Indoor Surfen und stehende Wellen in Deutschland
04 Januar 2019

INDOOR SURFEN & STEHENDE WELLEN IN DEUTSCHLAND: PREISE, FUNKTIONSWEISE & TESTBERICHTE

Gastautor Leo

Gastbeitrag von Leo

Hallo, mein Name ist Leo. Ich betreibe den Blog Local-Surf.com. Dort geht es ​um Menschen, die mit ihren Ideen und Konzepten in die Welt des Surfens passen.

Das sind oftmals Dinge, die nachhaltig entwickelt und produziert werden. In vielen Fällen oder mindestens zu Beginn auch von Hand gefertigt und designt. Jeder und alles auf seine eigene ganz individuelle Art und Weise. Alles Neue rund um den Blog teile ich auch immer auf meiner Instagram Seite.

Wie die meisten Surfer, die nicht in unmittelbarer Nähe zum Meer wohnen sitze auch ich die meiste Zeit des Jahres auf dem trockenen.

Das hat dazu geführt, dass ich mich mit den besten künstlichen Alternativen in Deutschland auseinandergesetzt habe. So viel vorab: In Deutschland geht einiges!

Wellenreiten in Deutschland – da denken die Meisten, von der weltberühmten Münchner Eisbachwelle einmal abgesehen, an die Nordseeküste und mit einigen Abstrichen auch an die Ostsee. In der letzten Zeit verändert sich dieses Bild zunehmend. Der Grund? Künstlich geschaffene, stehende Wellen & der neueste Trend: Indoor Surfen.

Gefangen an Orten ohne Wellen. Ein Gefühl das viele Surfer in Angst und Schrecken versetzt. Doch Dank künstlicher Wellen und Indoor Surfen ist diese Zeit in Deutschland vorüber.

Indoor Surfen in der Jochen Schweizer Arena in München

​Indoor Surfen in der Jochen Schweizer Arena in München

Osnabrück, Langenfeld (bei Köln) und München haben schon Eine. In Hamburg, Berlin und im Ruhrgebiet sind verschiedene Wellenprojekte in der Planung. Ein Trend, der nicht nur am wachsenden Surfsport-Interesse liegt. Denn die Wellen bieten allesamt viel Spaß und haben sich als hervorragendes Training bei vielen Surfern längst etabliert.  

Grundsätzlich ist eine künstliche Welle für Surfer aller Level interessant. Es spielt keine Rolle ob Anfänger oder Profi. Abgesehen vom Eisbach sind die Wellen in Ihrer Größe regulierbar.

All diejenigen, die noch nie Surfen waren, können den Sport ausprobieren, bevor sie viel Geld in einen Surfkurs/Surfcamp am Meer investieren. Erfahrene Surfer hingegen können auf künstlichen Wellen an ihrer Technik arbeiten und den täglichen Wellenhunger einfacherer stillen.

Was sind die Unterschiede zum Surfen im Meer?

Konstante Bedingungen und Wellengarantie. Punkte, die sicherlich zu den Vorteilen einer künstlichen Welle gehören. Kein Paddeln, kein Take-Off. Künstliche Wellen laufen, sie laufen immer gleich und machen genau das, was von ihnen verlangt wird.

Für manche ein Vorteil, für viele ein Nachteil. Denn diese Bedingungen könnten den Sport verändern. Wird das Wellenreiten nicht auch dadurch so besonders, dass es so unkalkulierbar ist? Wechselende Bedingungen sorgen doch schließlich auch für wechselnde Herausforderungen.

Das Surfen von Meereswellen lässt sich nicht mit dem Indoor Surfen vergleichen

​Das Surfen von Meereswellen lässt sich nicht mit dem Indoor Surfen vergleichen

In Wahrheit lassen sich künstliche Wellen nicht mit klassischen Wellen vergleichen. Alleine schon wegen des Fahrgefühls und des ganzen Drumherums.

Während eine Meereswelle sich bewegt, in ihrer Form verändert und irgendwann bricht, bleibt die künstlich erschaffene und stehende Welle immer gleich, ohne sich aufzubauen und zu verändern.

Ein gravierender Unterschied ist auch der Start in die Welle. In künstlichen Wellen wird sitzend an der Seite des Beckens in die Welle gestartet. Erfahrenere Surfer starten mit einem Sprung vom Rand auf das Surfbrett.

Der eklatanteste Unterschied ist jedoch das Verhalten des Wassers und der Strömung. Die Laufrichtung des Wassers in einer stehenden Welle ist genau umgekehrt.

Im Meer bewegen sich die Wellen von hinten auf einen zu, bei einer stehenden Welle kommt das Wasser hingegen von vorne. Bei einer stehenden Welle wird also gegen das Wasser gesurft. In etwa so, als würde der Surf-Spaß im Meer erst hinter der Welle beginnen.

In einer künstlichen Welle wie hier in Langenfeld bewegt sich das Wasser auf dich zu

​Bei künstlichen Wellen bewegt sich das Wasser auf dich zu

Das führt dazu, dass beim Surfen einer stehenden Welle, der Druckpunkt und das Gleichgewicht auf dem Surfbrett stärker nach hinten verlagert werden muss, um in der Welle zu bleiben.

Im Meer wird mit der Gewichtsverlagerung auf den Vorderfuß die Geschwindigkeit erhöht. In einer stehenden Welle geht die Nose bei zu viel Druck auf den vorderen Fuß sofort unter und es kommt zum ungewollten Nosedive.

Ein entscheidender Unterschied für alle unerfahrenen Surfer ist jedoch, dass du auf einer stehenden Welle nur ein bis zwei angeleitete Surfslots benötigst, um eigenständig surfen zu können. So schnelle Lernerfolge bietet das Surfen im Meer bei weitem nicht.

Die wichtigsten Unterschiede zum Wellenreiten im Meer

  • ​Kein Paddeln, kein Take-Off
  • ​Immer gleichbleibende Bedingungen. Keine Wellenvielfalt
  • ​Verändertes Fahrverhalten
  • ​Deutlich schnellere Lernerfolge ​

Welches Surfboard?

Surfbretter für künstliche Wellen werden Riversurfboards genannt. Die Fahreigenschaften solcher Bretter sind vergleichbar mit Surfboards wie wir sie im Meer nutzen.

Da das Anpaddeln und der Take-Off bei stehenden Wellen wegfallen, benötigen aber selbst ungeübte Surfer deutlich weniger Volumen in ihren Brettern als es fürs Surfen von Meereswellen erforderlich wäre.

Welches Surfniveau?

Abgesehen von den Flusswellen in München lassen sich die Wellengrößen bei allen künstlichen Wellen individuell regulieren. Bei den Buchungen kann immer zwischen Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi gewählt werden.

Zu Beginn solltest du allerdings in jedem Fall mit einer Anfänger- oder Medium-Welle starten. Denn bei den ersten Versuchen geht es vor allem darum, dich an die angepasste Surfweise zu gewöhnen. Das gelingt in der Regel relativ schnell. Dann wird es in der Medium Welle aber auch zügig langweilig und der Schritt in die größere Welle sollte folgen.

Wie vorbereiten?

Wenn du bereits über langjährige Erfahrungen als Surfer verfügst, die auf mehrere längere Surftrips am Meer beruhen, die nicht allzu lang zurückliegen, solltest du für den Einstieg ins Surfen künstlicher Wellen eigentlich bereits alle körperlichen Voraussetzungen mitbringen.

Fit fürs Indoor Surfen - Balance Boards bieten gute Trainingseffekte

Fit fürs Indoor Surfen: Balance Boards bieten gute Trainingsmöglichkeiten

Ungeübten Surfern und blutigen Anfängern würde ich aber empfehlen, sich gezielt auf die körperliche Beanspruchung in der stehenden Welle vorzubereiten. Vor allem die Beinmuskulatur wird für die Balance in der Welle stark beansprucht.

Sowohl für die Kraft in den Ober- und Unterschenkeln als auch für die Fähigkeiten, dein Körpergewicht richtig auszutarieren, kann ich dir das vorbereitende Training auf einem Balance Board empfehlen.

Die besten Spots für künstliche Wellen in Deutschland

Um dir eine umfassende und authentische Übersicht der besten Wellenprojekte in Deutschland zu liefern, habe ich mich im Spätsommer 2018 auf Recherchetour begeben. Dabei habe ich alle Anbieter im Bereich Indoor Surfen sowie die besten Optionen zum River Surfen für dich ausgecheckt.

Das Ergebnis ist die folgende Review mit allen wichtigen Infos zu Funktionsweise, Preisen, Surfunterricht, Anfahrt und sonstigen Besonderheiten.

Langenfeld: Lakesurf Langenfeld

Die Welle in Langenfeld (bei Köln) ist seit dem 11. März 2018 in Betrieb. Das Besondere an der Welle ist, dass die Konstruktion auf einem See schwimmt. Das ist weltweit bisher einmalig.

Lakesurf - künstliche Welle in Langenfeld bei Köln

Mitten im See: ​Die Lage der künstlichen Welle in Langenfeld ​ist einzigartig!

​Die Anlage ist ein Prototyp der Kölner Firma UNIT Parktech. Die erste Saison ist Anfang November zu Ende gegangen. Die Welle läuft von März bis ende Oktober. Die kommende Saison startet am 16. März 2019. Auf dem Gelände gibt es Umkleiden und Duschen, aber leider keine Schließfächer. Ein paar Minuten Duschen kostet 0,20 Cent.

Funktionsweise

Das Becken ist 13 Meter breit und 25 Meter lang. In der Sekunde fließen etwa 15 Kubikmeter durch die Anlage - etwa 72 Badewannen voll Wasser. Mittels 12 Pumpen wird das Wasser aus dem See angehoben. Durch ein Gefälle wird das Wasser beschleunigt und trifft dann wieder auf das stehende Wasser im See.

Durch das hydromechanische Prinzip des Wechselsprungs entsteht dann die Welle. Je nach Bedarf kann die Welle in Form und Höhe an das jeweilige Surfniveau angepasst werden. Unter Voll-Last benötigt die Welle etwa 340 Kilowatt pro Stunde.

Preise, Pakete und Surfunterricht

Bei der Buchung kann zwischen einer Big Surfsession, einer Medium Surfsession, einem Anfänger Surfkurs und einer exklusiven Bahnmiete gewählt werden. Die reine Surf-Zeit liegt grundsätzlich bei 60 Minuten.

Der Preis für eine Stunde Surfen auf Medium/Big Wellen liegt bei 34 Euro pro Person. Der Surfkurs kostet 65 Euro Person. Der Preis für eine exklusive Bahnmiete steigt zur neuen Saison von 290 Euro auf 330 Euro pro Stunde.

In allen Preisen sind Leihbretter enthalten. Neoprenanzüge können für 5 Euro pro Stück und Session ausgeliehen werden. Bei dem Surfkurs ist die Teilnehmerzahl auf 10 Personen beschränkt. Zu der einen Stunde Netto-Surfzeit kommt noch eine Stunde Einweisung und Vorbereitung hinzu. Bei den Medium/Big Sessions ist die Teilnehmerzahl auf 12 Personen begrenzt.  

In der ersten Saison gab es bis auf eine Stempelkarte keine weiteren Paketangebote oder ähnliches. Bei 14 gebuchten Sessions war mit der Stempelkarte die 15. Buchung umsonst. Das soll zur nächsten Saison geändert werden. Wie genau die neuen Angebote allerdings aussehen werden, ist noch nicht klar.

Mehr dazu findest du hier.

Testbericht

Für den Test habe ich sowohl die Wellengröße Medium, als auch die Big-Version getestet. Das Prinzip dabei ist einfach wie fair. Auf das Brett steigen, versuchen 1-2 Minuten zu surfen und dann für den nächsten Platz machen und wieder hintenanstellen. Bei 12 Personen ist die Wartezeit in der Summe allerdings länger, als die Zeit im Wasser.

Die künstliche Welle langenfeld befindet sich zwischen Köln und Leverkusen

​Die künstliche Welle von Langenfeld ​ist von März bis Oktober geöffnet

Jeder Slot wird von zwei Surflehrern begleitet. Die Meisten nehmen ihre Aufgabe ernst und helfen vor allem den ungeübten Surfern. Bei Fortgeschrittenen Surfern fehlt es leider des Öfteren an Tipps, Tricks und hilfreichen Verbesserungsvorschlägen durch die Surflehrer. Insgesamt und über mehrere gebuchte Slots hinweg, haben die Surflehrer aber einen guten und engagierten Eindruck auf mich gemacht.

Die Welle läuft grundsätzlich sauber, flüssig und ziemlich konstant. Gefahrensituationen gibt es kaum und wenn doch, kann die Welle per Notausschalter innerhalb eines Augenblicks ausgeschaltet werden.

Vor allem an wärmeren Tagen im Sommer trumpft der Spot in Langenfeld ganz groß auf. Die schöne und entspannte Atmosphäre des Sees weiß durchaus zu überzeugen und ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal zu den anderen Surfanlagen in Deutschland.

Ein weiterer Vorteil: An warmen Sommertagen kannst du im Wave Pool von Langenfeld sogar in Surf Bikini oder Boardshorts surfen!

Anreise

Die Anlage liegt zwischen Köln und Leverkusen in Langenfeld. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Von der nächsten Bahnstation (Langenfeld Berghausen) sind es 1,3 Kilometer bis zur Anlage, die du locker zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen kannst.

Infrastruktur & Drumherum

Auf dem gleichen See gibt es eine Wasserskianlage. Wer also genug vom Wellenreiten hat oder nach der Session noch Energie übrig hat, kann sich vor Ort auf Skiern oder Wakeboard weiter austoben.

Zur Anlage gehört auch ein schönes Restaurant und ein gut geführter Surfshop. Das Seehaus bietet für jede Tageszeit die passenden Speisen und Getränke an. In dem Surfshop gibt es alles, was das Surfer-Herz höherschlagen lässt. Von Surfbrettern, über Neoprenanzüge und Klamotten, bis hin zu sämtlichem Zubehör.

Indoor Surfen: Citywave Hasewelle, Osnabrück

Indoor Surfen ist in Osnabrück ist seit dem 03. März 2018 möglich. Die Citywave steht dort im Untergeschoss des L&T Modekaufhauses. Die Anlage zum Indoor Surfen wurde so darin integriert, dass die Welle von allen Stockwerken aus zu sehen ist.

Indoor Surfen_Die Citywave Hasewelle in Osnabrück befindet sich in einem Kaufhaus

​Die ​Hasewelle in Osnabrück befindet sich in einem Modekaufhaus

Gegenüber der Anlage steht eine große Tribüne, die es den Kunden des Kaufhauses ermöglicht, dir beim Wellenreiten zuzusehen. Gesurft wird das ganze Jahr über an fünf Tagen pro Woche. Sonntags ist geschlossen und Dienstag ist Wartungstag. Schließfächer, Umkleiden und Duschen stehen kostenlos zur Verfügung.  

Funktionsweise

Die Welle in Osnabrück kommt von der Action Team Veranstaltung GmbH (ATV). ATV hat die sogenannte Citywave erfunden und entwickelt. Die Technologie wird über eine Vertriebsgesellschaft exklusiv und weltweit vermarktet.

Je nach Bedarf gibt es verschiedene Ausführungen und Modelle. Das Becken der indoor Surfanlage in Osnabrück ist 7,5 Meter breit und 15 Meter lang. Die Wellenhöhe ist bis zu einer Höhe von 1,4 Metern stufenlos und individuell regulierbar.

In das Becken passen rund 800 Kubikmeter Wasser. Täglich werden nach eigenen Angaben der Betreiber 2.000-3.000 Liter Frischwasser hinzugeführt und der Rest nach „höchsten Standards“ aufbereitet.

Die Welle wird mittels sechs Turbinen erzeugt, die das Wasser innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs beschleunigen. ATV nennt das „Hydraulic jump“. Hier trifft schnell fließendes auf langsam fließendes Wasser. Dadurch entsteht die Welle. Zu dem Energieverbrauch der Anlage wollten die Betreiber in Osnabrück leider keine Angaben machen.

Preise, Pakete und Surfunterricht

Bei der Buchung eines Slots zum indoor Surfen in Osnabrück wählst du deine entsprechende Könnensstufe (Anfänger, Fortgeschritten oder Profi) aus. Die reine Surf-Zeit liegt bei 45 Minuten. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen beschränkt. Surfboards, Neoprenanzüge und bei Bedarf Helme sind im Preis inklusive.

Ein Einzelticket für Erwachsene kostet 34 Euro, für Kinder bis 14 Jahre 29 Euro. Für Vielsurfer ist das Angebot der Mehrfachkarten Interessant. Ein Fünferticket kostet für Erwachsene 159 Euro, für Kinder 139 Euro. Ein Zehnerticket liegt bei 305 Euro für Erwachsene und bei 259 Euro für Kinder. Bei der Buchung eines Zehnertickets liegt die Ersparnis gegenüber dem Normalpreis damit bei 35 Euro. Eine exklusive Abendanmietung für 1,5 Stunden kostet 799 Euro.

Mehr dazu findet ihr ihr hier.

Testbericht

Bei meinem Test in Osnabrück habe ich die Welle für Fortgeschrittene und für Profis ausprobiert. In beiden Fällen waren immer zwei Surflehrer anwesend. Beide waren engagiert und standen mir mit Rat und Tat beiseite.

Das Ambiente der Citywave in Osnabrück ist gewöhnungsbedürftig

Das Ambiente der Citywave in Osnabrück ist gewöhnungsbedürftig

Im Vergleich zu den anderen getesteten Wellen, war die Profi-Welle in Osnabrück die schwächste. Zum Testzeitpunkt war die künstliche Welle zwar nicht so steil und hatte weniger Power, dafür lief sie aber konstant und gleichmäßig. Die reine Surfzeit ist zwar kürzer als bei den anderen Anlagen in Deutschland, dafür ist die Teilnehmerzahl mit 10 Personen aber auch kleiner als bei der Konkurrenz.

Das Becken hat eine breite von 7,5 Metern und eine Länge von 15 Metern. Die Einen mögen es, wenn das Becken schmaler ist, es also schneller hin und her geht, die Anderen bevorzugen lieber breitere Becken. Das ist letztlich Geschmackssache. Für mich kann das Becken gerne etwas breiter sein.

Beim Surfen der Citywave in Osnabrück solltest du auf jeden Fall einen Neoprenanzug tragen. Die Klimaanlage des Kaufhauses setzt dir ansonsten ganz schön zu, vor allem während der Wartezeit, wenn du nass am Beckenrand stehst.

Durch die Tribüne kann es vorkommen, dass dir beim Indoor Surfen viele Menschen zuschauen. Mich hat das anfangs beeinflusst und irritiert. Nach einigen Versuchen auf der Welle habe ich mich aber dran gewöhnt und die Zuschauer schnell vergessen.

Ansonsten ist mir noch aufgefallen, dass die Anlage insgesamt vergleichsweise laut ist. Woran das liegt, konnte mir leider keiner genau erklären. Das ist aber wahrscheinlich auf die Form und Konstruktion des Kaufhauses zurückzuführen.

Selbst in den kalten Wintermonaten läuft die künstliche Welle in Osnabrück und hilft jeden Surfer damit durch den harten Surfentzug. Keine Frage, die Citywave erfüllt ihren Zweck. Mehr allerdings auch nicht.

Vor allem das fehlende Ambiente hat mich gestört. Die Stimmung ist leider nicht mit den anderen Angeboten in Deutschland zu vergleichen.

Anreise

Die Anlage liegt im Zentrum von Osnabrück im L&T Kaufhaus. Parkplätze sind in dem eigenen Parkhaus reichlich vorhanden. Vom Osnabrücker Hauptbahnhof aus ist die Citywave in 15 Minuten zu Fuß erreichbar.

Infrastruktur & Drumherum

Wenn du shoppen möchtest, kannst du das in Osnabrück hervorragend mit dem indoor Surfen verbinden – oder umgekehrt.

Indoor Surfen: Citywave Jochen Schweizer Arena, München

Die Jochen Schweizer Citywave war die erste Indoor-Surfwelle in Deutschland und wurde mit Eröffnung der Jochen Schweizer Arena am 3. März 2017 offiziell in München eingeweiht.

Jochen Schweizer surfen_künstliche Welle zum Indoor Surfen in München

​Die Jochen Schweizer Arena beherbergt die erste ​Indoor Welle Deutschlands

Die Welle ist Teil einer Erlebniswelt. Der Surfbereich ist umgeben von einem Zuschauer-, Gastronomie- und Anmeldebereich. Duschen, Schließfächer und Umkleidekabinen stehen kostenlos zur Verfügung. Gesurft wird an sechs Tagen pro Woche. Montags ist Ruhetag.

Funktionsweise

Die künstliche Welle in der Jochen Schweizer Arena nutzt auch die Citywave-Technologie. Die Welle entsteht ausschließlich mit echter Wasserwucht und ohne spezielle Aufbauten im Wasser.

Durch die Regulierung des Wasservolumens und der Wellensteilheit kann die Citywave in München an alle Könnensstufen bis zu einer Wellenhöhe von 1,40 Metern angepasst werden.

Bei Vollauslastung bringen acht handelsübliche Klärwerkspumpen 750 Kubikmeter Wasser in Umlauf. Diese können variabel eingesetzt werden. Je nach individueller Könnensstufe besteht die Möglichkeit der Zu- und Abschaltung von einzelnen Pumpen.

Der Stromverbrauch hängt also stark von der Nutzung der Welle je nach Könnensstufe ab und unterliegt dementsprechend hohen Schwankungen. Die Pumpen sind nur bei tatsächlicher Nutzung der Anlage in Betrieb, um keinen unnötigen Strom zu verbrauchen. Der jährliche Pro-Gast-Verbrauch der Jochen Schweizer Arena liegt laut eigenen Angaben bei etwa 16 Kilowatt pro Stunde.

Preise, Pakete und Surfunterricht

Die reine Surf-Zeit liegt auch beim Angebot von Jochen Schweizer bei 45 Minuten, allerdings bei einer Teilnehmerzahl von bis zu 12 Personen. Bei den Wellengrößen und Tickets wird zwischen Einsteiger, Fortgeschritten und Pro unterschieden.

Die Angebote für Einsteiger enthalten den Verleih von Surfboards und Neoprenanzügen. Bei den Fortgeschrittenen entstehen dafür kosten in Höhe von fünf Euro. Unverständlich ist für mich, dass Pro Slots nur ohne Leihmaterial gebucht werden können und auch vor Ort keine Möglichkeit besteht, Material nachzubuchen.

Dafür gibt es beim Jochen Schweizer Surfen Preise wie Sand am Meer. Ein Ticket zum Surfen unter der Woche kostet für Erwachsene 34,90 Euro und für Kinder bis 14 Jahre 29,90 Euro. Das gleiche Angebot liegt am Wochenende bei 39,90 Euro beziehungsweise 34,90 Euro für Kinder.

Die gleichen Tickets für zwei Personen sind in der Summe 9,90 Euro günstiger. Ein Surfkurs unter der Woche kostet 99,90 für Erwachsende und 89,90 Euro für Kinder. Der Preis beinhaltet 2 x 45 Minuten Surf-Zeit, inklusive kompletter Surfausrüstung. Das gleiche Angebot kostet am Wochenende 109,90 Euro beziehungsweise 99,90 Euro für Kinder.

Weitere Angebote und mehr Informationen zu der Ticketvielfallt findet ihr hier.

Testbericht

Beim Indoor Surfen in der Jochen Schweizer Arena habe ich an dem Einsteigerkurs teilgenommen und die Wellen für Fortgeschritten sowie Profis getestet. In allen drei Fällen haben sich die Surflehrer sehr viel Mühe gegeben.

Die CityWave in München bietet genug Platz für Manöver

​Die CityWave in München bietet genug Platz für Manöver

Beim Einsteigerkurs ist ein Guide sogar mit einem der Teilnehmer in die Welle gegangen. Ein älterer Herr hatte sichtliche Probleme mit dem Gleichgewicht, sodass sich der Lehrer kurzerhand auch ein Brett geschnappt hat und beide Hand-in-Hand in die Welle gestartet sind. Nach zwei Wiederholungen stand der Surfneuling felsenfest und konnte alleine weitermachen. Selbst bei erfahrenen Surfern hatten die Guides nützliche Tipps und Tricks auf Lager.

Das Becken hat eine Breite von 7,5 Metern. Die Welle lief bei allen testvarianten bemerkenswert sauber, konstant und ruhig. Auch wenn Indoor Surfen nicht an Wellen im freien rankommt, ist es den Betreibern in der Jochen Schweizer Arena gelungen, ein Ambiente zu schaffen, dass durchaus zu überzeugen weiß. Ein Neoprenanzug ist zwar auch hier empfehlenswert, so kalt wie beim Kaufhaus-Surfen in Osnabrück ist es in der Arena aber nicht.

Von allen meinen Tests war die reine Zeit zum Surfen in der Jochen Schweizer Arena am geringsten. In 45 Minuten und mit bis zu 11 weiteren Gleichgesinnten ist die Zeit nicht nur knapp, sondern auch das Vergnügen im Wasser ziemlich kurzweilig. Bei so vielen Teilnehmern sollten es schon 60 Minuten sein, in denen gesurft wird.

Anreise

Die Jochen Schweizer Arena steht gut erreichbar in dem Münchener Vorort Taufkirchen, direkt an der Autobahnausfahrt A8 Taufkirchen Ost, auf dem Areal der Airbus Group. Vom Münchener Hauptbahnhof sind es mit dem Auto 20 Minuten. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Die fußläufig nächste Bushaltestelle ist die Haltestelle Hugo-Junkers-Straße.

Infrastruktur & Drumherum

Wenn du deinen Surf-Ausflug nach München mit anderen Freizeitvergnügungen verbinden möchtest, bist du in der Jochen Schweizer Arena genau richtig. Vom Klettergarten bis zum Fliegen im Windkanal ist alles dabei.

Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

River Surfen: Eisbachwelle, Floßländle, Kleine Eisbachwelle E2, München

Neben der künstlichen Welle von Jochen Schweizer gibt es in München noch weitere Spots zum Surfen auf stehenden Wellen. Der wohl bekannteste ist die sogenannte Eisbachwelle. Die Welle liegt mitten in München, vor dem Haus der Kunst, am südlichen Rand des Englischen Gartens.

Stehende Welle München_der Eisbach ist die bekannteste River Wave Deutschlands

​Die Eisbach-Welle ​in München ist diebekannteste ​Flusswelle Deutschlands

Die Eisbachwelle war früher zum Surfen eigentlich ungeeignet. Damals glich die Stromschnelle eher einer Weißwasserwalze, als einer ernstzunehmenden Welle. Das änderte sich erst vor etwa 30 Jahren. Damals nahm der Münchener Surfer Walter Strasser Veränderungen an der Eisbachwelle vor. Er montierte mehrere Holzbretter und eine Eisenbahnschwelle ins seitliche Flussbett. Die Geburtsstunde der rund eineinhalb Meter hohen stehenden Eisbachwelle.

Die Welle läuft das ganze Jahr zu jeder Tages- und Nachtzeit und das sogar völlig kostenlos. Außer einen Parkplatz gibt es vor Ort keine weitere Surf-Infrastruktur. Weder Umkleiden noch einen Surfshop oder sonstiges.

Nach dem offiziellen städtischen Gemeingebrauch ist die künstliche Welle nur für erfahrene und geübte Flusssurfer erlaubt. Bestanteil der Legalisierung der Welle war damals die Zusage, dass sich sie Eisbachsurfer selbst um die Einhaltung dieser Regelung kümmern. Mögliche Ansagen von erfahrenen Eisbachsurfern solltest du vor Ort also immer respektierten und beherzigen.

Direkt hinter der Welle stehen im Flussbett vier Reihen Betonpfeiler, sogenannte Strömungsbremsen. Die können vor allem für ungeübte Surfer gefährlich werden. Wer aufgrund mangelnder Surf-Erfahrung einen Unfall verursacht, riskiert nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Existenz des Eisbachs als weltbekannten Surfspot.

Die stehende Welle am Eisbach in München ist für Surfanfänger ungeeignet

​Die stehende Welle am Eisbach in München ist für Surfanfänger ungeeignet

Im englischen Garten gibt es auch noch die sogenannte kleine Eisbachwelle (E2). Auch dort ist das Surfen nur geduldet und erfolgt auf eigene Verantwortung. Die Welle ist flacher und hat deutlich weniger Druck als die Eisbachwelle. Dafür läuft sie sauberer und ruhiger. Der Start in die Welle ist nicht ganz einfach. Entweder schmeißt du dich mit dem Bauch auf dem Brett in die Welle und machst dann einen klassischen Take-Off oder du startest mit einem Sprung aufs Brett.

Etwas außerhalb der Münchner Innenstadt versteckt sich eine weitere stehende Flusswelle – die Floßlände. Die Welle an der Floßlände ist für Anfänger und für diejenigen bestens geeignet, denen es am Eisbach zu voll ist.

Die stehende Welle ist sehr viel einfacher zu Surfen als der Eisbach und auch der Ausstieg ist mit geringeren Risiken verbunden. Abhängig von Wasserpegel und Flussgeschwindigkeiten kann die Floßlände üblicherweise in den Monaten von Mai bis September gesurft werden. Die Welle liegt in der Nähe des Camping Platzes München Thalkirchen unter einer kleineren Fußgängerbrücke des Isarkanals.

Geplante künstliche Wellen Projekte

Was das Surfen künstlicher Wellen in Deutschland angeht, war das Jahr 2018 ein echter Meilenstein – diverse neue Anlagen schossen wie Pilze aus dem Boden. Und dennoch war es vermutlich erst der Anfang einer viel größeren Veränderung, denn viele weitere Wellen Projekte befinden sich bereits in der Planungsphase.

Ob das Indoor Surfen auch in deiner Nähe bald möglich sein wird, erfährst du an dieser Stelle. Dieser Review-Artikel wird dich über neue Entwicklungen in Sachen künstliche Wellen in Deutschland nämlich auch weiterhin Up to date halten!

Indoor Surfen: Wellenwerk, Berlin

Breites im Frühjahr 2019 soll in Berlin das Wellenwerk eröffnen. Für die Entstehung der künstlichen Welle setzen die Betreiber auf die Citywave-Technologie. Das Becken soll 9 Meter breit werden. Um den Surfbereich herum entstehen auch noch ein Lifestyle-Restaurant, Surf-Shop, Bar, Motorradmanufaktur, Biergarten und eine Surfbrettwerkstatt.

Indoor Surfen - Das Wellenwerk in Berlin eröffnet im Frühjahr 2019

Die Eröffnung vom Wellenwerk in Berlin ​ist für Frühjahr 2019 geplant

Bei der Planung des Wellenwerks haben die Verantwortlichen viel Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit gelegt. Anstatt eines kompletten Neubaus wurde deshalb eine alte Lagerhalle in Berlin Lichtenberg umgebaut.

Außerdem soll das gesamte Wellenwerk mit CO2-neutralem Ökostrom betrieben werden, der aus erneuerbaren Energien stammt. Der Plan sieht außerdem vor, einen großen Teil der für die Welle aufgewendeten Energie durch ein innovatives Wärmerückgewinnungssystem zurückzugewinnen. Damit könnten dann beispielsweise die Räumlichkeiten beheizt werden.

Der Vorverkaufspreis für eine Stunde indoor Surfen in Berlin liegt bei 35 Euro. Tickets und mehr Informationen bekommst du hier.

Alle Leistungen und Preise im Überblick

Damit du dir schnell und einfach einen Überblick verschaffen kannst, welche Welle sich in deiner Nähe befindet und welche Leistungen zu welchen Preisen sie bietet, findest du alle wichtigen Fakten noch einmal zusammengefasst in folgender Tabelle:

​​Surf Langenfeld

​Hasewelle Osnabrück

​Jochen Schweizer München

​Wellenwerk Berlin

​Wellentyp

​Outdoor Surfen / ​Pool im See

​Indoor Surfen / CityWave

​Indoor Surfen / CityWave

​Indoor Surfen / CityWave

​Surfequipment im Preis enthalten

​​Boards

​Boards, Neos & Helme

​Boards & Neos (nur für Einsteiger)

​k.a.

​Teilnehmerzahl pro Slot

​​12 Personen

​10 Personen

​12 Personen

​k.a.

​Surfzeit pro Slot 

​60 min.

​45 min.

​45 min.

​60 min.

​Preis pro Slot für Erwachsene

​34 €

​34 €

​ab 34,90 €

​35 €

​Preis pro Slot für Kinder

​34 €

​​29 €

​​ab 29,90 €

​​k.a.

​Preis für eine Stunde Surfkurs

​65 €

​​​k.a.

​ab 99,90 €

​k.a.

​Weitere Infos

Fazit & Ausblick

Der Trend des Surfens auf künstlichen Wellen hält weiter an und den hier vorgestellten Wellen werden sicherlich noch weitere Projekte folgen. Diese erfolgreiche Entwicklung ist nicht unbegründet. Surfen auf künstlichen Wellen ermöglicht es Surfern, fernab von Meereswellen, entweder im Training zu bleiben oder aber den Sport ganz einfach auszuprobieren.

Egal ob Indoor Surfen, Lake Surfen oder River Surfen - das Surfen auf einer Welle im Meer kann nicht mit dem auf künstlichen Wellen verglichen werden. Spaß macht es trotzdem!  Und es hilft, die ständige Sucht nach Wellen besser zu kontrollieren.

Von allen getesteten Wellen in Deutschland hat mir die künstliche Welle in Langenfeld am besten gefallen. Auch wenn sich die Welle ab und an überschlägt und manchmal etwas zu wild wird, lässt sie sich super fahren. Besonders in der größten Welleneinstellung weiß die Welle zu Überzeugen und offenbart ihre ganze Kraft. Steil und Hoch lautet die Devise.

Aber auch die anderen Flusswellen und Wellen zum indoor Surfen haben mir durchaus gefallen. Die künstliche Welle in Osnabrück hatte am wenigsten Power und hat mich vom Ambiente nicht überzeugt. Verzichten möchte ich aber auch auf sie nicht mehr. Vor allem in den kalten Monaten und wenn der Weg nach München mal wieder zu weit ist, stellt die nächstgelegene Citywave eine mehr als willkommene Alternative dar.

Surf Era Berlin - Der erste Wave Pool Deutschlands

​Surf Era Berlin: Der erste Wave Pool Deutschlands

Abzuwarten bleibt außerdem, ob sich die nächste Generation künstlicher Wellen auch in Deutschland etablieren kann. Vielversprechende Wavepool Projekte wie etwa die in Berlin geplante SURF ERA wären der nächste logische Schritt in eine wellenreiche Zukunft, die das Gesicht des Surfens nicht nur hierzulande nachhaltig verändern dürfte.

INDOOR SURFEN & STEHENDE WELLEN IN DEUTSCHLAND: PREISE, FUNKTIONSWEISE & TESTBERICHTE
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6 Responses

  1. Alex

    Ein Super Bericht über die landlocked Wellen! Bitte erlaube mir ein kurzes Update zur Hasewelle in Osnabrück.

    Die Hasewelle ist mittlerweile deutlich leiser und hat auch mehr Power. In den ersten Monaten konnte die Welle aufgrund der Geräuschentwicklung nur gedrosselt betrieben werden. Das Problem ist jetzt (seit November) behoben, so dass die Welle insbesondere für Profis und Fortgeschrittene deutlich anspruchsvoller geworden ist.

  2. I’ve always wondered, does it hurt when you fall on one of those? I feel like it would hurt quite a bit, especially when you’re used to surfing in the ocean.

  3. Hallo Leo,

    vielen Dank für deinen super Artikel.
    Du hast da noch eine kleine Welle im Osten Deutschlands vergessen. Surfspot Kanupark. Markkleeberg bei Leipzig. Frag doch da mal an ob du dort mal testen darfst. Dein Fazit würde mich Interessieren. LG Max

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