Camper Ausbau als DIY Projekt oder mit professioneller Hilfe
22 September 2019

Camper Ausbau: So erfüllst du dir den Traum vom eigenen Surfmobil

Der Vanlife Trend und das damit einhergehende Interesse am Thema Camper Ausbau ist größer denn je. Nicht zuletzt wegen der vielen Freiheiten und Möglichkeiten, sich gegenüber der Außenwelt weitgehend abzuschirmen, ist die Nachfrage nach einem mobilen Zuhause in Zeiten von Corona besonders groß.  

In Deutschland steigt die Anzahl der Wohnmobilzulassungen von Jahr zu Jahr immer weiter an. Alleine im Juli 2020 haben die Caravan-Neuzulassungen um knapp 62 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr zugenommen (Quelle: CIVD).

Camper Ausbau - die meisten Surfer stehen gerne direkt am Surfspot

Das Traumprojekt Camper Ausbau startet mit viel Arbeit

Dass vor allem Surfer, die gerne autark stehen, sich früher oder später mit dem Thema Camper Ausbau beschäftigen, ist keine Überraschung. Auch ich habe mich im Frühjahr 2020 dazu entschieden, einen Citroen Jumper zu kaufen und als Campervan auszubauen.

Welche Dinge ich dabei zunächst völlig falsch eingeschätzt habe und welche Lösungen ich dafür gemeinsam mit der Campermanufaktur Berlin gefunden habe, erfährst du in diesem umfangreichen Ratgeberartikel.

Einen guten ersten Überblick bekommst du aber auch im folgenden Video:

Auch wenn der Camper Ausbau in Eigenregie für viele eine großer Traum ist, solltest du dir im Klaren sein, dass sich dein Camper-Projekt nicht einfach so nebenbei in die Tat umsetzen lässt.

Bevor es also mit Flexen, Segen und Schrauben losgeht, solltest du dich erstmal informieren, was auf dich zukommt und mit welchen Herausforderungen zu rechnen ist. Hier daher schon mal ein paar typische Hindernisse auf dem Weg zum fertigen Campervan:

  • Zeitplanung: Der Zeitaufwand für den Camper Ausbau wird in den meisten Fällen deutlich unterschätzt. Als Faustregel gilt: unter 150 Arbeitsstunden ausgeführt von einem Profi wird´s schwierig. Laien sollten mindestens den Faktor 2 bis 3 ansetzen (mehr dazu im Abschnitt Wie lange dauert der Camper Ausbau?).
    Hin- und Rückflug 150 Euro
  • Kosten: Die Kosten für den Camper Ausbau werden von vielen im Vergleich zum Kaufpreis für das Fahrzeug als relativ kleinen Posten gesehen. Warum das nicht immer stimmt und mit welchen Investitionen du rechnen musst, liest du im Abschnitt Wie plane ich mein Budget?
    Eine Woche Mietwagen 150 Euro
  • Elektrik: Die Ladekapazität der Batterie und die Leistung der Solaranlage sind wichtige Kenngrößen für eine gut funktionierende Elektrik, aber längst nicht die einzigen. Für ein gut abgestimmtes Energie-Konzept müssen alle Komponenten Hand in Hand greifen und auf dein Nutzungsverhalten angepasst sein (mehr dazu im Abschnitt Elektrik).  
    Übernachtung im Hostel 120 Euro
  • DIY: Auch wenn das Thema Do it yourself voll im Trend liegt, ist der Camper Ausbau in Eigenregie eine Sache, die du zwar auch neben dem Job oder Studium hinbekommst. Die meisten Hobby-Bastler sind aber auch nach mehreren Monaten noch nicht fertig mit ihrem Projekt (mehr dazu im Abschnitt DIY vs. professioneller Ausbau).
    Surfkurs in einem Surfcamp oder Surfschule 200 Euro
  • Fahrzeugkauf: Einige Stolperfallen warten bereits bei der Entscheidung für ein bestimmtes Camper Modell. Bei Familien mit zwei Kindern stellt sich bspw. schnell die Frage nach einer zweiten Sitzbank im Camper. Warum die Nachrüstung ein echtes Problem sein kann und warum solche Überlegungen bereits beim Kauf des Autos stattfinden sollten, liest du im Abschnitt Welches Camper Model passt zu mir?
    Surfkurs in einem Surfcamp oder Surfschule 200 Euro

Aller Anfang ist schwer: Ein paar Fragen vorweg

Bevor der eigentliche Camper Ausbau losgehen kann, solltest du dir unbedingt die folgenden Fragen beantworten:

Mieten oder Kaufen?

Je nachdem, für welche Art Camper du dich entscheidest gilt es gut abzuwägen, ob Kaufen oder Mieten für dich die bessere Option ist.
Bei Fahrzeugen, die du auch im Alltag verwenden kannst ist die Rechnung eine andere als bei einem Alkoven (Wohnmobil), welches nur zu Urlaubszwecken dient.

Einen Camper vor Ort mieten ist eine gute Alternative zum Camper Asubau

Die Camper Anmietung vor Ort (hier Portugal) ist eine gute Alternative zum Camper Asubau

Bei reinen Surf- und Urlaubsmobilen lohnt sich der Kauf meist erst ab einer Reisezeit von 3 und mehr Wochen im Jahr (genauere Rechnung ist hier abhängig von Faktoren wie: Fahrzeugwertverlust pro Jahr, Alter und Wartungskosten, Vermietung in Zeiten der Nichtnutzung ). Darunter lohnt sich aufgrund der laufenden Kosten eher eine Anmietung im Urlaub.

Einen Camper in Portugal mieten ist für viele Surfer das typische Einstiegszenario. Es ist eine super Möglichkeit um herauszufinden, ob diese Urlaubsform überhaupt zu dir passt.

Natürlich bietet der eigene Camper gerade für Surfer viele Vorteile. Dennoch ist diese Reiseform nicht jedermanns Sache. Wer besonderen Wert auf Privatsphäre und Komfort legt, wird die warme Dusche und die anderen Vorzüge einer Ferienwohnung schnell vermissen.

Außerdem kannst du bei einem gemieteten Camper am besten herausfinden, welche Einbauten wie etwa eine Toilette, Außendusche oder solarbetriebene Elektrik dir besonders wichtig sind.

Mit diesen Erfahrungswerten weißt du für deinen eigenen Camper Ausbau dann schon viel genauer, auf welche Dinge du in deinem mobilen Zuhause du auf keinen Fall verzichten möchtest. Gerade für dein ersten eigenen Campervan kann ein solches Vorwissen Gold wert sein.

Wie lange dauert der Camper Ausbau?

Der Zeitaufwand für den Camper Ausbau wird eigentlich von jedem Neubesitzer unterschätzt. Als Faustregel gilt: Für einen halbwegs hochwertigen Camper Ausbau musst du locker 150 Stunden Ausbauzeit einkalkulieren. Und das gilt für einen relativ routinierten Heimwerker, der bereits Erfahrungen im Camper Ausbau hat.

Camper Ausbau

Das Traumprojekt Camper Ausbau startet mit viel Arbeit

Wenn du dich das erste Mal mit dem Thema beschäftigst, landest du schnell bei 300-500 Arbeitsstunden. Wenn du zwei volle Tage pro Woche in deinen Camper Ausbau investierst, müsstest du als Selbstausbauer ohne Vorkenntnisse also etwa mit einer 6-monatigen Ausbauzeit rechnen.

Vor allem die Recherchezeit wird oft unterschätzt. Zeit für Gespräche mit Bekannten und stundenlanges Suchen im Internet summieren sich schnell auf. Manch einer verwendet am Ende mehr als die Hälfte der effektiven Arbeitszeit nur für die Recherche.

Tipp: Lieber am Anfang 1-2 Stunden professionelle Beratung buchen (am besten noch vor dem Autokauf). Oder mit Hilfe eines Fragebogens schneller herausfinden, welches Set-Up mit deinem individuellen Budget überhaupt umsetzbar sind. Für mein Projekt habe ich mich bei der Campermanufaktur in Berlin Pankow   beraten lassen, was mir viele Arbeits- und Recherchetage erspart hat.  

Aufgrund der höheren Nachfrage sind nicht nur die Preise für gebrauchte VW Busse und Kastenwagen im Sommer am höchsten. Auch für Campingzubehör wie Kocher, Kühlboxen und Trenntoiletten zahlst du von Mai bis August deutlich mehr als im Winter.

Alleine schon bei den beliebten Dometic-Kompressor Kühlboxen sind je nach Saison Preisunterschiede von bis zu 150 Euro zu beobachten. Auch bei der Verfügbarkeit kann es je nach Jahreszeit zu Engpässen kommen.

Als Startpunkt für das Projekt Camper Ausbau ist es im Frühjahr daher mitunter schon zu spät. Weil auch die Kapazitäten in den Werkstätten dann oft nicht da sind, solltest du umso früher starten, je mehr du auf professionelle Hilfe angewiesen bist.

Tipp: Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um mit der ersten Beratung zu beginnen und den Camper im nächsten Sommer fertig zu haben.

Wie plane ich mein Budget?

Das Verhältnis der Kosten für den Autokauf und für den Camper Ausbau wird oft unterschätzt. Die Kosten für den Ausbau machen am Ende je nach Ausbauumfang etwa 30-50% der Gesamtinvestition aus.

30-50 Prozent der Gesamtinvestition können für den Camper Ausbau eingeplant werden

Das ursprüngliche Budged wird schnell gesprengt

Auch wenn die genaue Zahl von vielen Faktoren abhängt, gilt grundsätzlich: Wenn du selber ausbaust, sparst du die Lohnkosten eines Fachbetriebes, läufst aber das Risiko, Fehler zu machen, die am Ende ein echter Kostentreiber werden können (Stichwort Elektrik, Fenstereinbau oder Wasserversorgung).

Wie hoch solche Lohnkosten werden können, kannst du dir schnell herleiten (Stundensatz Werkstatt x Ausbaustunden (je nach Ausbau 100-150 Stunden im Fachbetrieb).

Auch beim Thema Material wird oft die Bandbreite der Möglichkeiten und damit die Kostenschere unterschätzt. Alleine beim Thema Elektrik kommt es je nach Nutzungsverhalten (z.B Sommer/Winter, Art und Anzahl der Verbraucher im Camper, Dauer des autarken Stehens) darauf an, welche Komponenten für dich am besten sind.

Vom Fachbetrieb eingebaute Elektrik für den Camper beginnt meist nicht unter 1000 Euro und kann je nach Umfang und Leistung sogar in den hohen vierstelligen Bereich gehen. Für das Material alleine solltest du entweder gut recherchieren und eine Kostenaufstellung machen oder dich professionell beraten lassen.

Tipp: Für eine halbwegs solide Elektrik solltest du etwa 5 bis 10 tausend Euro einplanen. Sehr einfache Konzepte mit relativ kurzer Versorgungsdauer kannst du hingegen schon für 2-3 tausend Euro bekommen.

Viele Selbstausbauer vertrauen auf Youtube und andere DIY Tutorials im Internet. Dabei kopieren sie oft Konzepte, die für andere Reisetypen oder Fahrzeige ausgelegt wurden – ein Vorgehen, das gerade beim Thema Elektrik zu Fehlern führen kann.

Zu hoch oder zu niedrig ausgelegte Elektroanlagen führen entweder zu vermeidbaren Kosten oder zu unnötigem Frust, wenn du unterwegs im Dunkeln stehst, deine Kühlbox nicht mehr richtig läuft oder die Musik ausgeht. 

Welches Camper Model passt zu mir?

Die klassischen Camper Modelle lassen sich in drei Klassen einteilen:

  • Mini Camper Klasse: Nicht nur Tiny Houses, auch Tiny Camper werden immer beliebter. Der große Vorteil: Sie sind auch als Neuwagen relativ günstig zu haben und lassen sich nicht nur im Urlaub nutzen, sondern sind auch im Stadtverkehr daheim ausgesprochen alltagstauglich. Einer der Nachteile ist der geringe verfügbare Platz für den Einbau von Bett und Küche, aber auch hierfür gibt es inzwischen intelligente Lösungen.
    Hin- und Rückflug 150 Euro
  • VW Bus Klasse: Ähnlich wie der Mini Camper, lassen sich auch VW Busse wegen der kompakten Bauweise gut als Stadtfahrzeug nutzen. Sie sind weder viel länger noch breiter als ein VW Passat. VW Busse gibt es mit langem und kurzem Radstand und auch mit oder ohne Aufstelldach. Allerdings ist für die Anschaffung oft ein hohes Budget notwendig und auch beim Camping haben VW Busse gewisse Nachteile. Denn Im typischen VW Bus kannst du nicht stehen und ein Ausstelldach kostet in der Nachrüstung etwa 5-6 tausend Euro. Ein bereits beim Kauf vorhandenes, festes Hochdach wäre die günstigere Alternative.
    Eine Woche Mietwagen 150 Euro
  • Kastenwagen Klasse: Zu den typischen Modellen der Kastenwagen bzw. Transporter Klasse zählen Mercedes Sprinter (teuer) und VW Crafter (teuer). Die drei Modelle Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Citroen Jumper sind nicht nur günstiger, sondern auch weitestgehend baugleich. Auch der Ford Transit erfreut sich bei Selbstausbauern immer größerer Beliebtheit. Und es gibt auch Exoten, wie Opel Movano oder Hyundai, die sich budgettechnisch besonders lohnen können.
    Übernachtung im Hostel 120 Euro

Achtung: Ein TÜV-konformer nachträglicher Einbau einer zusätzliche Sitzbank kann schnell mal bis zu 4000 Euro kosten, die im Anfangsbudget nicht vorgesehen waren. Für Familien ab zwei Kindern ist es daher in den meisten Fällen sinnvoll, schon einen Bus mit bereits eingebauter und zugelassener zweiter Sitzbank zu kaufen (die TÜV Abnahme ist zuletzt deutlich strenger geworden).

Daher sollten sich besonders Familien frühzeitig informieren und am besten schon vor dem Fahrzeugkauf eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

Welche Tricks helfen beim Camper Kauf?

Zu den Plattformen, die sich für die Recherche eignen zählen ebay Kleinanzeigen, mobile.de und autosout24.de. Bei ex-postautos.de kannst du als Low Budget Freak günstige Angebote für gebrauchte Postautos finden.

Tipp: Auf der Seite truckscout24.de gibt es immer wieder günstige Angebote mit wenig Konkurrenz.

Weitere Dinge, die du beim Camper-Kauf beachten solltest:

  • Kastenwagen sind in vielen Fällen geleaste Firmenfahrzeuge, die zum Händler zurückgehen und verkauft werden. Etwa 90 Prozent der Anbieter von gebrauchten Kastenwagen sind daher professionelle Autohändler. Der Vorteil beim Händlerkauf ist die Gewährleistung von einem Jahr auf Motor und Getriebe, die gesetzlich vorgeschrieben ist, aber sicherlich auch eingepreist ist.
  • Beim Kauf von Privatpersonen ist der Markt deutlich kleiner, aber du kannst das Glück haben, ein echtes Schnäppchen zu machen. Hier bekommst du aber keine Garantie, sodass der Autokauf von Privatpersonen mit einem größeren Risiko verbunden ist.
  • Im Sommer ist der Markt an etwas größeren, wohnmobiltauglichen Kastenwagen (ab Größe H2L2) oft nahezu leergefegt. Auch die Preise ziehen ab dem Frühjahr an. Es ist also auch aus finanzieller Sicht sinnvoll, sich bereits im Herbst oder Winter mit dem Camper Kauf zu befassen.
  • Einige Modelle haben viele Ecken und Kanten, um die du herumbauen musst. Andere Modelle haben klare Linien und nahezu rechteckige Verläufe, sodass sich der Camper leichter ausbauen lässt.

Tipp: Ein altes Auto mit vielen Kilometern rechtfertigt keinen teuren Ausbau. Kaufst du dir aber ein relativ neues Fahrzeug, das unter 100000 Km auf dem Tacho hat, lohnt es sich, beim Ausbau etwas mehr zu investieren.

DIY vs. professioneller Ausbau

Zeitplanung und Budget sind die beiden wichtigsten Kriterien für die Entscheidung zwischen dem Camper Ausbau in Eigenregie und der Option eines Ausbaus durch professionelle Anbieter.

Weitere wichtige Punkte sind, wie gut du bereits mit Werkzeug ausgestattet bist, wie viel Erfahrung du mit handwerklichen Dingen hast und wie viel Freude und Spaß du mit dem Projekt Camper Ausbau verbindest.

Für die meisten ist eine Kombi aus DIY und professioneller Beratung sinnvoll. Etwa 2-3 Stunden Beratung am Anfang sind daher in jedem Fall gut investiertes Geld. Hierfür solltest du je nach Anbieter etwa 200 bis 300 Euro einkalkulieren. Wenn es dein Budget nicht erlaubt, bist du aber auch mit einer Beratungsstunde schon mal ganz gut aufgehoben.

Diese Kombi hat auch den Vorteil, dass du eine DIY-Werkstatt inklusive Werkzeugen nutzen kannst und immer einen erfahrenen Mitarbeiter für Fragen in der Nähe hast. Vor allem in der kühlen Jahreszeit kann ein warmer, trockener Arbeitsplatz mit allem nötigen Material (Holz, Kleber, Werkzeuge, etc.) ein großer Vorteil sein.

Tipp: Gerade beim Möbelbau ist es unheimlich schwierig gerade Schnitte zu machen, wenn du nicht das passende Werkzeug hast. So kann z.B. eine Tischkreissäge oder eine mobile Tauchsäge mit Schiene eine riesige Hilfe sein, um Zeit zu sparen und präzise zu arbeiten.

Kosten für den Komplett-Ausbau

Für einen soliden Camper Ausbau werden bei professionellen Anbietern mindestens 10000 Euro fällig. Wenn du Wert auf einen hochwertigen Ausbau mit einigen Extras legst, landest du sogar schnell bei 15000 bis 25000 Euro.

Hier musst du natürlich im Einzelfall entscheiden, ob sich ein professioneller Ausbau für dein Fahrzeug überhaupt lohnt. Bei einem günstigen Kastenwagen für 3000 Euro macht ein sehr einfacher Ausbau in Eigenregie natürlich viel mehr Sinn, als bei einem neueren Fahrzeug, das für eine Nutzungsdauer von 5 oder 10 Jahren gekauft wurde. 

Als Faustregel gilt: Für einen hochwertigen Ausbau ab einem Wert von 15000 Euro sollte dein Fahrzeug nicht älter als 5 Jahre sein und nicht mehr als 120.000 km auf dem Tacho haben.

Fazit: Die wenigsten haben das Budget für einen kompletten Ausbau durch professionelle Anbieter. Weil es aber bei vielen DIY Fans am nötigen Know-How in wichtigen Bereichen fehlt, ist eine Kombi aus Eigenbau und professioneller Hilfe in vielen Fällen wohl eine sinnvolle Variante. 

Camper Ausbau: Step by step

Für ein gutes Grundwissen in Sachen Camper Ausbau bedarf es oft Jahrelanger Erfahrung. Die folgenden Punkte deinen aber zur ersten Orientierung:

Dämmung (Armaflex vs. Sprühkork)

Bei der Schall- und Wärmedämmung ist sich die Camper Ausbau Community weitgehend einig. Das flächendeckende Isolieren von Decke, Wänden und Boden mit Armaflex (oder alternativ mit dem etwas günstigeren Kaiflex) ist zumindest in Deutschland zum absoluten Non-Plus Ultra geworden.

Bei der Dämmung des Campers setzten die meisten Selbstausbauer auf Armaflex

Bei der Dämmung setzten die meisten Selbstausbauer auf Armaflex

Hauptgrund dafür ist die einfache Handhabung der selbstklebenden Dämmschicht sowie die gute Dammwirkung gegen Kälte und Lärm. Eine Materialstärke von 19mm hat sich hier als Standard weitestgehend durchgesetzt.

Eine neue Dämmmethode, die wohl nur die wenigsten auf dem Zettel haben dürften, ist die Isolierung mit Sprühkork.  

Die Dämmung mit Sprühkork ist eine gute Alternative beim Camper Ausbau

Sprühkork ist eine gute Dämm-Alternative beim Camper Ausbau

Wie der Name schon sagt, besteht Sprühkork aus kleinen Korkpartikeln, die sich in einem wasserlöslichen Klebergemsich befinden und auf die Innenseite der Karosserie aufgesprüht werden. Der Kork, in verschiedenen Farben wählbar, haftet dabei am Blech und stellt eine luftfreie Verbindung her.
Die Vorteile im von Sprühkork im Überblick:
  • Sprühkork hat eine ähnliche Dämmwirkung wie Armaflex. Allerdings wird die Korkschicht überall in ca. 3mm Stärke aufgetragen, sodass große Flächen zusätzlich mit einem Dämmstoff beklebt werden.
  • Sprühkork kann in viele Ecken, Löchern und Ritzen der Karosserie aufgetragen werden, wo du mit Armaflex sonst nur schwer hinkommst. Das kritische Thema der Kältebrücken und der Tauwasserbildung wird somit weitestgehend vermieden.
    Eine Woche Mietwagen 150 Euro
  • Sprühkork kann in unterschiedlichen Farben aufgetragen werden und deckt die oft nicht so ansehnlichen Karosseriebleche ab.   
    Übernachtung im Hostel 120 Euro
  • Kork ist ein nachwachsender, nicht chemischer Rohstoff, der umweltfreundlich hergestellt werden kann und aufgrund seiner Eigenschaften für ein besseres Raumklima und Wärmeverhalten im Camper sorgt.
    Surfkurs in einem Surfcamp oder Surfschule 200 Euro
  • Kork ist wasserabweisend und atmungsaktiv (beugt Stockflecken und Schimmelbildung vor). Aus diesen Gründen wird Kork auch immer mehr bei der Altbausanierungen eingesetzt.

Elektrik (Solarpanel, Landstrom, Batterie, etc.)

Gerade was die Elektrik im Campervan angeht, verfügen viele frischgebackenen Campervan-Besitzer über ein gefährliches Halbwissen aus dem Internet.

Bei der Auslegung der Elektrik und der Installation von Batterie und Solarpannel werden oft Fehler gemacht

Bei der Auslegung der Elektrik werden oft Fehler gemacht

Dabei ist gerade das Zusammenspiel der verschiedenen elektronischen Komponenten in deinem mobilen Zuhause ein komplexes Thema, das von den meisten Hobby-Tüftlern komplett unterschätzt wird.

Hier gibt es wenige Lösungen, die auf alle Vanlife-Enthusiasten gleichermaßen passen. Denn ein Elektrik Konzept, das auf Copy and Paste von anderen Camper Ausbauten basiert, funktioniert oft nicht. Vielmehr muss sehr individuell betrachtet werden, welches Setup zu den eigenen Reisebedürfnissen passt.

Bei der Planung der Elektrik sind folgende Fragen besonders wichtig:

  • Wie ist dein Reiseverhalten (bist du eher im Sommer unterwegs oder zieht es dich auch im Herbst oder Winter raus ans Meer oder in die Berge)? Reist du eher bei sonnigem Wetter oder hältst du es auch mal mehrere Tage bei schlechtem Wetter aus?
  • Wie viel Strom benötigen deine elektronischen Geräte? Dies hängt auch vom Reiseverhalten ab (z.B lassen warme Reiseziele deinen Kühlschrank mehr arbeiten).
  • Welche Geräte benutzt du? Geräte, die nur mit 230 V funktionieren, sollten gut überlegt sein. Elektrische Wasserkocher oder ein Haar-Fön sollten besser zu Hause bleiben oder nur bei Landstrom auf dem Campingplatz betrieben werden.
  • Übernachtest du größtenteils auf Campingplätzen oder bist du fast immer autark unterwegs? Und wie wichtig sind dir warmes Wasser, kaltes Bier und ein guter Sound im Camper?

Dabei gilt, je eher du ausschließlich für den Sommerurlaub planst und je weniger energieintensive Verbraucher du hast, desto eher kannst du bei der Elektrik auf eine einfache und kostengünstige Lösung setzten.

So oder so sollte das elektrische Setup möglichst nach dem Worst-Case-Prinzip ausgelegt sein. Also auf welche Geräte kannst du auch bei mehrtägigem schlechten Wetter und geringer Solarstromproduktion nicht verzichten und was bedeutet das für die Ladekapazität deiner Zweitbatterie?

Tipp: Der Fragebogen der Campermanufaktur bietet eine gute erste Orientierung für die Entscheidung über dein Elektrik-Setup. Damit verbunden ist ein kostenloses Feedback, ob dein Budget und deine Vorstellungen zusammenpassen. 

All diese Dinge beeinflussen die Entscheidung, welches Setup für deinen Roadtrip das richtige ist. Das A und O dabei ist, dass alle wichtigen Komponenten bestehend aus Solarpanel, Wechselrichter, Ladegerät, zweite Batterie, etc. optimal aufeinander abgestimmt sind.

Nach einer schnellen Internetrecherche werden hier oft die falschen Schlüsse gezogen. Denn das Thema ist am Ende doch komplexer und beinhaltet mehr Parameter als man es als Laie zunächst vermutet.

So haben z.B. wenigsten Ahnung vom Thema Kabelquerschnitte im Camper, die übrigens je nach Verbraucher und Kabellänge angepasst werden müssen. Sind Kabel und Sicherungen nicht vernünftig ausgelegt kann es sogar gefährlich werden.

Vielen fehlt auch die wichtige Info, dass man günstige AGM- oder Gel-Batterien im Gegensatz zu den deutlich teureren Lithiumionen Batterien nur etwa zur Hälfte entladen kann, ohne dass die Batterie dadurch einen Schaden nimmt. Ohne eine Digitalanzeige des Ladezustands sind fast alle gängigen Camper-Batterien daher schnell im Eimer oder verlieren deutlich an Lebenszeit.

AGM Batterien können schnell geladen und schnell entladen werden, während Gel Batterien etwas tiefer entladen werden können, dafür aber auch langsamere Lade- und Entladezyklen brauchen.  Lithiumionen sind leichter und können komplett entladen werden. Dafür sind sie aber auch locker fünf Mal so teuer wie herkömmliche Batterien.

Eine weitere sinnvolle Komponente, die viele Hobby-Bastler bei der Planung ihrer Camper-Elektrik übersehen, ist der sogenannter Lade-Booster.

Dieser sorgt entgegen eines einfachen Trennrelais durch eine intelligente Steuerung dafür, dass sowohl die Starter Batterie als auch deine Zweitbatterie je nach Ladezyklus immer optimal geladen und abgesichert werden (Stichwort Überladen/-hitzen der Batterie).

Alleine dieser kleine Kniff in Sachen effektives Lademanagement kann dir einen Effizienzgewinn von bis zu 15 % einbringen. Ein simpler Lichtmaschinen-Regler kann das nicht und ist bei neueren Fahrzeugen der Euro 6 Klasse auch technisch nicht zu empfehlen.

Auch die vom Hersteller angegebene Leistung der Solarpanel entspricht nicht der tatsächlichen Einspeisung, also der tatsächlich nutzbaren elektrischen Ladung. Stattdessen handelt es sich dabei um einen theoretischen Kennwert, der nur unter optimalen Laborbedingungen realistisch ist.

Je nach Einsatz und Zusammenspiel der weiteren Komponenten, kann sich die vom Hersteller angegebene Leistung deiner Solaranlage daher ganz schnell deutlich reduzieren. Dabei ist auch die Technologie des Solarreglers entscheidend.

MPPT ist heutzutage zwar gängiger Standard. Dennoch werden immer noch ältere, weitaus ineffizientere Technologien verbaut. Gute Hersteller geben bei Solarpanels übrigens neben den Labormessergebnissen auch die tatsächliche Stromausbeute unter Normalbedingungen an.

Fenster (Dachluke)

Beim Thema Camper Ausbau ist auch das Nachrüsten von Fenstern fast immer ein Thema. Sie spenden zusätzliches Licht, sorgen für frische Luft und lassen den Innenbereich deines Campers deutlich größer wirken.

Der Einbau der Dachluke in den Camper kann auch selber gemacht werden

Der Einbau der Dachluke kann auch ohne Profis umgesetz werden

Allerdings sind Fenster auch ein häufig unterschätzter Kostenpunkt. Je nach Größe, Funktionalität und Position musst du schon für ein einziges zusätzliches Fenster schnell mal 300 - 500 Euro berappen.

Je größer das Fenster, umso teurer wird es – und das leider sogar überproportional. So bekommst du eine 40x40 cm große Dachhaube bereits ab 100 Euro, während eine 50x70cm große Ausführung schnell mal 400 Euro kosten kann.

Eine kleine Dachluke ist aber in jedem Fall zu empfehlen, alleine schon für die Lüftung beim Kochen oder um warme Sommernächte erträglich zu machen. Außerdem sind Dachluken im Vergleich zu großen Seitenfenstern deutlich günstiger zu haben und auch der Einbau in Eigenregie ist mit etwas Vorbereitung und Know-How innerhalb weniger Stunden machbar.

Innenausbau (Möbel, Bett und Küche)

Die Planung mit einem 3D Programm oder fertige Möbelmodule haben den großen Vorteil, dass du vorher sieht was du bekommst, so dass es passt und die Umsetzung deutlich schneller ist.

Die Planung mit einem 3D Programm kann am Ende viel Zeit und Material einsparen

Die Planung mit einem 3D Programm kann Zeit und Material einsparen

Zudem wird Material (Holz) eingespart, Fehler vermieden (passieren eigentlich immer) und das Ergebnis ist präziser. Beim Holzbau ist Vorplanung wirklich gut investierte Zeit. So gibt es nach hinten raus weniger Probleme z.B. beim Zuschnitt der Platten.

Wassermanagement (Größe, Anzahl und Positionierung der Wassertanks)

Die Entscheidung über die Größe und Anzahl der Wasserkanister steht immer im Konflikt zwischen der maximalen Zeit, die du autark stehen möchtest und dem Gewicht an Board.

Ein 120 Liter fassender Wasserspeicher ist zwar nice to have, bedeuten aber auch 120 kg zusätzliches Gewicht. Weil die meisten Camper nur für eine maximale Zuladung von 800 bis 1000 kg zugelassen sind, kommt man mit viel Wasser schnell an die Kapazitätsgrenze. Auch der Platz spielt eine wichtige Rolle, sowohl bei mobilen als auch bei fest verbauten Tanks.

Als Faustregel gilt. Der Abwassertank (Grauwasser) sollte mindestens 50% der Kapazität des Frischwassertanks haben (mehr ist immer gut).

Materialwahl (Vor und Nachteile bestimmter Holzarten)

Auch die Holzwahl für den Innenausbau im Camper ist immer ein Kompromiss zwischen Gewicht und Stabilität. So ist Pappelsperrholz zwar leicht, eignet sich aber nicht als Arbeitsplatte für die Küche oder als Platte für dein Bettgestell (weiches Holz), weil es viel zu sensibel gegenüber mechanischen Belastungen ist.

Die Holzauswahl ist immer ein Kompromiss zwischen Gewicht und Stabilität

Die Holzauswahl ist immer ein Kompromiss zwischen Gewicht und Stabilität

Stabilität und Härte von Multiplex, das in verschiedenen Holzarten erhältlich ist, sind da schon deutlich besser. Auch Bambus ist eine gute Alternative: Es kann dünn verarbeitet werden, ist leicht und trotzdem stabil.

Hier ein paar Erfahrungswerte für die Holzwahl und Dicke:

  • Bodenplatte: Pappelsperrholz oder besser eine Siebdruckplatte (12 mm)
  • Verkleidung der Seitenwände: Pappelsperrholz (5 mm)
  • Verkleidung der Decke: Pappelsperrholz (5 mm) oder Leistenoptik (ab 6 mm) mit Rahmenholz (gewöhnlich Fichte)
  • Möbelkorpus: Pappelsperrholz (15 mm)
  • Schubladen: Pappelsperrholz (10 mm) 
  • Bettplatte: Multiplex (18 – 21 mm). Wenn dünner, dann verstärken!
  • Arbeitsplatte: Hartes Holz wie Eiche, Bambus oder Multiplex in Kombination mit Hartholz. Wichtig: Das Holz der Arbeitsplatte unbedingt mit lebensmittelfreundlichen Mitteln wie Osmo TopOil High Solid 0,5l behandeln.

Toilette (Trenntoilette vs. Chemieklo)

Anders als bei einem Chemieklo, werden Urin und Stuhl bei Trenntoiletten in zwei verschiedenen Behältern aufgefangen. Der größte Vorteil dieser ökologischen Technik ist, dass die typischen Fäulnisprozesse und somit die Geruchsbildung auch ohne den Einsatz von chemischen Sanitärzusätzen weitgehend vermieden werden.

Die EasyLoo Trenntoilette von Kildwick eignet sich gut für den Einbau im Campervan

Die EasyLoo Trenntoilette von Kildwick eignet sich gut für den Einbau im Campervan

Neben der geringen Umweltbelastung spricht aber auch eine größere Unabhängigkeit bei der Reiseplanung für den Einbau einer Trenntoilette. Besonders für Surfer, die gerne auch mal für mehrere Tage am Stück autark stehen wollen, ohne die schöne Natur mit ihren Fäkalien und Toilettenpapier zu verschmutzen, ist eine Trenntoilette meiner Meinung nach unabdingbar.

Chemietoiletten sind zwar in der Anschaffung etwas günstiger, fangen aber bereits nach 3-4 Tagen ohne Entleerung an unangenehm zu stinken. Trenntoiletten können bei richtiger Anwendung etwas seltener und vor allem deutlich unkomplizierter entleert werden, sodass du auf deiner Reiseroute auf ständige Zwischenstopps bei Entsorgungsstationen verzichten kannst.

Trotz der geringeren Anschaffungskosten für Chemietoiletten ist die Nutzung auf Dauer aber nicht unbedingt günstiger als bei Trenntoiletten, weil die Sanitärprodukten zur Geruchsbekämpfung bei Chemietoiletten regelmäßig nachgekauft werden müssen und dein Reisebudget auf Dauer unnötig belasten.

Bei einer Trenntoilette kannst du die Feststoffe in einer biologisch abbaubaren Tüte in öffentlichen Mülleimern entsorgen – so wie es Hundebesitzer auch tun. Das in einem separaten Kanister aufgefangene Urin kannst du problemlos in einer öffentlichen Toilette entleeren.

Tipp: Um unangenehme Geruchsbildung bei Trenntoiletten zu vermeiden, solltest du bei den aus Kunstsoff bestehenden Trenneinsätzen und Schläuchen auf hohe Qualität und glatte Oberflächen setzten, die die Ansiedlung von Bakterien vermeiden.

Achtung: Besonders wenn du Tabletten wie etwa Schmerzmittel zu dir nimmst, solltest du darauf verzichten, den Inhalt des Urinkanisters in der Natur zu entsorgen. Einige Inhaltsstoffe von Arzneimitteln können dem Ökosystem schaden und gehören daher unbedingt in eine Kläranlage.

Weitere Vor- und Nachteile im Überblick:

Trenntoilette

Vorteile

Nachteile

  • Zeitgemäß da besonders umweltfreundlich
  • Größere Unabhängigkeit bei Entleerung und Reiseplanung
  • Stinkt nicht (wegen der Trennung wird der Fäulnisprozess vermieden)
  • Günstig in der Nutzung
  • Schöne Holzoptik
  • Relativ hoher Anschaffungspreis
  • Kann ohne Lüftung bei schwülem Wetter unangenehme Gerüche entwickeln

Chemietoilette 

Vorteile

Nachteile

  • Günstig in der Anschaffung
  • Platzsparende Bauweise
  • Lässt sich leicht verstauen
  • Weder besonders stabil noch bequem zum sitzen
  • Erfordert den Einsatz von chemischen, wassergefährdenden Flüssigkeiten
  • In der Nutzung recht teurer wegen Sanitärprodukten zur Geruchsbekämpfung
  • Kann wegen der Fäulnisprozess bereits nach 3 Tagen anfangen zu stinken
  • Kein besonders schönes Erscheinungsbild, da aus Plastik

Für meinen Camper habe ich mich für eine Trenntoilette von Kildwick entschieden. Der sympathische Hersteller aus Leipzig setzt bei der Fertigung der Bauteile komplett auf hochwertige, langlebige und recycelbare Komponenten aus Deutschland. Auch in Sachen Design ist das in meinem Camper verbaute EasyLoo Model ganz weit vorne.

Das helle Birkensperrholz vom EasyLoo passt perfekt zu meinen aus Pappelholz gefertigten Möbeln und fügt sich optisch wunderbar in mein Raumkonzept (siehe Video). Das in einem Holzkasten verstaute Ökoklo kann zudem als Sitzgelegenheit genutzt werden und dient als Treppenabsatz auf dem Weg in mein Camperbett. 

Auch in der alltäglichen Nutzung konnte mich die praktische Trenntoilette von Kildwick bisher voll und ganz überzeugen. Sofern ich nach jedem Toilettengang mindestens drei volle Hände des mitgelieferten Miscanthuseinstreus nachstreue (nachwachsender Rohstoff aus Schilf, der besonders effektiv Flüssigkeiten binden kann), fällt die Geruchsentwicklung auch ohne eingebaute Lüftung bisher kaum ins Gewicht.  

Nützliche Extras für den Camper

Die folgenden Gadgets sind  in der Anschaffung teils relativ günstig. Für den Van Life Alltag machen sie dennoch einen großen Unterschied.

Außendusche

Eine Außendusche ist in jedem Fall zu empfehlen, weil sie sich einfach und kostengünstig umsetzen lässt (ab 150 Euro). Außerdem ist sie ein super praktisches Tool für Surfer. Du kannst deinen Neoprenanzug vor dem Trocknen kurz abspülen und dir auf unkomplizierte Weise den Sand von den Füßen waschen.

Eine Außendusche im Campervan ist ein wunderbares Gadget zum autark leben

Eine Außendusche ist ein wunderbares Gadget um autark zu stehen

Falls eine einfache Kanisterlösung mit elektrischer Pumpe umgesetzt wird, können je nach Reisecharakter auch weitere Kanister angeschafft und mitgeführt werden. So bleibst du besonders flexibel und unabhängig.

Innendusche

Eine Innendusche ist deutlich aufwändiger und teurer umzusetzen. Zudem nimmt sie viel Stauraum weg. Ich habe schon mit diversen Wohnmobilbesitzern gesprochen, die über eine Innendusche mit Warmwasser verfügen und nur die wenigsten nutzen sie regelmäßig. Vor allem wenn du im Sommer unterwegs bist, ist eine Innendusche sicher ein Luxus, auf den du getrost verzichten kannst. 

Drehkonsole

Die Entscheidung über den Einbau von einer oder zwei Drehkonsolen im Fahrer- und Beifahrersitz hängt von deinem Raumkonzept ab.

Drehkonsolen im Fahrer-oder Beifahrersitz können das Raumgefühl im Camper deutlich verbessern

Drehkonsolen können das Raumgefühl im Camper deutlich verbessern

Drehkonsolen sind relativ günstig zu haben (ab 170 Euro) und können das Raumgefühl in deinem Camper deutlich verbessern. Auch bei schlechtem Wetter kannst du mit mehreren Freunden bequem im Camper sitzen, was vor allem bei kleineren Fahrzeugmodellen ein riesiger Vorteil sein kann.

Sitzbänke

Die meisten Camper bieten während der Fahrt nur Platz für zwei Erwachsene mit einem Kind bis ca. 10 Jahren (bei Doppelsitzbank vorne). Spätestens bei Familien mit zwei Kindern kommst du nicht drumherum, eine zweite Sitzbank einzuplanen.

Weil es in vielen Fällen sehr aufwändig und teuer ist, eine zweite Sitzbank nachzurüsten, solltest du am besten schon beim Autokauf nach Modellen schauen, die bereits über eine zugelassene Extrabank verfügen. In jedem Fall hole dir vor dem Kauf eine Beratung, falls du eine Bank nachrüsten möchtest.

Diebstahlsicherung

Besonders in Großstädten sind Rad- und Lenkradkrallen bei sämtlichen VW Bussen und Kastenwagen ab einem Wert von 10000 Euro unbedingt zu empfehlen. Auch Getriebesperren (z.B Bear-Lock oder “Totschalter” für die Elektrik) können die Sicherheit weiter erhöhen. Ähnliches gilt für GPS-Tracker, wobei es auch hiermit keine absolute Sicherheit vor Diebstahl geben wird.

Für Unterwegs kann auch der Einbau eines Sitzsockelsafes sinnvoll sein. Wenn es nur um die Aufbewahrung deines Autoschlüssels während der Surfsession geht, ist ein einfacher Schlüsselsafe die beste Option.

Sonnenschutz

Wenn du mit deinem Camper hauptsächlich im Sommer unterwegs bist, führt an einem speziellen Sonnenschutz für Windschutzscheibe und Seitenfenster in der Fahrerkabine kein Weg vorbei.

Ansonsten heizt sich dein Camper tagsüber dermaßen auf, dass du nachts kaum ein Auge zutun wirst. Auch eine Markise
für einen schattigen Platz neben dem Camper ist für sonnige Campingplätze ein absolut sinnvolles Gadget.

Fazit

Was ich aus dem Projekt Surfmobil gelernt habe? Vor allem, dass das Ganze wirklich sehr zeitintensiv ist. Trotz der Hilfe durch die Campermanufaktur Berlin gab es für mich jede Menge zu tun.

Alleine mit der Verklebung der Armaflex Dämmung, dem finalen Holzschliff und dem Ölen der Möbel sowie dem Nähen der Gardinen und der Besorgung der Küchen- und Campingausstattung war ich insgesamt etwa zwei Arbeitswochen beschäftigt.

Denn wie so oft steckt auch beim Thema Camper Ausbau der Teufel im Detail. Was in DIY Videos bei Youtube oft kinderleicht aussieht, ist in der praktischen Umsetzung fast immer deutlich komplizierter und aufwendiger. Ohne Vorerfahrung oder professionelle Beratung kann ein solider Ausbau daher sowohl zeitlich als auch finanziell zu einem Fass ohne Boden werden.

Besonders für Surfer ist es wichtig, ein gut durchdachtes und aufeinander abgestimmtes Elektrik Konzept zu entwickeln und umzusetzen. Auch der Einbau einer umweltfreundlichen Trenntoilette ist in der heutigen Zeit nicht nur für Surfer ein absolutes Muss.

Alles Weitere hängt ab von deinem Budget, deiner Zeit und deinem Reiseverhalten. Wenn du die vielen praktischen Tipps aus diesem Ratgeberartikel beherzigst und dich zusätzlich noch professionell beraten lässt, wirst du mit deinem Zuhause auf vier Rädern aber hoffentlich noch lange sehr viel Freude haben!

Offenlegung: Dieser Ratgeber Artikel ist in freundlicher Zusammenarbeit mit der Campermanufaktur Berlin und der Firma Kildwick entstanden.

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