Camper kaufen: So findest du ein Surfmobil, das wirklich zu dir passt

Ein Beitrag von Sarah Zahn

Salzige Meeresluft strömt durch die offenen Fenster, aus den Lautsprechern dröhnt “Let’s go Surfing” von The Drums und ich singe zwar völlig schief, aber dafür umso lauter und begeisterter mit.

Die Straße vor mir windet sich durch sattgrüne Hügel. Schaue ich durch mein Beifahrerfenster glitzert die Sonne auf der Meeresoberfläche. Hinter der nächsten Kurve entdecke ich plötzlich einen kleinen Strandort, an dem ich noch nie war, der sich hervorragend zum Surfen eignet und wo es sich sogar ohne Probleme über Nacht parken lässt… Jackpot!

Vanlife und surfen - eine super Kombi
Vanlife und surfen – die perfekte Kombi

Geübt schnalle ich mein Surfbrett vom Dach, schlüpfe in meinen Neoprenanzug und schmeiße mich in die Wellen. Ein paar Stunden später sitze ich erschöpft, aber überglücklich vor meinem Camper und starre wie hypnotisiert in die untergehende Sonne, genieße dazu ein Glas Rotwein und zwei Teller dampfendes Curry… was für ein Leben, dieses Leben mit Camper!  

Mein Traum vom eigenen Haus auf Rädern

Seit knapp einem Jahr sind Hugo und ich nun schon so gut wie unzertrennlich. Darf ich vorstellen? Hugo, ein ozeanblauer Fiat Ducato L1H2, 16 Jahre alt, der schon so einiges von den Straßen dieser Welt gesehen hat, das meiste davon ohne mich.

Hugo - mein ozeanblauer Fiat Ducato L1H2
Ich und mein ozeanblauer Camper Hugo

Was eigentlich als mein Corona-Lockdown-Projekt vorgesehen war (der erste im Frühjahr 2020 als alle noch motiviert waren), endete schließlich kurz vor der heiß ersehnten Freiheit in einer zweiwöchigen Hauruck-Ausbau-Aktion.

Denn das mit dem Camper kaufen erfordert manchmal doch etwas mehr Geduld und Ausdauer, als es freiheitsliebenden Hibbelmenschen wie mir lieb ist. Und der Camper Ausbau ist schließlich noch mal ein ganz eigenes Kapitel.

Deswegen soll dir dieser Artikel dabei helfen, die Vor- und Nachteile eines eigenen Vans abzuwägen und dir wertvolle Tipps & Tricks rund um das Thema Camper kaufen vermitteln. Aber lass mich an dieser Stelle bereits spoilern: alle Mühe lohnt sich, versprochen!

Einen eigenen Van kaufen oder doch lieber mieten?

Zunächst einmal solltest du dich vergewissern, ob sich die Anschaffung eines persönlichen Surfmobils für dich überhaupt rentiert oder ob das Camper mieten vor Ort eine deutlich entspanntere und günstigere Lösung für dich darstellt. Um die Mietoption solltest du dich allerdings rechtzeitig kümmern. Denn nicht nur in Pandemie-Zeiten sind viele Camper Mietangebote für den Sommer bereits frühzeitig ausgebucht.

Camper kaufen oder mieten? Eigene Erfahrungen sind wichtig!

Als wohl wichtigster Tipp für diese Entscheidung Mieten oder Kaufen: Sammle unbedingt ein wenig Camper-Erfahrung, bevor du dich für einen Kauf entschließt. Auf diese Weise kannst du herausfinden, ob das Leben im Freien überhaupt etwas für dich ist oder ob du dich nach drei Tagen bereits wieder nach dem Luxus einer heißen Dusche sehnst und dir wünschst, deine Unterkunft möge immer am selben Fleck stehen bleiben.

Vanlife ist spätestens seit Corona endgültig zu einem Trend geworden und dir sollte bewusst sein, dass du weder jeden Morgen mit Blick aufs Meer aufwachen, noch in schneeweißen Klamotten Açaí-Bowl löffelnd in deinem Designer-Van Yoga im Bett machen wirst (falls doch, teile dein Geheimnis gerne mit uns).

Und selbst wenn du dich bereits für den Camper Kauf entschieden hast, findest du durch das Mieten verschiedener Modelle nebenbei auch heraus, auf was es dir bei deinem Traum-Campervan ankommt. Aber dazu später mehr. Das Konzept Camper mieten ist auf jeden Fall ein äußerst empfehlenswerter Einstieg und kann in Ländern wie Spanien oder Portugal bestens und preiswert realisiert werden.

Einen neuen oder gebrauchten Camper kaufen?

Ok, deine Entscheidung ist gefallen und was lange nur als Idee in deinem Kopf herumgespukt ist, soll jetzt endlich in die Tat umgesetzt werden. Der Traum vom eigenen Campervan, du kannst es kaum erwarten!

Van kaufen: neu oder gebraucht, was ist besser?

Allerdings war diese Entscheidung nur die erste von vielen und die Zweite folgt sogleich: soll es ein gebrauchter Camper werden, einer mit richtig viel Charakter (formulieren wir es mal positiv) und ein wenig Retro-Chick oder möchtest du doch lieber einen neuen Van kaufen, der frisch vom Band kommt und bei dem du ab dem ersten Kilometer mit an Bord bist?

Variante “Frisch vom Band”

Den entscheidenden Faktor wird neben dem heiß diskutierten Thema der Ökobilanz vermutlich die Größe deines Geldbeutels oder deine Connections zur Bank ausmachen. Willst du einen nigelnagelneuen Camper kaufen, liegt die Preislatte zunächst deutlich höher als bei einem gebrauchten Van. Die meisten bekannten und beliebten Modelle, wie beispielsweise der Pössl mit all seinen Schwester- und Tochtermarken wie unter anderem Globecar und Roadcar starten bei einem Grundpreis von rund 35.000 Euro!

Frisch vom Band – für einen neuen Camper hängt die Preislatte hoch

Hinzu kommen all die schönen Dinge, wie z.B. mehr PS, ein Tempomat für lange Fahrten, Klimaanlage im Fahrerhaus, etc., sodass aus der drei in der 35.000 ganz schnell mal eine vier werden kann.

Damit hast du dann aber auch allen nur erdenklichen Komfort in einer hochwertigen Ausstattung und kannst dir relativ sicher sein, dass du in den ersten Jahren keine Werkstatt von innen sehen wirst. Außerdem ist der Campervan dann ganz individuell auf deine Bedürfnisse abgestimmt, sodass einem entspannten Surftrip nichts mehr im Wege stehen sollte.

Auf meinen Reisen habe ich vor Allem letztes Jahr immer öfter Menschen getroffen, die in einen hochwertigen Camper investiert haben. “Campervan statt Immobilie” ist anscheinend das neue Motto. Aufgrund der zunehmenden Beliebtheit und der damit einhergehenden Nachfrage, kann es allerdings durchaus ein paar Monate dauern, bis dein rollendes Surfmobil fertig vor der Tür steht.

Also doch lieber einen gebrauchten Camper kaufen?

Falls dein Kontostand die Anschaffung eines neuen Campers nicht zulassen, öffnet sich für dich der unendlich scheinende Markt des Gebrauchtwagenhandels. Hier kannst du wirklich alles finden: von verrosteten Scheunenfunden für 600 Euro, über liebevoll ausgebaute und perfekt gewartete Campervans für 20.000 Euro bis hin zum kultigen T1-Bulli in Originalausstattung für satte 40.000 Euro und mehr ist alles dabei.

VW Bulli T1 – schön aber teuer!

Damit dich das Angebot nicht erschlägt, ist es umso wichtiger, dass du vorab schon ein wenig Erfahrungen oder Informationen sammeln konntest und dich somit gekonnt durch den Automarkt-Dschungel bewegen kannst. Also lies am besten weiter und löcher all deine Van-Freunde mit Fragen: was finden sie gut? was würden sie beim nächsten Camper Kauf anders machen? Außerdem fahr, schlaf und iss Probe, was das Zeug hält.

Schritt für Schritt zum eigenen Traummobil

Je mehr du dich mit dem Thema Camper kaufen auseinandersetzt, desto konkreter werden deine Vorstellungen vom eigenen Surfmobil vermutlich Gestalt annehmen. Um dich beim Findungsprozess zu unterstützen, haben wir für dich an dieser Stelle zusätzlich eine Liste an Fragen verfasst, die dir bei der Suche helfen können:

Welches Camper Model passt zu mir?

  • Brauche ich den Van nur für Surftrips und sonstige Kurzurlaube oder soll er auch als Transportmittel im Alltag dienen bzw. als permanentes Zuhause auf Rädern? (Caddy vs. umgebauter LKW/Transporter)
  • Bleibe ich auf den Straßen oder liebe ich es, offroad die Welt zu erkunden? (Allrad oder kein Allrad, das ist hier die Frage)
  • Bin ich alleine oder mit meinen fünf Lieblingsmenschen unterwegs? (Caddy vs. LKW/Transporter)
  • Ist es mir wichtig, schnell ans Ziel zu kommen oder möchte ich unterwegs möglichst viel von der Straße mitkriegen? (Oldtimer sind schick, dafür hat ein Camper von 2015 mehr PS und ist somit deutlich schneller unterwegs)
  • Wie wichtig ist mir der Style oder der Komfort? (nochmal: Oldtimer sind schick, dafür hat ein Camper von 2015 eher eine Klimaanlage und rollt im Vergleich öfter anstandslos ans Ziel)
  • Möchte ich meinen Camper selber ausbauen oder ihn bereits abfahrbereit kaufen? (aka: habe ich die Zeit und die Energie für das Mammut-Projekt Camper Ausbau?)
  • Was soll alles mit auf die Reise gehen und wie viel Platz brauche ich dafür? (z.B. Waschkabine mit Toilette und Dusche, geräumige Küche oder einfacher Campingkocher, ausklappbares Bett oder doch lieber das fest verbaute Kingsize-Bett?)
  • Bin ich eher der Sommer-Camper oder will ich auch bei winterlichen Minusgraden im Van schlafen können? (Standheizung rettet Leben)
  • Und wie viel Geld bin ich überhaupt bereit für die ganze Schose auszugeben?

Wenn du dich intensiv mit diesen Fragen auseinandersetzt, bist du deinem Traummobil schon ein großes Stück nähergekommen. Möglicherweise weißt du dann schon besser, welcher Campervan es werden soll oder du hast zumindest eine Auswahl an Kriterien im Kopf, die dir bei der Suche helfen können.

Auf jeden Fall kann das Projekt Camper kaufen jetzt endlich losgehen und deswegen will ich dich jetzt gar nicht länger aufhalten, sondern dir die besten Internetportale für die Camper Recherche verraten.

Wie viel ist dir dein Traum wert?

Bevor du dich nun in die konkrete Suche stürzt, solltest du dir als erstes eine Obergrenze für dein Budget festlegen. Hast du auf die vorher genannten Fragen noch keine genauen Antworten, werden sich diese im Laufe der Suche herauskristallisieren, versprochen.

Denn je intensiver du dich mit dem Thema Camper kaufen beschäftigst, desto größer wird dein Wissen und du bekommst eine Idee davon, was überhaupt alles möglich ist.

Nur das mit dem Geld bleibt wahrscheinlich von Tag eins an dasselbe. Und damit du dir von Anfang an realistische Campervan Modelle anschaust und dich nicht in luxuriösen Vollholz-Autark-Mobilen verlierst, für die du dir auch ein nettes, kleines Haus mit Garten kaufen könntest, wird ein festes Budget deine Suche nur beschleunigen und einen super Rahmen stecken, um mit der Suche gleich loslegen zu können.

Wo genau kannst du deinen Camper kaufen?

Die wohl unkomplizierteste Variante nach dem Surfmobil deiner Träume Ausschau zu halten bietet mit Sicherheit das Internet. Noch vom Sofa aus kannst du dich auf den diversen Plattformen ins Getümmel stürzen und hast zudem zahlreiche Möglichkeiten, deine Suche nach festgelegten Kriterien zu gestalten und bei Treffern sofort benachrichtigt zu werden.

Aber eins nach dem anderen. Hier sind meine persönlichen Favoriten, mit denen ich quasi den gesamten Corona Lockdown verbracht habe:

Die Klassiker: mobile.de und autoscout24.de

Wenn du dich schon mal mit dem Thema Auto oder Camper kaufen auseinandergesetzt hast, kennst du sie wahrscheinlich – die beiden Online-Riesen mobile.de und autoscout24.de.

Einmal angemeldet, bestechen beide durch ihre detaillierten Suchfunktionen, bei denen du nicht nur nach bestimmten Marken oder Modellen suchen kannst, sondern zusätzlich die Möglichkeit hast, Preisgrenzen, Kilometerstände, Erstzulassungen, Kraftstoffarten oder Farben festzulegen. Auch die Umkreissuche kann dabei sehr hilfreich sein.

Camper kaufen: Typische Anzeige bei Auto Scout24

Du kannst sogar noch detaillierter werden und filtern, über welche Innenausstattungen dein idealer Camper verfügen sollte (Klimaanlage, Bluetooth, Standheizung, etc.), welche Sicherheitsfeatures er aufweisen sollte und ob dein zukünftiger Camper aus privaten Händen oder vom Händler stammt. Zu letztem Punkt gibt es an späterer Stelle noch ein paar Hinweise.

Meine Suchkriterien für die Online Recherche

Modell: (Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Citroen Jumper)
Größe: L2H2 oder L1H2
Baujahr: 2010 oder jünger
Preis: max. 15.000 Euro
Kilometerstand: max. 100.000 km
Preiseinschätzung: mind. „faires Angebot“ (bei autoscout24)
Motortyp: Diesel

Je nachdem, wie konkret deine Vorstellungen bereits sind, kannst du nun überall deine Häkchen setzen und verschiedene Suchanfragen starten. Doch das Beste ist: diese Einstellungen können auch als Suche abgespeichert werden, sodass du dich nur einmal durch die Vielzahl an Filtern wuseln musst.

Zudem kannst du mehrere Suchen anlegen und zwischen ihnen hin- und herpendeln, falls du dir noch nicht ganz sicher bist, in welche Richtung es gehen soll. Somit sind die Ergebnisse getrennt voneinander und du kannst einfacher vergleichen, was sich für dich am besten anfühlt.

Rabatt-Aktion: Mit dem Code „Surfnomade“ gibt`s 10 % Rabatt auf das Orbit von Bredder.

Im Gegensatz zu autoscout24.de, sucht mobile.de auch auf ebay-kleinanzeigen.de nach passenden Campern für dich und integriert die passenden Treffer in den Suchergebnissen. So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe.

Übrigens: Auch bei ex-postautos.de oder truckscout24.de gibt es immer wieder günstige Angebote mit weniger Konkurrenz.

Apropos ebay-kleinanzeigen.de

Auch wenn du bereits mobile.de nutzt und das Stöbern auf ebay-kleinanzeigen.de somit doppelt gemoppelt ist, empfehle ich es dir trotzdem auf jeden Fall. Warum?

Zum einen, weil ich auf dieser Seite immer wieder Camper entdeckt habe, die mir aus unerklärlichen Gründen nicht in der großangelegten Suchaktion angezeigt wurden – irgendwie sind so manche Prachtkerlchen durch das Raster meiner Häkchen gefallen, sodass ich schließlich auch hier eine Suchaktion startete.

Und das zweite und meiner Meinung nach absolut wichtigste Argument: auf ebay-kleinanzeigen.de kannst du selber eine Anzeige aufgeben. Nicht selten stecken hinter Camper-VerkäuferInnen sympathische WeltenbummlerInnen, die sich freuen, ihr Reisemobil in liebevolle Hände zu geben – deine! Adressiere also am besten genau diese Menschen und erzähle, was du dir vorstellst und was dein zukünftiger Van auf jeden Fall mitbringen sollte.

Du denkst, das liest eh niemand? Dann rate mal, wie ich mein ozeanblaues Traummobil gefunden habe – und das gleich im Nachbardorf, olé!

Ganz klassisch – die Tageszeitung

Übrigens war mein Traum-Van Hugo auch in der regionalen Kreiszeitung inseriert, da der Verkäufer ein sympathischer, älterer Herr war, der nicht überaus Internet-affin unterwegs war.

Es lohnt sich also in jedem Fall, ab und an einen Blick in den Anzeigenteil deiner Lokalzeitung zu werfen, und sei es online! Wer weiß, welche Scheunenfunde dort auf dich warten. Einen Camper in deiner Nähe zu finden ist eh das Beste, was dir passieren kann. Auf diese Weise kannst du dir das Auto ohne viel Aufwand anschauen und hast nicht gleich das Gefühl, dass du dich schon halb auf einen Kauf eingelassen hast, nur weil du zur Besichtigung durch die halbe Republik gefahren bist.

Nicht nur aus diesem Grund sind lokale Tageszeitungen ein echter Geheimtipp, den die meisten Campersuchenden nicht auf dem Zettel haben.

Camper gebraucht kaufen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Generell betrachtet, ist es immer ein guter Zeitpunkt dir endlich deinen Traum vom Surfhäuschen auf vier Rädern zu erfüllen. Aber wenn du das ganze Jahr über Zeit hast, mach es nicht so wie ich und warte bis zum Frühling.

Das ist der Zeitraum, in dem die Tage wieder wärmer werden und die Abenteuerlust bei den meisten größer wird. Daher ist der Frühling die beliebteste Zeit, um einen Camper zu kaufen, ihn auszubauen und spätestens im Sommer mit Surfbrettern beladen in Richtung Meer zu fahren.

Allerdings sind sich dessen auch die VerkäuferInnen bewusst. Dementsprechend spiegeln sich die Durchschnittspreise für gebrauchte Camper im Frühjahr in der steigenden Nachfrage wider.

Mach dir also am besten genau das zu Nutze und kaufe dein Traummobil zum Ende der Saison, wenn die Tage wieder kälter werden und du eigentlich gar keine Lust hast, den warmen Komfort deiner Wohnung gegen einen ausgekühlten Camper zu tauschen. Musst du ja auch nicht – es geht ja nur um den besten Zeitpunkt für den Camper Kauf.

Tipp: Herbst und Winter ist die beste Zeit, wenn du einen Camper gebraucht kaufen willst.

Willst du ein Saisonkennzeichen?

Entscheidest du dich für den Winter-Kauf, solltest du dir vorher überlegen, ob du dein neues Surfmobil im Winter überhaupt nutzt oder dich lieber für das preiswertere Saisonkennzeichen entscheidest.

Hierbei legst du im Voraus fest, in welchen Monaten dein Camper auf die Straßen dieser Welt darf. Bei dieser Variante sparst du dir zudem die Versicherung und die Steuer für die Monate, an denen du deinen Van in den Winterschlaf schickst.

Vanlife im Winter – nicht jedermanns Sache

Allerdings bedeutet das auch, dass dein Camper während dieser Zeit nicht auf öffentlichen Straßen stehen darf, auch nicht zum Parken. Dementsprechend benötigst du ein Privatgrundstück oder einen privaten Stellplatz, auf dem du dein Surfmobil sicher abstellen kannst. Gehörst du zu den Glücklichen, die über so etwas verfügen, steht auch einem entspannten Camper Ausbau während der Winterzeit nichts im Wege. Mal abgesehen von der Nässe und Kälte. Aber das bekommst du schon hin.

Ansonsten hilft es immer, sich ein wenig in den umliegenden Dörfern umzuhören. Nicht selten werden gegen eine kleine Monatsmiete Scheunen-Plätze an Reisemobile vermietet, wo diese trocken und geschützt durch die Wintersaison kommen. Auch dafür kann sich eine Recherche bei ebay-kKleinanzeigen.de lohnen, indem du einfach den Suchbegriff „Camper Stellplatz“ für deinen Standort plus Umgebung eingibst.

Camper privat oder vom Händler kaufen?

Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten, hier hat sich Julian bereits mit dieser Frage auseinandergesetzt. Es gibt mit Sicherheit sowohl unter den HändlerInnen als auch unter PrivatverkäuferInnen schwarze Schafe.

Während eines der häufigeren Probleme beim Privatkauf darin besteht, dass es an Fachwissen mangelt, wissen HändlerInnen manchmal zu gut Bescheid und haben Erfahrung damit, unerfahrene KäuferInnen zu überzeugen. Von dieser Sorte Autoverkäufer sind mir während meiner Suche telefonisch leider sehr viele über den Weg gelaufen.

Daher hilft es, wenn du dir vor deinem Anruf beim Verkäufer die Anzeige noch einmal ganz genau durchliest und dir neben den gängigen Fragen auch jene notierst, die dir beim Lesen der Beschreibung in den Kopf kommen. An dieser Stelle haben wir für dich schon mal die Top Fünf der wichtigsten Einstiegsfragen zusammengefasst:

5 Fragen für das Vorgespräch

  1. Wie viele Kilometer hat der Camper runter?
  2. Wann wurde der Keilriemen zuletzt gewechselt?
  3. Bis wann hat der Camper TÜV und was muss gemacht werden, damit er den nächsten TÜV besteht?
  4. Ist der Camper Scheckheft-gepflegt?
  5. Wie viele VorbesitzerInnen gab es?

Die Antworten kannst du anschließend mit der Anzeige abgleichen, denn manchmal trennt sich bereits an dieser Stelle die Spreu vom Weizen!

Auf der positiven Seite sind Camper von einem guten Autohändler dem Alter entsprechend wieder bestmöglich in Form gebracht worden, bei seriösen Anbietern bekommst du zum Kauf in der Regel auch eine Garantie und dir kann mit organisatorischen Dingen wie einem Überführungskennzeichen geholfen werden.

Was also tun? Höre unbedingt auf dein Bauchgefühl und nimm zusätzlich jemanden zur Besichtigung mit, der oder die sich sehr gut mit Autos auskennt. Vier Augen sehen mehr als zwei und falls du absolut keine Ahnung von technischen Dingen hast, erst recht.

Der Automarkt kann sehr skurril aber auch ganz schön aufregend sein. Schließlich wird irgendwann der Moment kommen, an dem du plötzlich vor deinem zukünftigen Surfmobil stehst!

Ist er der Richtige?

Man sagt ja immer, du weißt es einfach, wenn er plötzlich vor dir steht. Und irgendwie stimmt das auch. Aber was für Menschen gilt, trifft auch auf das Camper kaufen zu: klar ist ein anziehendes Äußeres schön, aber letztendlich geht es um die inneren Werte.

Und dafür ist es ratsam, den potentiellen Zukünftigen fachmännisch auf Herz und Nieren überprüfen zu lassen. Am besten hast du dafür, wie bereits erwähnt, einen (weiteren) fachkundigen Menschen für die Besichtigung an deiner Seite. Diese Person kann dich auch während der Probefahrt unterstützen und dir beispielsweise beim Überprüfen der Scheinwerfer helfen.

Vor dem Camper Kauf lohnt sich ein Check Up in der Werkstatt

Außerdem solltet ihr unbedingt auch unter den Camper krabbeln und euch nach Rost an Schwellern und anderen tragenden Teilen umschauen, überprüft zudem das Profil der Reifen, haltet Ausschau nach Dellen und begutachtet die Bremsbeläge und Bremsscheiben, schaut euch intensiv im Motorraum um und kontrolliert die Fahrzeug-Flüssigkeitsstände sowie potenzielle Ölflecken unter dem Fahrzeug.

Während der Probefahrt solltet ihr wirklich alles anmachen, runterkurbeln und drehen, alle Gänge ausprobieren, Bremsen erproben und auf Geräusche achten. Nur so verschaffst du dir ein umfassendes Bild vom Zustand deines neuen Campers und kannst bei tolerierbaren Macken sogar noch weiter handeln.  

Wenn der Camper dann immer noch in die engere Wahl kommt, ist es empfehlenswert zusätzlich die nächste Fachwerkstatt anzusteuern. Das gilt vor Allem, wenn weder du noch deine Begleitperson über gute Fachkenntnisse verfügen. Denn eine zusätzliche Einschätzung durch einen echten Fachmann wird dir höchstwahrscheinlich weitere wertvolle Hinweise für die finale Entscheidung für oder gegen den Camper Kauf liefern.

Checkliste für die Besichtigung

  • Checke vorab die Online-Bewertungen des Autohändlers / privaten Verkäufers
  • Vereinbare in jedem Fall eine Probefahrt
  • Checke auf Ölflecken unter dem Fahrzeug
  • Lass dir die Papiere zeigen (inkl. TÜV und Scheckheft)
  • Frage nach einer Liste der Fahrzeugteile, die bereits erneuert oder repariert wurden
  • Frage nach den Garantiebedingungen
  • Lass den Camper durch eine Werkstatt oder einen Fachmann checken
  • Nutze entdeckte Mängel für die finale Preisverhandlung

Zusätzliche Camper Kosten: Mach dir ein Bild

Nach einem Besuch in der Werkstatt bist du auf jeden Fall schlauer und weißt im besten Fall, dass du ein Goldstück gefunden hast. Oder im realistischeren Fall bei Gebrauchtwagen: mit welchen Reparaturen du in naher Zukunft rechnen musst.

Hier verstecken sich manchmal kleine Kostenfallen und je mehr du diese mit in den Anschaffungspreis einkalkulieren kannst, desto besser ist deine finale Verhandlungsposition für den Camper Kauf. Generell gilt es misstrauisch zu sein, wenn ein Camper zu einem sehr günstigen Preis angeboten wird.

Auch das Ablaufdatum der Hauptuntersuchung (TÜV Prüfung) sagt in vielen Fällen bereits Einiges über den Zustand des Campers aus. Steht die nächste Untersuchung bereits nächsten Monat an, solltest du dich umso mehr damit auseinandersetzen, was alles für eine neue Plakette getan bzw. investiert werden muss. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, solltest du dich eher an Vans halten, die erst vor Kurzem einen neuen TÜV bekommen haben.

Und auch das Thema Steuer und KFZ-Versicherung spielt bei der Kalkulation der Gesamtkosten eine wichtige Rolle. Bist du kurz davor einen Oldtimer mit H-Kennzeichen zu erwerben, fällt ersteres eh weg. Ansonsten sehr beliebt unter Surfern ist die sogenannte Wohnmobilzulassung, mit der du die jährlich anfallenden Versicherungskosten deutlich reduzieren kannst.

Wohnmobilzulassung – was ist das?

Ist dein Camper als LKW zugelassen, hast du die Möglichkeit, ihn bei einer TÜV oder DEKRA Stelle als Wohnmobil umschreiben zu lassen. Je nach Modell und Versicherungsstatus kannst du dir durch diesen einmaligen Aufwand zwischen einigen hundert bis zu tausend Euro jährlich sparen.

Besonders wenn es dein erstes in Deutschland zugelassenes Fahrzeug ist oder du aus anderen Gründen in einer ungünstigen Typklasse eingestuft wirst, kann sich eine Wohnmobilzulassungfür dichrichtig lohnen.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht, schließlich befinden wir uns in Deutschland. Es gibt bestimmte Vorschriften, die dein Camper für eine Umschreibung erfüllen müssen. Nach aktuellem Stand sind es folgende:

  • Schlafgelegenheit
  • Sitzgelegenheit mit Tisch
  • Kochgelegenheit (Art des Kochers wichtig!)
  • geprüfte Gasanlage mit Nachweis
  • Fenster im Wohnraum

Tipp: Recherchieren die Zulassungskriterien von DEKRA und TÜV.
Achtung: je nach Bundesland können sich die Kriterien für die Wohnmobilzulassung teilweise deutlich unterscheiden.

Wie genau die Prüfung dann im Detail aussieht, ist je nach Prüfstelle und Bundesland recht unterschiedlich. Du kannst also Glück oder Pech haben. Während einige PrüferInnen relativ viel Spielraum zulassen, sind Andere knallhart. Vorab mit den zuständigen Prüfstellen zu telefonieren, hilft daher oftmals schon ein großes Stück weiter.  

Ja, du willst!

Jetzt ist aber auch mal gut mit dem Gerede über Geld, denn auf einmal hast du ihn gefunden. Denn es hat gefunkt und zwar richtig. Zum Glück nicht an irgendwelchen Kabeln, sondern zwischen dir und deinem neuen Camper.

Hat es gefunkt?

Dein mobiles Zuhause entspricht vollkommen deinen Bedürfnissen, übertrifft sie womöglich sogar. Und auch der Automechaniker hat den Daumen nach oben gegeben. Was kommt also als nächstes?

Erstmal cool bleiben. Zumindest so lange, bis du dich mit dem Verkäufer auf einen fairen Preis geeinigt hast, denn handeln gehört beim Camper Kauf einfach dazu, gerade wenn du noch Geld in anstehende Reparaturen investieren musst.

Durch einen Kaufvertrag wird es schließlich offiziell: du hast eben dein eigenes Surfmobil gekauft! Bevor du nun aber in einen Freudentaumel verfällst und zum ersten Mal mit lauter Musik in den Sonnenuntergang fährst, solltest du dich noch mal auf die letzten wichtigen Details fokussieren:

Stelle sicher, dass du im Besitz von zwei Autoschlüsseln bist, dir der Kaufvertrag ausgehändigt wurde und du sowohl den Fahrzeugschein, als auch den Fahrzeugbrief bei dir hast. Alles dabei?

Yeaaaaaah, herzlichen Glückwunsch zum Surfmobil deiner Träume!

Fazit

Machen wir uns nichts vor, sich einen Camper zu kaufen ist mitunter ein langer holpriger Weg. Angefangen bei den Entscheidungen in Angesicht unendlich scheinender Möglichkeiten. Woher sollst du auch wissen, welcher Van überhaupt zu dir passt?

Aber je mehr du dich schließlich mit dem Thema Camper kaufen auseinandersetzt, desto klarer wird dein Traummobil in deinem Kopf herumfahren. Und wenn du dir dann vorstellst, wie du deine Surfbretter in genau jenen Camper packst und schließlich nach dem Surfen in deinen gemütlichen Van steigst, wird sich das Chaos aus Suchen, Besichtigungen und Versicherungs-Kram gleich viel besser anfühlen. Und wie bereits gespoilert: es lohnt sich, versprochen!

Hast du noch ungeklärte Fragen, Anmerkungen oder unterhaltsame Geschichten rund um das Thema Camper kaufen? Dann schreibe uns gerne in den Kommentaren, wir freuen uns von dir zu hören!

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