Softboard Review 2021: So findest du das passende Foamie für dein Level

Früher gab es sie eigentlich nur bei Surfschulen oder Surfboard Rentals, heute sind sie selbst bei erfahrenen Surfern salonfähig geworden – die Rede ist von Softboards.

Vielleicht hast du es ja auch schon bemerkt, dass Softboards inzwischen zu einem wesentlichen Bestandteil an europäischen Stränden geworden sind. Was hinter dem neuen Softboard Boom steckt und warum sich die voluminösen Alleskönner nicht nur für Anfänger eignen, erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist überhaupt ein Softboard? 

Ein Foamie oder Softboard ist ein ‘weiches’ Surfboard, das meist aus einem Polystyrolschaum Kern und einer Polyethylen Beschichtung besteht.

Während Softboards für Surfschulen vor allem wegen ihrer erheblich verringerten Verletzungsgefahr verwendet werden, erkennen auch immer mehr Free-Surfer das man mit so viel extra Volumen auch deutlich mehr Wellen erwischt. Dank ihrer Konstruktion bieten sie viel mehr Auftrieb und machen es einfacher auch die kleinen Sommerwellen mit wenig Schub zu erwischen.

Softboard in kleiner Sommerwele im Surfcamp Summersurf in Frankreich

Günstig und (fast) unzerstörbar werden sie mittlerweile sowohl von Anfängern als auch von Profis benutzt. Soft Surfboards haben nicht zuletzt in den vergangenen Jahren einen großen Hype durch bekannte Surfer wie Jamie O’Brien, Ben Gravy und Mick Fanning erfahren, die sogar ihre eigenen Softboards auf den Market brachten und selbst bekannte Big Waves wie Jaws oder Pipeline mit ihrem Softboard Quiver surfen. 

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Softboard?

Das wahrscheinlich wichtigste am Surfen ist ja bekanntlich, vor allem Spaß zu haben. Warum Soft-Tops nun so schnell an Popularität gewonnen haben, ist erst dann zu verstehen, wenn du bedenkst was dir ein Softboard überhaupt erst ermöglicht.

Vorteile

Neben dem hohen Fun Faktor bringen Softboards noch eine ganze Reihe weitere Vorteile mit sich:

Volumen & Auftrieb

Bei der Auswahl eines Softboards spielt das Volumen eine entscheidende Rolle. Das große Volumen hilft vor allem Surfanfängern und Intermediates dabei, das Gleichgewicht auf dem Brett zu halten. Das Schaumstoffmaterial sorgt für deutlich mehr Auftrieb, was das Paddeln und letztendlich das Erwischen der Welle erleichtert.

Verringertes Verletzungsrisiko

Mit einem Softboard verringerst du dein Verletzungsrisiko immens. Falls du mit deinem Board zusammenprallen solltest, ist der Aufprall im Vergleich mit einem traditionellen Hardboard viel besser gepolstert. Davon profitieren auch die Surferinnen und Surfer um dich herum.

Weil auch die Finnen an den meisten Softboards aus biegsamem Kunststoff sind, erhöhst du die Sicherheit beim Surfen mit einem Foamie zusätzlich. Auch für Kinder und Jugendliche sind Softboards daher eine super Sache.

Preis

Im Wesentlichen kosten Softboards weniger als Hardboards. Welche preislichen Unterschiede du erwarten kannst, findest du weiter unten im Blog. Soviel vorweg: Das Preis-Leistungsverhältnis ist bei den meisten Softboards wirklich top!

Haltbarkeit

Ein qualitativ hochwertiges Softboard ist fast unzerbrechlich! Aber auch nur fast. Im Gegensatz zu einem Hardboard sind sie im Allgemeinen viel schwerer zu dingen. Da sie einen wasserdichten Kern haben, kleine Löcher auch nicht so gravierend und sie sind einfacher und billiger zu reparieren. Dies macht sie auch zu einem praktischen Board für unterwegs!

Nachteile

Wie bei fast allen schönen Dingen im Leben, haben leider auch Softboards ihre Nachteile – (auch wenn die Vorteile gerade für Surfanfänger und Intermediates bei weitem überwiegen.)

Performance

Offensichtlich gibt es beim Surfen mit einem Foamie einige Leistungseinschränkungen. Bei Duck Dives wirst du dich tatsächlich mit fast jedem Softboard schwerer tun als mit einem Shortboard und die breiteren Rails erschweren sowohl die Speed Generierung entlang der Welle als auch das Fahren von Turns. 

Für Anfänger sind große Turns und Tricks erst einmal gar nicht auf der Lernagenda, daher ist dieser Performance Punkt nicht so relevant.

Für erfahrene Surfer wiederum muss man zwischen den verschiedenen Softboard Herstellern und Typen unterscheiden, da inzwischen auch sehr performance-orientierte Softboards auf dem Markt sind. Doch selbst bei den performanten Softtop-Shapes kannst du nicht dieselbe Performance erwarten wie bei einem Hardboard. 

Größe & Gewicht

Besonders ein langes Softboard ist eines der größten und schwersten Surfbretter, die du besitzen wirst. Aufbewahrung und Transport zum Strand können dir womöglich etwas schwerfallen. Passt es in oder auf das Auto? Benötigst du eine weitere große Transporttasche? Ist es gerade noch klein genug um es als Fluggepäck aufgeben zu können? Diese Fragen solltest du dir vor dem Softboard Kauf unbedingt stellen.

Nachhaltigkeit

Der größte Nachteil von Softboards ist der ökologische Fußabdruck. Es ist sehr schwierig Softboards zu recyceln. Wenn dein Foamie nach ein oder zwei Sommern in zwei Teile bricht oder sich abnutzt, landet es oft direkt auf der Deponie. Gerade die günstigen Softboard Hersteller halten erfahrungsgemäß nicht so lange wie die Qualitätsmarken. Alleine schon aus Umweltgründen lohnt es sich daher, beim Softboard Kauf etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Welche verschiedenen Softboard Typen gibt es?

Softboard Hersteller haben unzählige Varianten für uns Surfer entwickelt. Dazu gehören Softboards für Anfänger als Longboard, für Kinder, Performance Shortboards, Fish Shapes und hier in Europa auch speziell für das Riversurfen entwickelte Softboards

Der Surfnomade auf einem KANOA Softboard im Wellenwerk Berlin

Was das Design betrifft, sind die neuen Softtops von heute erstaunlich gut gebaut. Catch Surf und andere Anbieter verwenden bei der Softboard Herstellung sogar Holzstringer und Epoxidharze, um die Festigkeit zu erhöhen. Eine Reihe von Herstellern produzieren in Fabriken in Thailand und China, KANOA Surfboards stellt ihre Bretter hingegen in Peru her und verwendet Alu Stringer.

Warum sich Softboards besonders für Surfanfänger eignen?

Als Anfänger ist ein Softboard empfehlenswert, da es weniger anfällig für Beschädigungen ist. Alles dreht sich ums Surfen, Spaß und Sicherheit. Ein Softboard eignet sich genauso für Weißwasserwellen wie für die ersten grünen Wellen. Mit einem qualitativ hochwertigen Softboard gibt es nach den ersten erfolgreichen Takeoffs auch noch genügend Spielraum für erste Turns.     

Softboard surfen in grüner Welle im Surfkurs vom Surf Institute Fuerteventura

Anfänger brauchen aber vorerst kein besonders wendiges Board und müssen auch keine Duck Dives machen können. Erst einmal wird in kleinen, gebrochenen Wellen im Weißwasser gesurft und zwar so viel wie nur möglich, damit du auch nach dem ersten Mal auf der Welle das Paddeln, Gleiten und den Take Off weiterhin üben und verfestigen kannst.

Mit einem Softboard mit viel Volumen und einer Länge von mindestens 7 Fuß (besser 8 Fuß) erzielst du grundsätzlich mehr kostbare Surfzeit, um an deiner Technik zu arbeiten. 

Für wen lohnt sich ein Performance Softboard?

Softboards von Catch Surf haben durch Jamie O’Brien und Benjamin Graf (Ben Gravy) einen großen Hype erfahren. Aber für wen sind die performance-orientierten Flitzer wirklich geeignet?

Auch hier kommen wir wieder auf unsere Grundregel zurück: Surfen muss Spaß machen! Schließlich sind die Surfbedingungen auch für geübte Surfer nicht immer ideal. Viele fortgeschrittenen Surfer haben ihrem Quiver in den letzten Jahren daher ein Softboard mit viel Volumen hinzugefügt und nutzen es um neue Manöver auszuprobieren, Shore Breaks zu surfen oder wie schon erwähnt auch bei nicht immer perfekten Bedingungen einfach nur Spaß zu haben.

Wie finde ich die richtige Größe/Volumen? 

Alles richtet sich nach deiner Körpergröße und Gewicht. Je mehr Volumen, umso mehr Auftrieb hat dein Softboard. Dies erleichtert dir nicht nur die Arbeit beim Paddeln. Die Länge des Boards gibt dir auch zusätzliche Stabilität beim Take-Off und verzeiht den einen oder anderen Fehler großzügig.

8 Fuß oder 7`6 Fuß – Welche Softboard Größe passt zu mir?

Beim Kauf achtest du daher am besten auf die Angaben und Empfehlungen des jeweiligen Herstellers. Auf deren Websites gibt es zumeist auch Tabellen und Rechner um deine individuelle Softboard Größe zu ermitteln. Auch auf der Seite von Blue Tomato findest du einen entsprechenden Volumen-Rechner.

Wenn du dir trotzdem noch unsicher bist, welche Softboard Größe zu dir passt, empfehlen wir dir dich von einem Mitarbeiter in eine klassischen Surfshop beraten zu lassen. Welcher Surf Shop sich in der Nähe deines Wohnorts befindet, kannst du in unserer Surf Shop Review herausfinden.

Welche Softboard-Anbieter sind zu empfehlen?

Eine Vielzahl an Materialien beim Verbau von Softboards beeinflussen die Langlebigkeit des Softboards. Daraus ergeben sich verschiedene Preisklassen. 

Die teureren Softboards (ca. 300-400 Euro) sind extrem robust gebaut und weisen besondere Merkmale wie Finnenkästen für FCS Finnen und speziell entworfene Rails oder Shapes auf.

Beim Softboard Kauf hast du die Qual der Wahl

Günstigere Modelle (ca. 100-200 Euro) wie sie z.B. bei Decathlon erhältlich, reichen als Anfängerboard zwar aus, bringen aber nicht die gleiche Langlebigkeit mit sich. Auch wenn Decathlon Softboards inzwischen sehr verbreitet sind, hört man doch immer wieder von unschönen Luftblasen, die sich nach 1-2 Jahren der Benutzung unter dem Surfboard Deck bilden.  

Nicht nur aus ökologischen Gründen sollte dich dein Softboard aber über einen möglichst langen Zeitraum begleiten. Für überzeugte Surfanfänger empfehlen wir daher ein anständiges und robust entworfenes Softboard. Die etwas günstigeren Preisklassen empfehlen sich höchstens für absolute Surfanfänger, die sich noch nicht ganz sicher sind, ob sie denn auch wirklich mehrmals im Jahr surfen gehen wollen.

KANOA SURFBOARDS

Das in Deutschland und Frankreich ansässige Unternehmen Kanoa bietet eine umweltfreundliche KANOA Foamy Kollektion, was laut eigenen Angaben die Lücke zwischen zu weichen Softboards und stabilen Hardboards schließt.

KANOA Surfboards bietet das speziell für Riverwave entwickelte Foamy FLOW, das dank der patentierten Aluminium-Stringer sehr widerstandsfähig, leicht, weich und sicher zugleich ist.

Das Foamy Fish von KANOA Surfboards ermöglicht auch in kleinen Wellen radikalere Turns

Die schlanke Outline und das Squash-Tail erinnern an ein klassisches Shortboard und sorgen dementsprechend für ordentlich Speed und Agilität. Auch die griffigen Rails und eine deftige Response in den Turns haben dazu geführt, dass die Kanoa Boards auch bei vielen Fortgeschrittenen Surfern beliebt sind.

Außerdem bietet KANOA Surfboards noch ein Foamy FUN Mini Malibu an, das sich dank der Größe und dem Shape besonders gut für Surfanfänger und Intermediates eignet. Dazu gibt es mit dem Foamy FISH noch einen klassischen Retro Fish Shape, der sowohl im Meer als auch in der Flusswelle für eine gute Stabilität und Manövrierfähigkeit sorgt.

KANOA Surfboards hat frühzeitig auf den Einsatz von Softboards gesetzt und es so mit dem Foamy FLOW nicht grundlos in viele Test- und Verleihstationen an unterschiedlichsten Anlagen zum Indoor Surfen geschafft. 

SOFTECH

Auch Softech Softboards verwendet robuste Materialien und hat über die Jahre eine Fertigungstechnik entwickelt, die Qualität und Langlebigkeit verspricht. Die Surfbretter von Softech gibt es in einer großen Auswahl an Shapes, die nicht nur für Anfänger, sondern auch für erfahrene Surfer geeignet sind.

MF SURFBOARDS BY MICK FANNING

Erfahrene Surfer meiden traditionell das Surfen mit Softboards aufgrund mangelnder Performance. Der Australische Surfer und mehrmaliger WSL World Champion Mick Fanning sieht das allerdings anders. Er hat seine eigene Softboard Marke gegründet. 

MF Softboards hat sich an Konstruktionstechniken bedient, die oft nur bei Performance Surfbrettern verwendet werden. Die Kombination aus dieser Konstruktion mit einer Softboard-Konstruktion resultiert in einer breiten Palette an Soft-Tops, die auch für erfahrene Surfer genügend Performance bieten und auch bei kleinen Sommerwellen richtig Spaß machen können.

TORQ

Torq ist dank des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses einer der meistgenutzten Surfboard-Hersteller in Surfschulen. Einfache und bewährte Shapes mit solider Konstruktion zeichnen die Marke aus. Das Torq-Softboard hat eine Epoxy-Konstruktion, wie die starren Pendants, die mit PE-Soft Deck und starrem Epoxy-Boden umkleidet sind. 

CATCH SURF

Jamie O’Brien kann als einer der Architekten der Softboard-Revolution angesehen werden. Seine Catch Surf Foamies sind das ideale Spielzeug, um auch die härtesten Shore-Breaks zu bewältigen und sogar um neue Airs auszuprobieren.

Die Fischform sorgt auch in den flachen Sections für mehr Speed und ermöglicht es, schöne, stilvolle Turns zu fahren. Auch der Catch-Surf Beater ist für Erfahrene Surfer geeignet, um im Lineup herauszustechen. 

Welche Softboard-Hersteller achten besonders auf Qualität und Nachhaltigkeit? 

Die Marken der Profi Surfer achten besonders auf Qualität. MF Surfboards arbeitet mit der eigens entwickelten Hybrid Carbon Spine Bauweise, die eine mit einem Hardboard vergleichbare Performance und Qualität verspricht.  

KANOA Surfboards setzt mit der ECO CON Bauweise auf eine Herstellung, die mit einer geringeren Schadstoffemission auskommt und den Verschnitt von umweltschädlichen Reststoffen reduziert. Ähnliches gilt für den Softboard-Hersteller Torq, der nach eigenen Angaben mit einer umweltfreundlicheren Bauweise im Vergleich zu herkömmlichen Surfboard Produzenten fertigt.

Worauf du beim Softboard-Kauf besonders achten solltest?

Jeder Surfer, egal ob blutiger Anfänger oder bereits fortgeschritten, hat ganz individuelle Ansprüche an sein Surfboard. Welches Softboard am besten zu deinem Surflevel passt, kannst du am besten herausfinden, indem du dir erstmal verschiedene Softtops ausleihst. Je nach Surfregion liegt die Tagesmiete für ein Soft-Board bei etwa 8 bis 15 Euro.

Im nächsten Schritt macht es Sinn, dich für den Kauf eines eigenen Softboards in einem klassischen Surfshop beraten zu lassen. Darüber hinaus solltest du dir folgende Fragen beantworten:

  • Wie oft im Jahr und wie lange hast du vor surfen zu gehen? 
  • An welchen Spots wirst du voraussichtlich am meisten Surfen? Im Meer, auf einer Flusswelle oder in einer Anlage fürs Indoor Surfen? 
  • Wie wirst du dein Softboard transportieren? Passt auch eine Länge von 7-8 Fuß noch in dein Auto oder besitzt du ein Surf Rack fürs Autodach? Wie sieht es aus beim Transport auf Flugreisen?
  • Wie langlebig und nachhaltig soll dein Softboard sein? 

Fazit 

Softboards sind ideal für Einsteiger. Mit dem passenden Shape sind Foamies aber auch für fortgeschrittene Surfer eine super Ergänzung. An Tagen mit kleineren Wellen oder kurzen, schnellem Shore Break garantiert das Softtop für alle Levels einen hohen Funfaktor.

Deinen Style und die richtige Technik kannst du aber nur mit viel Übung verfeinern. Daher gilt auch hier: Je mehr Surfzeit, desto besser. Ein Softboard mit ausreichend Volumen und Länge bietet die besten Voraussetzungen dafür.

Und wenn du irgendwann mal soweit bist, auch an anspruchsvolleren Manövern und radikaleren Turns zu feilen, ist die Zeit gekommen, über die Anschaffung eines Performance Softboards nachzudenken.

Damit dein Foamie aber nicht schon nach einer Saison in der Tonne landet, lohnt sich der Kauf eines qualitativ hochwertigen Softboards wie sie z.B. von KANOA Surfboards, Softech, MF Surfboards, Torq oder Catch Surf angeboten werden.

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