiner Surftrips an der europäischen Seite des Atlantiks enden. Denn seien wir mal ehrlich: für glasklare Point-Breaks sind die Meere in unseren Gefilden eher weniger bekannt.

Ein weiteres Merkmal ist der meist sehr flache Shape, wenn du dir das Board von der Seite anschaust. Oder im Surf-Jargon ausgedrückt: ein Fish Surfboard hat wenig Rocker. Dieses Design sorgt dafür, dass du sehr viel Geschwindigkeit auf der Welle generieren kannst.

Nur für hole Wellen über 2m ist das Fish Surfboard eher weniger zu empfehlen, außer du gehörst zu der Kategorie sehr erfahrene Surferin bzw. erfahrener Surfer. Durch den geringen Rocker kommt es schneller zu Nose-Dives und die Tendenz dazu steigt mit zunehmender Wellen-Größe.

Ein Fish Surfboard ist ein super Reisebegleiter

Falls es dann doch mal soweit kommt und du das große Glück hast, dem Atlantik mit einem abenteuerlichen Surftrip fremdgehen zu können, stehst du vermutlich fragend vor deinem begrenzten Boardbag und weißt nicht, welche Surfbretter du aus deinem Quiver (Surfboard-Sammlung) mit auf die große Reise nehmen sollst. Wie wäre es, mit einem einzigen?

Das Fish Surfboard ist ein super Allrounder Surbrett auf Reisen
Ein Board für alle Fälle: Fish Surfboards haben viele Vorteile auf Surfreisen

Keine doppelte oder dreifache Angst, dass deine Boards den Flug nicht überstehen dafür mehr Platz im Boardbag, um dein Surfbrett angemessen zu polstern. Kein unnötiges Gewicht, dass du vom Bahnsteig zum Flugsteig und von Hostel zu Hostel schleppen musst. Ja, die Rede ist von einem Fish Surfboard.

Denn wie dir inzwischen bewusst sein sollte, handelt es sich beim Fishboard um einen absoluten Alleskönner, der in fast allen Surfbedingungen gut funktioniert. Genau diese Eigenschaft macht ihn auch zu einem perfekten Reisebuddy.

Doch nicht nur das: Wenn du dem Minimalismus huldigst oder nicht über den großen Luxus einer eigenen Surfgarage verfügst, ist der Fisch als alleiniger Protagonist deines Ein-Board-Quivers absolut zu empfehlen.

Ein Fish Surfboard ist der Spaßvogel unter den Surfbrettern

Neben deiner Vorliebe für bestimmte Wellen und deinem Level an Surferfahrung, gibt es noch einen weiteren Faktor, dem du dir bewusst sein solltest, wenn du dich für ein neues Surfboard entscheiden willst.

Die Rede ist von der Art des Surfens. Denn während du mit einem klassischen Shortboard voraussichtlich eher dem performanten Stil von Kelly Slater nacheifern wirst, ist ein Longboard für seine tänzerische Surfweise beliebt.

Das Fish Surfboard ist ein echter Spaßvogel
Fish Surfboards stehen für mehr Spaß in den Wellen

Und das Fish Surfboard? Das ist eindeutig der Spaßvogel in deinem Quiver.

Ein Surfbrett, mit dem du Wellen noch einmal ganz anders genießen kannst. Denn die Herkunft des Namens erklärt sich neben der bereits erwähnten Merkmale in noch einer Sache: der Fahrweise.

Guck dir am besten gleich mal ein Video dazu an und du weißt genau, was wir meinen. Die Bewegungen beim Speed generieren, die runden Turns, all das erinnert eindeutig an die Schwimmweise eines Fisches. Und gib es zu: du wolltest schon immer mal wie ein Fisch schwimmen können oder?

Es gibt sie auch in Retro

Surfen und die Vibes der 70er Jahre gehören zusammen, wie die Leash ans Surfboard. Und neben den Longboards vermag kaum ein anderes Surfbrett diese goldene Ära des Surfens so gut in die Gegenwart zu transportieren, wie ein Retro Fish Surfboard.

Damit gemeint ist der klassische Shape, also kurz, breit, dick mit zwei Finnen. Wie 1967 erfunden vom kalifornischen Knie-Surfer Steve Lis, der die Grenzen des Surfens kreativ verschieben wollte. Was ihm offensichtlich erfolgreich gelungen ist.

Zwar wird ein Fish Surfboard wie ursprünglich gedacht in den seltensten Fällen auf den Knien gesurft und auch in Wettkämpfen sind sie kaum anzutreffen. Zudem sorgte die Erfindung des Thruster Performance Surfboards zeitweise für eine nachlassende Begeisterung. Doch inzwischen verzaubern die Fish Surfboards die Surfwelt wieder mit ihrem ganz individuellen Charme und sind in den überwiegenden Fällen fester Bestandteil des Line-Ups.

Fish Surfboard LiebhaberInnen, die du kennen solltest

Fangen wir bei einer Surferin an, die nicht nur durch ihren unglaublichen Stil im Wasser begeistert, sondern sich sehr aktiv für eine bessere Welt einsetzt und deswegen auch an Land ein echtes Vorbild ist.

Die Rede ist von Leah Dawson. Wenn sie surft, tanzt sie übers Meer und hat ihre Füße dabei sehr oft auf einem Fish Surfboard. Sehr inspirierend und unglaublich schön anzusehen.

Der nächste Surfer, von dem du auf jeden Fall schon mal gehört haben solltest, ist Rob Machado. Der lockige Freigeist und ehemaliger Rivale von Kelly Slater, hat sich bereits vor langer Zeit vom Wettkampf-Surfen losgesagt und bereist seitdem die Welt und ihre unzähligen Wellen.

Auch er ist ein großer Fish-Liebhaber und setzt sich aktiv für eine grünere Umwelt ein. Wie er beide Leidenschaften miteinander vereint, erzählen wir dir im nächsten Abschnitt.

Und noch ein Name, den du in Bezug auf die fishigen Surfbretter unbedingt gehört haben solltest, ist Asher Pacey. Der sympathische Australier ist jemand, den man in den Wellen sofort an seinem unglaublichen Style erkennt und dessen Fahrweise bestens mit derer eines Fish Surfboards harmoniert. Ebenfalls ein sehr empfehlenswertes Style-Idol.

Die besten Fish Surfboard Shaper und Marken

Wie eben bereits versprochen, greifen wir den Namen Rob Machado noch einmal auf. Denn er ist nicht nur ein begnadeter Surfer, er hat auch seine Liebe zum Surfen und für die Umwelt kombiniert und designt für die Marke Firewire ganz eigene Bretter.

Seaside ist aktuell ein sehr beliebtes Modell. Es vereint die Merkmale eines Retro-Fishes mit leicht abgewandelten Features und wird aus nachhaltigen Materialien gefertigt.

Magic Quiver Surfshop in der Altstadt von Ericeira Portugal
Der Magic Quiver Surfshop in Ericeira hat in Sachen Fish Surfboards und alternative Shapes einiges zu bieten

Wenn es dich in die europäische Surfmetropole Ericeira in Portugal verschlägt, ist der sehr sympathische Surfladen “Magic Quiver” im Zentrum der Altstadt eine super Anlaufstelle. Du findest hier nicht nur coole Klamotten und inspirierende Fotobücher, sondern auch eine ganze Wandbreite voll mit den erlesensten Surfbrettern namenhafter ShaperInnen wie Chris Christenson, Gary McNeill (der zusammen mit Freesurf-Ikone Dave Rastovich das “Rasta Torus Twin” entwarf) oder der sehr kreativen Marke Album Surf.

Ein Fish Surfboard ist der Einstieg in surfige Experimente

Wenn du denkst, du kennst dich nach diesem Artikel bestens mit den diversen Fishboards aus, haben wir unser Ziel erreicht. Und du hast eine tolle Basis auf der du weiter in die Welt der experimentellen Surfboards abdriften kannst.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem asymmetrischen Fish Surfboard, das jeweils speziell für regular bzw. goofy footer konzipiert wurde? Wie genau das aussehen soll fragst du dich vielleicht? Zum Beispiel mit einer Finne auf der Frontside und zwei Finnen auf der Backside für eine bessere Stabilität. Oder doch lieber ein Fish Surfboard mit integriertem Fenster zum Fische gucken während du ins Line-Up paddelst?

Dass das Fish Surfboard ursprünglich zum Knie-Surfen erfunden und mit großem Erfolg zweckentfremdet wurde, zeigt lediglich, dass es in der Welt des Surfens keine Grenzen gibt und alles erlaubt ist, was Spaß auf den Wellen macht.

Fazit

Und mit diesen Worten beenden wir unsere Liebeshymne an das kleine, sehr feine Fish Surfboard. Mit seinem ganz besonderen Shape verzaubert es uns mit nostalgischem Charme und bringt die Surfer Vibes der 70er Jahre direkt zu uns und unter unsere Füße. Wie können wir da widerstehen?

Zudem lieben wir den minimalistischen Aspekt des Ein-Surfboard-Quivers (na gut, eventuell aus purem, finanziellen Selbstschutz…), denn es ist für viele unterschiedliche Surfbedingungen bestens geeignet und vereinfacht uns auf diese Weise das weite Reisen auf der Jagd nach surfbaren Wellen. Außer, wenn es wirklich mal über 2m groß und steil wird. Da stehen selbst sehr erfahrene SurferInnen vor einer Herausforderung, denn ohne nennenswerten Rocker sind Nose-Dives dann vorprogrammiert.

Stehst du bereits sicher auf deinem bisherigen Surfboard und bist gerade am überlegen, mit welchem Modell du deinen Quiver erweitern möchtest? Schau dir am besten mal ein paar Surf-Videos von Fish Surfboard LiebhaberInnen wie Leah Dawson, Rob Machado und Asher Pacey an und bekomme so einen besseren Eindruck von dieser einzigartigen Fahrweise. Was dir bei der Entscheidung letztendlich aber am besten hilft ist: einfach mal ausprobieren!

Wir sind neugierig: surfst du bereits auf einem Fish Surfboard oder spielst mit dem Gedanken? Erzähle uns gerne von deinen Erfahrungen, wir freuen uns immer sehr über deine Geschichten!

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