23 Juli 2014

BULLI MIETEN IN SPANIEN: EIN TRAUM FÜR SURFER

Du träumst schon lange von deinem eigenen VW-Bus, doch es fehlt dir das nötige Kleingeld? Du willst dich treiben lassen entlang der spanischen Atlantikküste aber auf Automechanik und Versicherungen hast du keine Lust?

Dann geht’s dir wie mir.

Auch ich bin über Jahre immer wieder bei Freunden mitgefahren, die sich einen eigenen Surfbulli geleistet haben, aber selber hatte ich immer genügend Ausreden, es nicht einfach mal auf eigene Faust zu versuchen.

Doch damit ist jetzt Schluss!

Während du noch vor wenigen Jahren für einen VW-Bus eine Stange Geld hinlegen musstest, um dann von Deutschland aus tausende Kilometer zurückzulegen, um endlich ans Meer zu gelangen, steigst du heute bequem in einen der zahlreichen Billigflieger, um dann vor Ort in einen voll ausgestatteten Bulli zu steigen. Denn heutzutage kannst du dir ohne großen Aufwand direkt an der Surfdestination einen VW Bus mieten.

Ich habe es im Juni 2014 genauso gemacht und bin begeistert wie einfach und schnell es geht. Morgens noch am Frühstückstisch in Deutschland und mittags schon im Bulli mit Blick aufs Meer und diesen super Surfspot direkt vor der Nase:

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Aber immer der Reihe nach.

Wo und wie funktioniert das mit dem Bulli mieten und wer hat sich das ganze ausgedacht?

Der geliehene Traum: Bulli mieten in Spanien

In der nordspanischen Provinz, zwischen der Biskaya und den schneebedeckten Gebirgshängen der Picos de Europa liegt das unscheinbare Muriedas, indem sich der Münsteraner Nils Pulpanek von Surf-Cars vor sieben Jahren mit dem Verleih von VW-Bullis seinen Lebenstraum verwirklicht hat.

Nils konnte es nicht länger mitansehen. Ständig rangelten sich seine Freunde um die wenigen Plätze in seinem Surf-Bulli. Das Ziel hieß Nordspanien und es ging damals schon um möglichst ausgedehnte Surftrips entlang der nordspanischen Atlantikküste bis nach Portugal.

Schließlich waren es nicht nur seiner Freunde, sondern wildfremde Menschen, die ihn nach seinem alten Auto fragten, es ihm am liebsten auf der Stelle abkaufen wollten.

Nils griff die Gelegenheit beim Schopf und machte sich fernab seiner Heimat selbständig. Sein Ziel war klar: Jeder sollte sich fortan einen Bulle mieten können.

Also fing er damit an, gebrauchte VW-Busse im stylischen Retro-Look aufzumöbeln und an Surfer aus aller Welt zu vermieten.

Doch eigentlich vermietet er einen Traum. Es ist der Traum von allen freiheitsliebenden Naturliebhabern und Surffans.

Bulli mieten in NordspanienInzwischen ist dieser Traum zu einem erfolgreichen Surf-Business gereift. Und es ist sicher auch Nils` sympathischer Art zu verdanken, dass Surf-Cars nicht nur unter deutschen Surfern einen erstklassigen Ruf genießt.

Außer in der Off-Season von November bis Mai hat Nils keinerlei Probleme, seine Philosophie des langsamen und puristischen Reisens im Einklang mit dem Meer an den Surfer zu bringen.

Doch was ist überhaupt die Idee von Surf-Cars und wie genau ist der Ablauf bei der Vermietung der stilvollen Surf-Camper?

Ich wollte es genauer wissen und habe Nils Ende Juni am Strand von Liencres auf einen oder zwei Cortados getroffen. Vielleicht waren es sogar drei.

Herausgekommen ist ein vierminütiges koffeingeschwängertes Interview, das du dir hier anschauen kannst:

Dein Bett & mobiles Büro direkt am Surfspot

Es ist so, wie Nils es beschreibt:

Für einen Surfer gibt es einfach nichts Schöneres als schon morgens mit Blick auf den Surfspot aufzuwachen, um sich erstmal von den kühlen Wellen des Ozeans wachwaschen zu lassen.

Wer den totalen Surfertraum leben will, ist das Bulli mieten also der ideale Surfurlaub. Du fährst entlang der spanischen Küste, immer auf der Suche nach ein paar guten Wellen und einem schönen Platz zum Stehen.

Das große Plus:

Wenn du es geschickt abstellst, garantiert dir der Bulli einen Schlafplatz in unmittelbarer Nähe zum Lineup und du bist morgens immer einer der Ersten in der Welle!

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Gleichzeitig bietet dir dein vierrädriges Zuhause die Chance, an einem Tag mehrere Spots nacheinander auszuchecken, um dir dann die besten Breaks rauszupicken.

Und wenn du deinen Lebensunterhalt durch ortsunabhängiges Arbeiten verdienst, dann mach es doch so wie ich und verwandele deinen Surf-Bulli kurzerhand in ein mobiles Surf-Office.

Denn Dank des Spanischen Anbieters Wifivox, der landesweit mobile W-LAN-Router mit Datenflatrate verleiht, hast du selbst an den entlegensten Surfspots eine durchgehend solide 3G Internetverbindung. Das gute daran ist, dass Wifivox eine Sim-Karte der spanischen Telekom mitliefert. Nur so kommst du auch fernab von Ortschaften auf eine respektable Download-Geschwindigkeit von bis zu 7,2 Mbps (habe ich mit www.speedtest.net getestet).

Mit einem mobilen Surf-Office im eigenen VW-Bus kannst du auf wunderbare Weise, arbeiten und surfen miteinander verbinden. Und du schaffst dir ideale Vorasusetzungen für eine optimale Surf-Work-Balance.

Hier ein Paar Schnappschüsse von meinem mobilen Strandbüro direkt am Surfspot im nordspanischen Langre:

Surfoffice

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Und hier noch einmal die wichtigsten Infos zum Bulli mieten auf einen Blick:

Anreise & Bulli mieten

Der nordspanische Standort von Surf-Cars heißt Muriedas und ist ein Vorort von Santander. Von Deutschland aus fliegst du sehr günstig von Düsseldorf-Weeze oder Frankfurt-Hahn mit Ryanair. Alternativ kannst du dir auch von Berlin aus einen günstigen Flug mit Vueling nach Santander oder Bilbao buchen. Von Bilbao aus gelangst du mit dem öffentlichen Bus in etwa anderthalb Stunden nach Santander.

Die Jungs & Mädels von Surf-Cars holen dich in jedem Fall in Santander ab, ob nun vom Flughafen oder vom Busbahnhof. Du musst sie einfach nur rechtzeitig per E-Mail über deine Ankunftszeit und den genauen Ort informieren. Im Anschluss geht’s dann direkt zu der etwa 10 Minuten entfernten Surf-Cars Homebase in Muriedas, wo du eine ausführliche Einführung in den Bulli bekommst und eine kleine Testfahrt „unter Aufsicht“ hinlegst, bevor es dann endlich losgeht auf große Entdeckertour.

Bulli mieten scheint auf den ersten Blick recht kostspielig denn die Preise liegen je nach Saison zwischen 350 und 520 Euro pro Woche. Du kannst aber auch ohne Probleme zu zweit oder sogar zu viert reisen. So sparst du dir mit deinem mobilen Zuhause neben einem Mietwagen auch noch eine Menge Übernachtungskosten. In der Nebensaison zahlst du dann umgerechnet nur noch 12,5 Euro pro Person (wenn du mit drei Freunden reist).

Im Mietpreis inklusive sind 1000 Freikilometer. Das reicht locker aus, um allen guten Surfbuchten Kantabriens einen Besuch abzustatten.

Packliste für deinen Bulli-Trip

Damit es dir auf deinem Bulli-Trip durch Spanien an nichts fehlt, möchte ich dir basierend auf meinen Erfahrungen die folgende Packliste mit den wichtigsten Utensilien mit auf den Weg geben.

Einige Dinge, wie ein Schlafsack, der Fake-Safe oder die Stirnlampe sind wirklich essentiell.

Weitere praktische Ressourcen, wie z.B. die Reiseapotheke für Surfer oder nützliche Gadgets für Flugreisen mit dem Surfboard findest du auch in meiner umfangreichen Packliste Surfurlaub.

Die Ausstattung

  • Gasherd mit zwei Kochplatten
  • Gasbetriebener Kühlschrank
  • Zweite Autobatterie
  • Zwei Schlafplätze für insgesamt max. vier Personen
  • CD-Player und Autoradio inkl. Klinke-Kabel für externe MP3-Player
  • Sitzbank & ausklappbarer Tisch
  • Bettlaken

Küche

Kühlschrank

Zusätzliches Equipment gegen Aufpreis

  • Surf-Board
  • Neoprenanzug
  • DVD Player
  • Umwandler (12V ~ 220 V)
  • Mountainbike & Fahrradgepäckträger
  • Campingstühle und -tische
  • Solardusche
  • Kindersitz

Wenn dir in der Liste noch etwas fehlt oder du noch Fragen hast zur Anreise, Surfschulen in der Umgebung oder passende Surfbedingungen für dein Surflevel, dann einfach rein damit in die Kommentare!

Aber eins sollte dir jetzt klar sein: Bulli mieten ist kinderleicht und auch finanziell lohnt es sich absolut.

Im nächsten Blogpost bekommst du jede Menge Tipps zu den besten Surfspots und Übernachtungsorten in Nordspanien.

Und ein Video mit den Highlights von meinem Surf-Trip im Juni 2014.

 

 

BULLI MIETEN IN SPANIEN: EIN TRAUM FÜR SURFER
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5 Responses

  1. Tom

    Mein Kumpel und Ich würden gerne mit dem Bulli los, jetzt gib es nur ein Problem mein Kumpel kann erste Ende September. Jetzt meine Frage wenn die Saison im November vorbei ist wie sind die Wellen Konditionen zu dieser zeit? Mein Kumpel ist Anfänger und ich bin Fortgeschrittener Surfer. Danke schon mal im voraus für eure Antwort

    1. Hallo Tom,

      ich verstehe jetzt nicht ganz ob ihr Ende September oder erst im November loswollt und wo genau es hingehen soll. Wenn ihr nach Nordspanien wollt, ist der Herbst wellentechnisch in der Regel die beste Zeit des Jahres. Es kann nur sein, dass das Wetter zwischendurch immer mal wieder ein bisschen ungemütlich wird, aber damit lässt sich ja leben.

      Viel Spaß! Julian

  2. Nadine

    Hi Julian,

    meine Freundinnen und ich wollen im Sommer einen kleinen Roadtrip in Portugal machen. Manche von uns standen schon 1-2 mal auf dem Brett, andere noch nie. Gibt es gute Surfschulen, die du empfehlen kannst, bei denen man mal einen eintägigen Kurs machen kann und danach auf eigene Faust mit gemieteten Brettern los ziehen kann? Oder meinst du wir können es uns gleich gegenseitig beibringen, oder ist das zu gefährlich? Würdest du uns überhaupt alleine raus lassen?

    Und wir sind zu fünft, d.h. gerade einer zu viel für einen Bus/Van.. Ich habe bei Indie Campers aber einen Van entdeckt, der 5 Sitzplätze hat. Es sind zwar trotzdem nur 4 Schlafplätze, aber glaubst du das könnte passen vom Platz oder wird das zu eng bzw. lassen die uns gar nicht erst zu fünft damit weg?

    Liebe Grüße

    1. Hallo Nadine,

      zum Thema surfen lernen habe ich einen eigenen Post geschrieben, der deine Fragen eigentlich beantworten sollte. Wer noch nie auf einem Surfboard stand, sollte aber wenigstens für ein paar Tage einen Schnupperkurs machen.

      Ob es gefährlich ist, hängt immer auch von den aktuellen Bedingungen ab. An Tagen mit Mini-Wellen kannst du auch als blutiger Anfänger ein wenig planschen gehen, sonst aber eher nicht.

      Die Busse von Indie Campers sind super, aber für fünf Leute definitiv zu klein. Da sind vier Bewohner schon das absolute Maximum.
      Surfschulen und Surfcamps stelle ich im Surfguide Portugal vor. Wenn ihr tatsächlich einen Roadtrip machen wollt, lohnt sich der Guide noch mal mehr, weil ich dort auch die schönsten Übernachtungsplätze für Bulli-Trips von Surfspot zu Surfspot vorstelle.

      Habt einen schönen Trip!

      Liebe Grüße
      Julian

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