Bretagne surfen
26 März 2018

IN DER BRETAGNE SURFEN: WARUM IN FRANKREICH AUCH DER NORDEN ROCKT

Thomas von bluejuice-camps.de

Gastbeitrag von Thomas

Ich heiße Thomas und betreibe seit 11 Jahren die Surfcamp Vermittlung ​bluejuice-camps. Ich surfe seit 21 Jahren und in dieser Zeit habe ich unzählige Surfcamps besucht.

Mir ist es wichtig, die Surfcamps persönlich zu besuchen, um das Team kennen zu lernen und den Campablauf anzuschauen. Nur so ist eine kompetente Beratung möglich. Viele Anfänger und Fortgeschrittene verlieren nämlich den Überblick im Surfcamp-Dschungel und sind sich nicht sicher, welches Surfcamp das richtige für sie ist.

Je nach Wunsch und Anforderung berate ich und schlage das passende Surfcamp aus meinem Programm von ca. 60 Surfcamps vor. Meine große Leidenschaft gilt der Bretagne, wo ich seit 16 Jahren zum Surfen hinfahre.

Die Bretagne ist bei vielen Surfern noch nicht so richtig als Surfdestination angekommen. Schließlich zieht es die meisten Wellenreiter, die in Frankreich surfen wollen, immer wieder an die Atlantikküste im Südwesten ​des Landes, wo das Wasser wärmer ist und wo sie vielleicht das Surfen in einem Surfcamp gelernt haben.

​Im Südwesten Frankreichs haben sich auch nicht umsonst zahlreiche Surfcamps angesiedelt, da auf den Campingplätzen und in den Surf Lodges viele strandnahe Unterkünfte vorzufinden sind. Durch die breiten Sandbänke herrschen zudem perfekte Bedingungen ​zum Surfen lernen.

Wenn du allerdings noch nie in der Bretagne surfen warst, hast du einiges verpasst. Diejenigen, die dort schon mal einen Surfurlaub verbringen durften, kommen immer wieder.

Und dafür gibt es gute Gründe: Die Bretagne ist, neben der Westküste der Normandie und der nördlichen Vendee, die zu Deutschland am nächsten gelegene Surfregion, in der mit beständigen Atlantikswells gerechnet werden kann. Vor allem aus dem Westen Deutschlands kommen daher viele Surfer hierher.

Secret Spot in der Bretagne_Eine schöne Linke die selten bricht

​Secret Spot in der Bretagne: Eine schöne Linke die selten bricht

Außerdem hat die Bretagne insgesamt 1200 km Küste zu bieten - wenn man jede Bucht mit einrechnet sind es sogar 2700 km. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und hinter jeder Bucht und jedem Cap kann sich ein neuer Surfspot verbergen.

Der größte Vorteil ist jedoch, dass die Bretagne eine Nord-, West- und Südküste hat, sodass du je nach Wind und Swellrichtung immer eine surfbare Welle findest.

​Im Südwesten Frankreichs ist es hingegen so, dass die Küste fast überall nach Westen ausgerichtet ist. Wenn dort ein großer Swell reinscheppert oder Onshore herrscht, kannst du höchstens noch ​nach Nordspanien ausweichen. Ansonsten herrschen überall mehr oder weniger die gleichen Bedingungen.
La Torche im Mai 30 Grad und 200 Surfer

La Torche im Mai: 30 Grad und 200 Surfer

Die Nachteile der Bretagne als Surfdestination im Vergleich zum Südwesten sind, abgesehen von den Temperaturen, die fehlenden strandnahen Unterkünfte. Wenn du in der Nähe vom Surfspot bleiben willst, bleibt oft nur der Campervan. Dies trifft allerdings teilweise auch auf den Südwesten zu, sobald die Campingplätze im Herbst geschlossen haben.

Die Kultur der Bretagne

Hervorzuheben ist auch die Kultur der Bretagne. Hier scheinen jedes Dorf, jeder Strand und jeder Megalith eine eigene Geschichte erzählen zu wollen. Von der bretonischen Sprache, der bretonischen Musik, dem Brauchtum, den Festen, den Tänzen und nicht zu vergessen die kulinarischen Spezialitäten; die bretonische Kultur ist weltweit wirklich einmalig!

Traditionelle Trachten auf einem bretonischen Musikfestival

Traditionelle Trachten auf einem bretonischen Musikfestival

Es macht einfach Spaß durch dieses Land der Mythen und Legenden zu fahren, um eine surfbare Welle zu suchen.

Wichtig ist: Wenn du abseits des Surfens auch mal in die bretonische Kultur eintauchen willst, solltest du unbedingt im Sommer kommen. Dann gibt es fast in jedem Dorf ein eigenes Volks- oder Hafenfest mit Feuerwerk, Muschelessen, Musik und Antikmärkten.

Muschelfest in Camaret

Muschelfest in Camaret

Aber bei Mistwetter im April in eine alte Crêperie einzukehren, am Kamin zu sitzen und einen herzhaften Crepe mit Cidre zu genießen, hat auch etwas.

Die beste Reisezeit

​Was die beste Reisezeit ​zum Surfen in der Bretagne angeht, solltest du zwischen dem Klima und den Wellen unterscheiden. Vom Klima her ist sicherlich der Sommer und der Herbst die beste Reisezeit.

Der Sommer ist meist sehr angenehm, d.h. nicht zu heiß und nicht zu kalt. Doch das kühle Atlantikwasser wird selten wärmer als 18 Grad.

Allerdings haben auch die Franzosen im Sommer Ferien und die fahren gerne ans Meer. Jeder noch so lange Sandstrand ist dann gerne mal sehr voll. Gleiches gilt für die Park- und Campingplätze.

Die besten Wellen findest du in der Zeit von Herbst bis Frühling, wobei der Winter natürlich sehr ungemütlich ist.

Tubes in Saint Tugen bei perfektem Offshore_In der Bretagne surfen

Tubes in Saint Tugen bei perfektem Offshore

Als Kompromiss ist sicherlich der Herbst die beste Reisezeit​, um in der Bretagen surfen zu gehen; doch auch der Frühling kann überraschen. Eine Woche lang 30 Grad und perfekte Wellen sind auch im Mai durchaus möglich.

Allerdings erreichen die Wassertemperaturen dann gerade mal die 15 Grad Marke. Ein langer Neoprenanzug gehört in der Bretagne also zu jeder Jahreszeit in dein Surfgepäck.

Wildcampen und Wohnmobilstellplätze

Die Bretagne erkundest du am besten mit dem Campervan bzw. Wohnmobil. Es ist allerdings grundsätzlich verboten, frei mit dem Wohnmobil zu stehen. Das berühmte Übernachten, das zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dient, gibt es neben Deutschland zwar auch in anderen Ländern, aber eben nicht in Frankreich!

Wohnmobilstellplatz in der Bretagne_Mit dem Campervan am Spot

Wohnmobilstellplatz: Mit dem Campervan am Spot

An den Parkplätzen bei den Spots hängen sowieso oft Campingverbots-Schilder und eine 1,90m Schranke verhindert meist den Zugang von größeren Wohnmobilen.

Daher steuerst du am besten Wohnmobilstellplätze an, die es eigentlich immer irgendwo in Meernähe gibt.

Sollten an einigen Spots keine Schranken den Zugang verhindern und auch keine Verbotsschilder stehen, so kannst du ​auch mal für eine Nacht dort stehenbleiben. Oft wird es toleriert. Dies jedoch immer auf eigene Gefahr.

Übertreibe es nicht und breite dich nicht großartig aus oder stehe fünf Tage am Stück an der gleichen Stelle. Ansonsten sind ​unangenehme Diskussionen mit dem Dorfpolizisten ​oder Bußgelder vorprogrammiert.

Wenn du im Dunkeln irgendwo leise zum Pennen an den Spot fährst, gibt es ​aber nur selten Probleme. Ich selbst bin in 16 Jahren nur einmal weggescheucht worden. Da habe ich allerdings vor langer Zeit in La Palue mal ein Zelt aufgebaut. Und wie gesagt, wenn du 100% sicher gehen willst, dann benutze einen Wohnmobilstellplatz oder gehe auf einen Campingplatz.

Die besten Surfspots

Bei den Surfspots kannst du dich zwischen der Nordküste, der Westküste und der Südküste entscheiden. Welche Gegend die beste Wahl ist, hängt wie überall sonst auch von der Swell- und Windrichtung ab. Secret Spots werden hier aber natürlich nicht verraten.

Die Nordküste

Die Nordküste solltest du ansteuern, wenn ein fetter West- oder Nordwest-Swell ​angesagt ist. Im Optimalfall kommt der Wind dann noch aus dem Süden, sodass an allen Spots Offshore herrscht.

Pors ar Villec

Bei dem Ort Locquirec befindet sich der Spot Pors ar Villec. "Porza" ist eine schnelle und hohle Welle, die über sandbedecktes Riff bricht. Die Welle ist allerdings eher was für Fortgeschrittene, da es hier sehr voll mit Locals werden kann, wenn es gut ist.

Am linken Rand der Bucht kannst du auch als Intermediate eine kleinere Welle abkriegen. Achtet bei Flut aber immer auf die Felsen. Weiter westlich die Küste entlang gibt es noch anderer Buchten, wo es auch gut laufen kann und erheblich leerer ist.

Pors ar Villec bei Ebbe - bequemer Spotcheck aus dem Campervan

Pors ar Villec bei Ebbe: Bequemer Spotcheck aus dem Campervan

​Etwas vor Locquirec ist rechter Hand ​auch noch ein etwas abschüssiger Wohnmobilstellplatz.

Le Dossen

Le Dossen ist eine riesige, westlich ausgerichtete Bucht, die eine Menge Swell einfängt, aber auch leider sehr windanfällig ist. Die größten Wellen findest du in der Mitte der Bucht.

Besonders gut ist es bei auflaufendem Wasser. Dann rollen hier sanfte Wellen in die Bucht, sodass besonders Longboarder und Anfänger ihren Spaß haben. In der Mitte der Bucht, quasi zwischen den Flüssen, gibt es einen kleinen Parkplatz in einem Wäldchen, von wo aus du die Wellen checken kannst. Am Nordende der Bucht gibt es das Cafe und den Surfshop "Beach Break" mit einem herrlichen Ausblick.

Die Westküste

Die Westküste der Bretagne bietet alleine schon wegen der Ausrichtung unzählige Spots. Vor allem die Crozon-Halbinsel ist landschaftlich sehr schön und mit vielen verschiedenen Buchten gesegnet.

Strand bei Morgat in der Bretagne_Wasser wie in der Karibik!

Strand bei Morgat im Sommer: Wasserfarben wie in der Karibik!

Camaret und Morgat sind typisch bretonische Hafenörtchen, wo Du herrlich abhängen, einen Cafe trinken oder Muscheln essen kannst. Wenn du gerne an der Küste durch Wälder und an Steilküsten vorbei wanderst, solltest du von Morgat aus bis zum Cap de la Chevre wandern. Auf dem Weg dorthin wirst du viele kleine, paradiesische Strände entdecken.

La Palue / Lostmarc´h

Im Westen der Bretagne ist die Crozon-Halbinsel ein absolutes Muss. Die besten Spots sind hier La Palue und Lostmarc´h. Während die beiden Strände bei Flut durch eine Felsnase voneinander getrennt sind, verschmelzen die beiden Abschnitte bei Ebbe zu einem gemeinsamen großen Strand.

La Palue im April_perfekte Linien_Bretagne surfen

La Palue im April: Perfekte Linien

Die beiden westlich ausgerichteten Strände fangen so ziemlich jeden Swell ein, der gerade in der Gegend unterwegs ist. Es gibt mehrere gute Peaks, an denen die Strömung allerdings manchmal ziemlich heftig werden kann.

In La Palue kannst du über eine Schotterpiste mit dem Van bis runter zum Spot fahren, wenn du durch die 1,90m Schranke kommst. Ansonsten kannst du auch oben auf dem Parkplatz parken.

Surfen in der Bretagne_Lostmarch im November bei Low Tide_schöne hohle Wellen

Lostmarc`h im November bei Low Tide: Schöne hohle Wellen

Auch Lostmarc´h kannst du von hieraus erreichen. Wenn du auf dem Parkplatz am Strand von Lostmarc´h parkst, kannst den Spot hingegen erst nach einem kleinen Fußmarsch durch die Dünenlandschaft abchecken.

Goulien

Der Surfspot Goulien befindet sich in einer riesigen Bucht auf der Crozon-Halbinsel, die aber generell weniger Wellen abbekommt als La Palue, weil sie ein bisschen geschützter liegt.

Goulien solltest du ansteuern, wenn die Wellen in La Palue zu groß werden oder verblasen sind. In Goulien können dann am Südende der Bucht fette Wellen reinrollen, die durch die Steilküste etwas vom Wind geschützt werden.

Goulien im Sommer bei High Tide_schöne Anfängerwellen und entspanntes Ambiente_Surfen Bretagne

Goulien im Sommer bei High Tide: Schöne Anfängerwellen und entspanntes Ambiente

Vor allem im Sommer, wenn der naheliegende Campingplatz geöffnet hat, tummeln sich in Goulien viele Longboarder und Surfanfänger. Von Mid- bis High-Tide laufen die Wellen am besten und manchmal sind hier richtig lange Lefthander möglich.

Parken kannst Du direkt am Strand. Check auch mal Kerloc`h am nördlichen Ende der Bucht. Die Straße Richtung Camaret führt direkt dran vorbei.

Anse de Pen-Hat

An diesem westlich von Camaret gelegenen Strand beim Point du Toulinguet bricht es immer etwas kleiner. Daher lohnt sich der Wave Check besonders dann, wenn La Palue zu groß und chaotisch ist.

Anse de Pen-Hat im April_Righthander bei Mid Tide und kaum einer im Wasser_So kann Surfen in der Bretagne sein

Anse de Pen-Hat im April: Righthander bei Mid Tide und kaum einer im Wasser

Rechts am Felsen kann ein schöner Righthander laufen. Oberhalb von Camaret gibt es einen Wohnmobilstellplatz.

Baie de Trepasses

Am Pointe du Raz befindet sich die große Bucht von Trepasses, von wo aus du einen guten Blick auf die Ile de Sein hast. Die Bucht fängt so ziemlich jede Welle ein und bei Flut kann rechts ein schöner Righthander laufen.

Surfspot Bretagne_Baie de Trepasses im April bei Low Tide - Wellen satt für jeden

Baie de Trepasses im April bei Low Tide: Wellen satt für jeden

Neben guten Parkmöglichkeiten findest du hier auch öffentliche Toiletten. Zum Übernachten gibt es an der Pointe du Raz einen offiziellen Wohnmobilstellplatz.

Saint Tugen

Weiter Richtung Audierne liegt der südlich ausgerichtete Spot St. Tugen. Bei fettem West- oder Südwest-Swell und Nordwest oder Nordwind herrschen hier perfekte Bedingungen.

Saint Tugen - perfekter Peak am Westende der Bucht-Bretagne Surfen

Saint Tugen: Perfekter Peak am Westende der Bucht

​Bei Ebbe brechen recht hohle Wellen und du kannst Locals in Standup-Barrels bewundern. Allerdings kann es bei solchen perfekten Bedingungen auch schnell recht voll werden.

La Torche

La Torche ist der mit Abstand bekannteste Spot in der Bretagne, an dem es auch einige Surfschulen gibt und regelmäßig Surf Contests ausgetragen werden. Wenn hier keine Welle läuft, wird es auch an den anderen Spots der Bretagne schwer, etwas Surfbares zu finden.

Die Pointe de la Torche ist eine Halbinsel mit ein paar alten Dolmen, von wo aus du den anderen Wellenreitern herrlich beim Surfen zuschauen kannst. Nördlich des Pointe erstreckt sich die riesige ca. 30m lange Bucht von Audierne mit unzähligen weiteren Surfspots.

La Torche - fetter Swell im September_Surfurlaub in der Bretagne

La Torche: Fetter Swell im September

Direkt am Pointe läuft bei Flut ein schöner Righthander in die Bucht rein und du kannst links am Felsen den Channel nutzen, um zurück zum Peak zu gelangen. Darüber hinaus gibt es noch jede Menge weitere Peaks, an denen die Strömungen allerdings sehr stark werden können und an guten Tagen wird es richtig voll im Wasser.

​Insgesamt ist La Torche leider auch sehr windanfällig. Doch stimmen alle Bedingungen, laufen die Wellen auch bei Ebbe wie am Schnürchen.

Südlich der Halbinsel gibt es noch den Strand "Plage de Pors Carn", der völlig anders funktioniert, als La Torche selber. Hier kann es gut sein, wenn La Torche einfach zu fett und chaotisch ist. Von der Halbinsel kannst du beide Spots direkt vergleichen.

Bei Flut bricht am Nordende ein schöner hohler Righthander. Je weiter südlich du gehst, desto kleiner und geschützter wird es (vor allem bei Westswell), da die Bucht sich nordwestlich ausrichtet. Ist es überall zu groß, checke das untere (südliche) Ende der Bucht.

Es gibt mehrere Parkplätze mit öffentliche Toiletten, einen Surfshop sowie Restaurants und Cafes. Der nahe gelegene Campingplatz "de la Torche" ist vom 30. März bis 4. November geöffnet.

Die Südküste

​Aufgrund der Ausrichtung hat die Südküste der Bretagne nicht so viele gute Surfspots zu bieten wie der Westen.

Der Süden ist eher bekannt für seine windgeschützten Buchten mit teilweise türkisfarbigem Wasser und weißen Stränden. Die weniger raue und auch deutlich mildere Urlaubsregion ist besonders bei Familien beliebt.

Bei fettem West- oder Südwest-Swell werden aber auch an der touristischen Südküste einige Spots zum Leben erweckt, von denen sich die etwas westlich ausgerichteten Buchten wie Guidel oder Quiberon am meisten lohnen.

Bei wenig Swell und schönem Wetter, empfehle ich dir hingegen eher eine Besichtigung der typisch bretonischen Stadt Concarneau, des Künstlerortes Pont-Aven oder einen Bootsausflug auf die Glenan-Inseln, wo wirklich vieles an die Karibik erinnert.

Guidel

Die Strände von Guidel liegen westlich von Lorient. Hier gibt es mehrere Spots, die für jede Könnensstufe die passenden Wellen parat haben und auch ein Wohnmobilstellplatz ist vorhanden. Für den bequemen Spotcheck brauchst du einfach nur die Küstenstraße entlang zu fahren.

Guidel - Swell und Offshore die ganze Küste lang_Wellenreiten in der Bretagne

Surfspot Guidel: Swell und Offshore die ganze Küste lang

Da die Spots in der Nähe von Lorient liegen, kann es hier an guten Tagen sehr voll werden, vor allem bei Südwest-Swell sowie bei Nord- oder Nordost-Wind, der hier zuverlässig offshore bläst.

Quiberon

Quiberon ist eine 14km lange Halbinsel, die bei französischen Urlaubern sehr beliebt ist

Die Westküste, Côte Sauvage, ist eine felsige Küste an der sich im Norden einige Surfspots befinden, die den ungebremsten Westswell einfangen und mit sehr hohlen Wellen aufwarten. Am besten ist es natürlich bei Ostwind, aber der erste Surfspot "Port-Blanc" bietet durch die Steilküste auch einen guten Schutz bei Nordwind.

Quiberon in der Bretagne bei High Tide - 30 Grad im Mai bedeutet voller Strand

Quiberon bei High Tide: 30 Grad im Mai bedeutet voller Strand

Weil hier mit die besten Wellen der Bretagne brechen, sind die Spots entsprechend voll. Weiter nördlich, fast schon von der Halbinsel runter, ist es aber oft kleiner und weniger voll, sodass sich die Wellen hier besonders gut für Surfanfänger und Intermediates eignen.

 Früher konntest du an der Küste easy parken, doch mittlerweile gibt es viele Poller und Schranken, aber auch einige schöne Camping- und Wohnmobilstellplätze.

Surfunterkünfte und Surfcamps

Klassische Surfcamps mit Surfkurs, Verpflegung und Unterkunft nah am Surfspot gibt es in der Bretagne nur sehr wenige, dafür aber jede Menge Surfschulen, die allerdings größtenteils nur im Sommer ihre Pforten öffnen.

Ein Grund dafür ist der relativ kurze bretonische Sommer. Anders als im Südwesten Frankreichs, wo die Saison immerhin von Mai bis Ende September geht, rentieren sich Surfcamps in der Bretagne kaum. Zudem fehlt es an strandnahe Campingplätzen und anderen Unterkünften, die als Surfcamp taugen.

Erwähnenswert sind das Surf House Bretagne bei Audierne und das Twenty Nine Surfcamp in La Torche.

Im Sommer gibt es auch ein deutsches Surfcamp für Familien, welches sich auf der Crozon Halbinsel auf dem Campingplatz direkt an der Bucht von Goulien befindet. Hier werden 2 Wochen Pakete inkl. Verpflegung, Surfkurs, Kinderbetreuung und vielen weiteren Aktivitäten wie Wandern, Yoga, Biken und Klettern angeboten. Als Unterkünfte dienen Steilwandzelte und Chalets.

Ansonsten bist du in der Bretagne am besten mit einem Campervan bedient, um auf die wechselhaften Bedingungen flexibel reagieren und nahe am Surfspot stehen zu können. Selbstverständlich gibt es auch noch Privatunterkünfte, die du über die bekannten Portale wie AirBnB und Co buchen kannst.

Anreise und Mobilität vor Ort

Wenn du in der Bretagne surfen willst, brauchst du auf jeden Fall ein Auto oder einen Campervan.

Theoretisch kannst du auch nach Brest fliegen oder mit dem Zug nach Brest reisen und dort ein Auto oder einen VW Bus mieten. Das ist aber schon recht umständlich und auch nicht gerade günstig. 

Besonders im Sommer ziehen die Preise für Mietwagen deutlich an und auch bei den Flugtickets brauchst du schon ziemlich viel Glück, um ein Schnäppchen zu schießen.

Waschechtes bretonisches Surfmobil

Waschechtes bretonisches Surfmobil

Wenn du mit dem eigenen Auto oder Campervan aus Nord- oder Westdeutschland anreist, fährst du zunächst am besten in Richtung Paris und dann nach Amiens und über die Normandie weiter Richtung Le Havre und Caen. Zwischen Caen und Rennes bei Avranches biegst du schließlich nach Saint Malo in Richtung West-Bretagne ab.

Je nachdem, wo genau in der Bretagne dein Ziel liegt, dauert die Anreise aus Westdeutschland etwa 10-13 Stunden und kostet ca. 35 Euro Mautgebühr. In der Bretagne selbst sind die Straßen dann aber mautfrei.

Fazit

In der Bretagne surfen ist anders als im allerseits bekannten Südwesten Frankreichs. Die Surfsaison ist kürzer und das Wetter kühler und weniger beständig.

Dafür sind die Surfbedingungen aber ​deutlich vielfältiger. Auch bei viel Swell und Onshore findest du fast immer eine geschützte Bucht mit guten Wellen. Die bretonischen Locals sind freundlich und auch abseits des Surfens gibt es ​viel zu entdecken.

Ein Megalith bei La Palue und Lostmarch_Typisch Bretagne

Typisch Bretagne: Megalith bei La Palue

Ein Surftrip in die Bretagne lohnt sich also auf jeden Fall. Allerdings brauchst du schon ein wenig Erfahrung, um zu wissen, wann und wo die beste Welle läuft. Das macht aber auch gleichzeitig den Reiz der Bretagne aus.

Mal eben über die Düne schauen, ist hier nicht. In der Bretagne surfen bedeutet viel Fahrerei, um einen guten Surfspot zu finden. Du musst dir dein Surferglück hier schon erarbeiten. Wenn du aber nach unzähligen Spotchecks endlich den perfekten Strand gefunden hast und womöglich nicht viele im Wasser sind, ist das Glück unbeschreiblich.

Außerdem ist die Bretagne ​sehr abwechslungsreich und es macht Spaß durch die Landschaft zu fahren und verschiedene Spots abzuchecken und zu vergleichen. Kaum einer fährt in die Bretagne und bleibt für eine Woche am selben Strand stehen. Dafür bietet die Bretagne einfach auch viel zu viele interessante Spots.

Und warst auch du schon in der Bretagne surfen oder hast noch Fragen an Gastautor Thomas? Dann schreib doch einfach ein Kommentar unter den Beitrag.

IN DER BRETAGNE SURFEN: WARUM IN FRANKREICH AUCH DER NORDEN ROCKT
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