Surfer Filme
12 Oktober 2015

10 SURFER FILME, DIE DU LIEBEN WIRST

Surfer Filme gibt es wie Sand am Meer. Richtig gute aber nur sehr wenige.

Punkrock, schnelle Tubes, flatternde Hemden und nervtötende Interviews mit völlig gestokten Surferdudes, die immer wieder dieselben Surferfrasen dreschen – für lange Zeit war das der absolute Standard.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Zum Glück!

Inzwischen gibt es eine neue Generation von ausgebufften Filmemachern, die deutlich mehr Wert auf Vielfalt und Qualität legen als viele ihrer Vorgänger. Neben radikalen Surfszenen gewährt das neue Genre deutlich mehr Raum für beeindruckende Naturaufnahmen und all die anderen wundervollen Dinge, die das Reisen mit Surfboard so besonders machen: Fremde Kulturen, atemberaubende Küstenlandschaften und der Zauber von landestypischen Speisen, exotischen Klängen und Tänzen.

Einige dieser zeitgemäßen Surfer Filme sind so gut, dass es fast schon eine Qual ist, sie fernab vom Meer anzuschauen…

Und was in den letzten Jahren noch dazukam, sind Surfer Filme aus Ländern, die mit Surfen eigentlich kaum etwas am Hut haben. So wurden Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien zur Brutstätte einiger äußerst sehenswerter Surfstreifen, die dem internationalen Vergleich absolut standhalten.

Aber aus welchem Land auch immer. Surfer Filme sind einfach die beste Möglichkeit, um sich an langen Winterabenden an die schönsten Breaks der Welt zu träumen und zumindest in Gedanken Wellen zu reiten.

Meine 10 liebsten Surfer Filme

Die Auswahl meiner 10 Lieblingsfilme übers Wellenreiten ist mir nicht leicht gefallen und vielleicht werde ich die Liste in Zukunft auch noch mal um einige Filme erweitern. Bis dahin sind das hier aber meine ganz persönlichen All Time Favourites.

Neben vielen Surffilm-Klassikern sind auch einige eher nerdige Nischenfilme dabei, die sicher nicht jedem ein Begriff sind. Aber genauso soll es ja sein. Also dann. Enjoy the ride!

 

1) THE OLD, THE YOUNG & THE SEA (2013)

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Darum geht´s:

Dieser Streifen ist eine cineastische Traumreise entlang der europäischen Hauptschlagader in Sachen Surfkultur. In zwei alten Bullis begab sich die österreichische Filmcrew über vier Monate auf den klassischen europäischen Surfer-Roadtrip von Frankreich über Nordspanien bis an die Südwestspitze Portugals, um die vielfältigen Lebensentwürfe europäischer Surfer zu dokumentieren: Von Surf-Pionieren über kauzige Seeleute und Meeresschützern bis hin zu nomadisch lebenden Puppenspielern und Woofing-Travellern. So verschieden sie auch sein mögen, zeigt der Film eine Sache, die sie alle eint: Die Liebe zum Meer.

The old, the Young & the Sea ist mein absoluter Lieblings-Surffilm. Daher bin ich umso glücklicher, dass Jungs gerade an Teil zwei drehen. In „BEYOND“ geht es um die logische Fortsetzung des europäischen Road-Trips in Richtung Süden: Von Marokko über Mauretanien, den Senegal bis nach Gambia und die Grenze zu Guinea Bissaus. Es darf sich also fleißig vorgefreut werden.

Mein Interview mit den Machern von The old, the Young & the Sea kannst du übrigens hier nachlesen.

Mein Fazit:

Ein beeindruckender Debütfilm, an dem für europäische Surfer einfach kein Weg dran vorbeiführt.

IMDB Rating: 9,0

 

2) I WANNA SURF (2014)

Darum geht´s:

Ein Surffilm aus der Schweiz? Das klingt erstmal wie ein schlechter Scherz! Wellenreiten ist halt nicht gerade die erste Assoziation mit unseren alpinen Nachbarn. Mehr landlocked geht kaum. Wer sich als deutscher Surfer darüber beschwert, er sei im falschen Land geboren, darf sich also gerne mal mit einem Schweizer unterhalten. Oder „I Wanna Surf“ gucken. Dieser Film zeigt eindrucksvoll, wie die Eidgenossen allen Widrigkeiten zum Trotz das hinkriegen, was sie am liebsten machen: surfen. Das fehlende Meer machen sie durch viel Erfindungsreichtum wett: Aufgestaute Flüsse, gepimpte Motorboote mit Schleppseil, Kurztrips an die Adria oder am besten gleich ein Jahrestrip durch Südamerika. Dabei bläst „I Wanna Surf“ exakt in dasselbe Horn wie ich mit meinem Blog Surfnomade. Allem voran steht die Frage: Wie bringen landlocked Surfer es fertig, Arbeitsalltag und Ausbruch unter einen Hut zu bringen? Dieser Film liefert die Antwort!

Mein Fazit:

Der erste Schweizer Surfer Film ist ein gelungenes Porträt einer Szene, die sich nicht unterkriegen lässt. Bester Anschauungsunterricht für deutsche Miesepeter.

IMDB Rating:

 

3) HEADACHE (2015)

Darum geht´s:

Weißt du was ein Eiskopf ist, auf Englisch Brain Freeze? Dann kannst du ungefähr erahnen, was dich in „Headache“ erwartet. Denn in dieser 45 minütigen Independent-Produktion der norddeutschen Surfcrew Binsurfen geht es ausschließlich ums winterliche Wellenreiten in der nördlichen Hemisphäre. Die Story des Films ist schnell erzählt: Zwei norddeutsche Surfer haben Fernweh und die Schwabbelwellen der Ostsee satt. Also beschließen sie loszufahren. Auf ihrer Fahrt treffen sie auf andere leidenschaftliche Surfer, die sich dem frostigen Surftrip von Dänemark über Schottland bis nach Island anschließen. Zum Glück nimmt die Story aber nicht allzu viel Raum ein. In erster Linie geht’s nämlich ums Surfen in dicken Neoprenanzügen, beeindruckende Landschaftaufnahmen und eiskalte Wellen im hohen Norden.

Mein Fazit:

Nichts für Frostbeulen. Aber nett anzusehen, wie sich andere zwischen Eisschollen den Arsch abfrieren während man selbst bequem auf dem heimischen Sofa fletzt.

IMDB Rating: –

 

4) KEEP SURFING (2009)

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Darum geht´s:

In Keep Surfing widmet sich ein kompletter Film einer einzigen Welle. Und zwar einer deutschen Welle, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist und sich nicht etwa auf Sylt, Rügen oder Norderney befindet, sondern mitten in der Bayerischen Landeshauptstadt – die Eisbachwelle. Der humorvolle Film erzählt die Geschichte einer urbanen Surfkultur, die sich von einer verbotenen Undergroundbewegung zu einer weltweit bestaunten Touristenattraktion entwickelt. Neben jeder Menge Surfmanöver und ausgefallenen Lebensentwürfen der Protagonisten, vermittelt „Keep Surfing“ aber vor allem die Lust am Surfen, die sich von nichts und niemandem aufhalten lässt.

Mein Fazit:

Auch wenn der Film wegen seiner Monothematik mit einigen Längen zu kämpfen hat, ist er meiner Meinung nach ein absolutes Muss für alle deutschsprachigen Surfer.

IMDB Rating: 7,3

 

5) BELLA VITA (2013)

Darum geht´s:

Der komplett in 35 mm gedrehte Film erzählt die Reise von Wellenreit-Profi Del Moros, Baffas und der Coffin-Brüder zu ihren familiären Wurzeln. Dabei wird eine Sache schnell klar: Auch Italien ist keine Surfnation. Kein Wunder also, dass „Bella Vita“ zumindest gefühlt mehr opulente Essensszenen beinhaltet als Action auf dem Surfboard. Dennoch oder gerade deswegen ist dieser authentische und ästhetische Streifen ein sehr gelungenes Portrait über das italienische Lebensgefühl aus er Sicht eines Surfers. Ganz nebenbei gibt es aber auch einige erstklassige Breaks zu bestaunen, die nur leider viel zu selten so schön laufen wie in dieser traumwandlerischen Surf- und Mittelmeerdoku.

Mein Fazit:

Ein absolut sehenswerter Surffilm mit viel Raum für Ästhetik, Surfmusik und Pasta!

IMDB Rating: 7,7

 

6) WELLENREITEN (2012)

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Darum geht´s:

Sicher ein etwas anderes Film-Genre aber trotzdem einer der Surfer Filme, die in keiner DVD-Sammlung fehlen dürfen. Denn um die Bewegungen beim Wellenreiten wirklich zu kapieren, brauchst du bewegte Bilder. Und die bekommst du hier. Der komplett auf Fuerteventura gedrehte Lehrfilm erklärt dir nämlich alle wichtigen Grundlagen und Techniktipps für verbesserte Surfskills: Von den Anfängen im Weißwasser über das korrekte Ausführen von Take-Offs und Durchtauchmanövern bis hin zum Abreiten grüner Wellen und den ersten radikalen Turns. Wenn du einen Surfurlaub im Surfcamp planst, ist „Wellenreiten“ die beste Vorbereitung.

Mein Fazit:

Bewegte Bilder sagen einfach mehr als tausend Worte. Meiner Meinung nach der beste deutsche Lehrfilm in Sachen Surfen lernen.

IMDB Rating:

 

7) THE ENDLESS SUMMER (1966, engl.)

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Darum geht´s:

Um dem nahenden kalifornischen Winter zu entfliehen, packen zwei befreundete Surfer ihr Boardbag und erfüllen sich in nur wenigen Monaten etwas, was die meisten Surfer in ihrem ganzen Leben nicht schaffen – sie leben ihren Surfertraum! Die Suche nach perfekten Wellen und menschenleeren Breaks führt entlang der afrikanischen Küste über die von Haien heimgesuchten Wellen Australiens bis hin zu den tropischen Paradiesen von Tahiti und Hawaii – Orte die vor dem Film kaum ein Surfer auf dem Zettel hatte. Mit Charme, Witz und Selbstironie wird die Geschichte von den Anfängen des Surfens in einem Tempo erzählt, das es heute höchstens noch in Tierfilmen auf Arte zu bestaunen gibt. Auch der geniale Soundtrack passt wie die Faust aufs Auge.

Mein Fazit:

Dieser Film ist und bleibt der absolute Surffilm-Klassiker und das Maß aller Dinge. Ein absolutes Muss für alle Surftraveller.

IMDB Rating: 7,8

 

8) THE ENDLESS SUMMER II (1994, engl.)

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Darum geht´s:

Das Prinzip ist das gleiche wie im ersten Teil. Zwei durchgeknallte Surferdudes reisen mit ihren Brettern dem endenden Sommer hinterher. Robert ‚Wingnut‘ Weaver als passionierter Longboarder und Patrick O’Connell als Sonnyboy-Shortboarder klappern gemeinsam die weltbesten Surfspots ab und erleben dabei jede Menge skurrile Dinge. Löwen mit Faible für Neoprenanzüge, in Boardbags versteckte Warane und eine Bruchlandung mit einer alten Propeller-Maschine sind nur einige der mit viel Humor und Selbstironie erzählten Reiseabenteuer.

Mein Fazit:

Steht seinem Vorläufer in nichts nach. Wer sich für einen Surftraveller hält aber diesen Film nicht kennt, hat definitiv etwas nachzuholen.

IMDB Rating: 7,6

 

9) CASTLES IN THE SKY (2010, engl.)

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Darum geht´s:

Taylor Steele’s „Castles in the Sky“ ist wohl einer der ästhetischsten Filme im Surftravel-Genre. Unterlegt mit einem eigenen und sehr stimmungsvollen Soundtrack werden die ungewöhnlichsten und schönsten Breaks des blauen Planeten abgesurft. Gedreht wurde über drei Jahre in fünf Ländern: Island, Indien, Vietnam, Peru und Südafrika. Neben den atemberaubenden Aufnahmen von menschenleeren Wellen gelingt es dem Film auch, in die Kulturen und Landschaften dieser Länder tief einzutauchen.

Mein Fazit:

Einer der besten Surfer Filme, um sich an ferne Surfdestinationen zu träumen und in exotische Landschaften einzutauchen.

IMDB Rating: 8,0

 

10) Soul Surfer (2011)

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Darum geht´s:

Die mehrfach prämierte Hollywood-Produktion „Soul Surfer“ erzählt die wahre Geschichte des großen Nachwuchstalents Bethany Hamilton. Beth ist so gut auf dem Board, dass sie sich schon auf dem Weg zum Surfprofi sieht. Doch im Alter von 13 Jahren wird sie beim Surfen auf Hawaii von einem Tigerhai attackiert. Sie überlebt, verliert aber ihren linken Arm. Nach dem Unfall steigt sie trotzdem wieder aufs Brett und zeigt damit die enorme Lebenskraft des Surfens, womit sie unendlich viele gehandikapte Sportler auf der ganzen Welt inspiriert.

Mein Fazit:

Wer auf seichte Unterhaltung und Beach Action a la Hollywood steht, wird in diesem Kassenschlager bestens unterhalten.

IMDB Rating: 7,1

Und was sind für dich die besten Surfer Filme aller Zeiten? Poste sie einfach in die Kommentare. Ich lass mich gerne von dir inspirieren! Und wer weiß, vielleicht erscheint der eine oder andere Streifen ja bald auch hier in dieser bunten Runde meiner liebsten Surfer Filme.

10 SURFER FILME, DIE DU LIEBEN WIRST
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9 Responses

  1. Dennis

    Schöne Seite hast du hier!

    Was ist denn mit „Mavericks – Lebe deinen Traum „? Ein absolut gelungener Film mit toller Stimmung, wie ich finde! 🙂

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